Berlin und Brandenburg - Das kosten Glühwein, Bratwurst & Mandeln auf den Weihnachtsmärkten

Mo 27.11.23 | 17:48 Uhr
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Symbolbild: "Weihnachtsmarkt der 1000 Sterne" in der Cottbuser Innenstadt am 28.11.2022. (Quelle: dpa/Andreas Franke)
Video: rbb24 Brandenburg aktuell | 27.11.2023 | Diana Azzam | Bild: dpa/Andreas Franke

Alles ist teurer geworden - das gilt auch für einen Weihnachtsmarktbesuch. Die meisten der schon geöffneten Märkte hatten die Preise nur moderat erhöht - ähnlich sieht es auch bei denen aus, die jetzt starten. Doch dadurch verringert sich die Gewinnmarge.

Traditionell öffnen die Weihnachtsmärkte meist nach dem Totensonntag. Doch in Berlin und Brandenburg sind Glühwein, Bratwürstchen und gebrannte Mandeln längst zu haben. Denn einige Weihnachtsmärkte in der Region sind bereits am Start. Die anderen ziehen sukzessive nach.

Der Berliner Winterzauber in Lichtenberg auf dem Höffner-Gelände an der Landsberger Allee hat schon seit gut drei Wochen geöffnet. "Alles wie immer, nur etwas teurer", teilte der Veranstalter, Marvin Blume, dem rbb mit. Aber die Besucher seien es schon gewohnt, dass alles überall teurer geworden sei. Bislang seien sowohl Besucherzahl als auch Umsatz trotzdem angestiegen, so Blume weiter. "Mit 20 Euro ist man eigentlich ganz gut versorgt", sagt ein junger Mann, der mehrere Fahrgeschäfte genutzt und dann noch etwas gegessen hatte, dem rbb. Ein älterer Herr berichtete gut gelaunt, er trinke dann eben nur noch einen statt wie früher "drei oder zwölf" Glühwein.

Vor zehn Jahren kostete den Verbraucher eine 50-Zentimeter-Bratwurst noch 3,50 Euro. Derzeit liege allein schon der Einkaufspreis für eine Bratwurst bei rund 2,70 Euro. "Brötchen, Ketchup, Senf und Gas sind auch teurer geworden", erklärt Blume weiter. Außerdem verdienten seine Mitarbeiter über dem Mindestlohn. Deshalb koste eine Bratwurst am Ende sieben Euro.

"Verkaufspreise kann man nicht endlos erhöhen"

Auch am Potsdamer Platz läuft der Weihnachtszauber schon längst. Rodeln ohne Schnee inklusive. Bei fünf Euro für den Glühwein stehen hier die Touristen Schlange. Die vegane Bratwurst kostet sechs Euro.

Am Schöneberger Nollendorfplatz hat unter der U-Bahn auch schon die eher kleine "Christmas Avenue" geöffnet. Auch hier kostet der Glühwein knapp fünf Euro. Auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain findet schon seit Mitte November wieder der "Historische Weihnachtsmarkt" seine Pforten geöffnet. Auch hier liegen die Glühweinpreise bei etwa vier Euro.

Wenn der traditionelle Weihnachtsmarkt in der Spandauer Altstadt am 27. November startet, wird der Glühwein laut Veranstalter ab 4,50 Euro zu haben sein. Schuss exklusive. Die Bratwurst gibt’s ab vier Euro. Die Betreiber haben rbb|24 mitgeteilt, dass viele Händler in diesem Jahr gar nicht mehr teilnehmen, weil die "Gewinnmarge immer mehr gegen Null geht". Die Verkaufspreise hingegen könne man ja nicht endlos erhöhen, weil sich sonst kein Normalverdiener mehr einen Weihnachtsmarktbesuch leisten könne.

Fast 100 Weihnachtsmärkte in Berlin

Ebenfalls am 27. November geht es auch in Prenzlauer Berg los. Auf dem skandinavisch inspirierten Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei werde sich der Preis für einen Glühwein laut Veranstalter bei vier bis fünf Euro einpendeln. Bratwurst gibt’s ab 5,50 Euro. Hirsch- oder Elchbratwurst sei aber beispielsweise teurer. Auch hier geht man davon aus, dass die Standbetreiber durch "viel höhere Einkaufspreise" einen kleineren Nettogewinn verzeichnen werden. Auch hier mit dem Hinweis, die Verkaufsgestaltung nach oben sei nicht so flexibel. Die Grenze sei für Glühwein mit fünf Euro im Prinzip ausgereizt.

Insgesamt gibt es in Berlin fast 100 Weihnachtsmärkte [berlin.de] in den nächsten Wochen – sicherlich mit preislichen Schwankungen in Sachen Glühwein und Bratwurst.

Der Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt im November 2023. (Quelle: rbb24/Huber)Der Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt im November 2023.

Zahlreiche Weihnachtsmärkte auch in Brandenburg

Auch in Brandenburg starten in diesen Tagen etliche Weihnachts- und Adventsmärkte in die Saison. Die größten Märkte gibt es in Potsdam und Brandenburg an der Havel. In der Landeshauptstadt startet am Montag der "Blaue Lichterglanz" Am selben Tag beginnt in Brandenburg an der Havel der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Neustädtischen Markt.

Den größten Weihnachtsmarkt in Südbrandenburg hat Cottbus zu bieten. Auf dem "Weihnachtsmarkt der tausend Sterne" gibt es seit Montag (und bis zum 27. Dezember) Glühwein, gebrannte Mandeln und Co. - zahlreiche Verkaufsstände säumen die Spremberger Straße, den Platz am Stadtbrunnen und den Altmarkt mitten in der Innenstadt. Zum ersten Mal wird auch eine barrierefreie Gondel für Rollstuhlfahrer am Riesenrad hängen. Die Glühweinpreise in Cottbus sind übrigens stabil geblieben. Vier Euro kostet der Glühwein hier an den meisten Ständen, und damit genauso viel wie im vorigen Jahr.

In Frankfurt (Oder) hat seit Montag (und noch bis zum 22. Dezember) der große Weihnachtsmarkt, die "cityWeihnacht", geöffnet. Dort sind nach Angaben der Stadt in diesem Jahr über 30 Stände und Fahrgeschäfte zu finden. Neu ist die Aufteilung: Den lauten Rummel gibt es am Brunnenplatz. Vor dem Rathaus ist es dann etwas ruhiger mit Schlemmereien und regionalem Handwerk. Das Preisniveau liegt eigenen Angaben der Händler zufolge unter dem der großen Weihnachtsmärkte in Berlin. Kandierte Äpfel sind ab zwei Euro und Glühwein ab 3,50 Euro zu bekommen.

Eine Übersicht über Weihnachtsmärkte in Brandenburg finden Sie hier.

Sendung: rbb 88.8, 27.11.2023, 08:00 Uhr

103 Kommentare

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  1. 103.

    Doch. Denn so errechnen sich die (hohen) Preise. Ob man die dann zahlt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.
    Ich hab das nur alles wunschgemäß aufgezählt, weil Sie ja gefordert haben ("bitte aufzählen"), was denn für Nebenkosten dazukommen, um den Preis einer Wurst festzulegen.

  2. 102.

    Oh, man, es geht ja immer noch um die Wurst.
    Ok, dann ganz langsam über den durchschnittlichen Verkaufspreis. Warum der Verkaufspreis? Weil wir keine Händler sind und damit gleich den durchschnittlichen Einkaufsrabatt und Marge mit erschlagen. Denn große Freiheitsgrade haben die Händler nicht, wenn sie Geld verdienen und gleichzeitig nicht zu teuer werden wollen. Eine Thüringer mit EU-Maß 18 cm kostet in Berlin an der Imbissbude zwischen 2,50 € - 3,00 €.
    Ich setze jetzt sogar das Minimum 2,50 € an. Also kostet eine 50 cm Wurst, ausgehend vom Minimum:

    50/18 * 2,50 € = 6,94 € also 7,00 €

    Zitat aus dem Artikel : "Deshalb kostet eine Bratwurst am Ende sieben Euro." Ich hoffe jetzt hats jeder geschnallt, warum der Mann dabei nicht reich wird.

  3. 100.

    Ja, Kerstin, in Berlin werden Bratwürste seitens der Behörde nach Zentimeter klassifiziert. Komm Kerstin, ist gut jetzt...

  4. 98.

    Was genau stört dich, werte Kerstin? Dass ich nicht dein Meinungslied pfeife? Musst du mit Würde ertragen.

  5. 97.

    Auch die kleineren Würstl kosten mehr Geld. Das Schaustellervolk betrügt schon genug mit ihren Spielautomaten und Co., da brauche ich wegen einer 10€-Bratwurst kein Mitleid zu haben.

  6. 96.

    Entfällt natürlich alles auf die Kosten EINER Bratwurst? Dir ein vorfristiges Schönes Neues!

  7. 95.

    Ihr Kommentar überrrascht mich. Waren Sie nicht gerade ein großer Verfechter der Lohn- / Preis Spirale im Zusammenhang mit Herrn Weselsky. Nur geht es da natürlich nicht um Würstchen (obwohl ?!) sondern um die künftigen Ticket Preise der DB auf die man eben nicht so einfach verzichten kann. Aber auch ich werde mich den Weihnachstmärkten in diesem Jahr fern halten. Nennt man Angebot und Nachfrage und lernet man im ersten Semester BWL. Wenn das viele machen klappt's irgendwann auch wieder ...

  8. 94.

    Der Driver brennt ja regelrecht ein Meinungsfeuerwerk ab. Nur verbreitet er auch Beweise seines eklatanten Unwissens.
    "Zentimeter sind weder ein behördliches Eichmaß ..." - Zentimeter ist ein allgemein gültiges und seit !872 in Deutschland verwendetes Maß, dass der Norddeutsche Bund am 17. August 1868 durch die Norddeutsche Maß- und Gewichtsordnung beschloss und somit sein Einzug hielt. Somit ein behörtliches Eichmaß.
    Natürlich, ein kleiner Tipp für unseren Wissensverbreiter Driver, sind Strom, Gas, Standkosten, Transport, Personal Nebenkosten.

  9. 92.

    z.B.:
    -Energiekosten (u.a. zum Braten der dubiosen Würste, aber auch Beleuchtung usw)
    -Standmiete
    -Bezahlen der Angestellten
    -Materialkosten des Stands
    -An-/Abfahrtkosten
    -u.U. Hotelkosten
    ....

  10. 91.

    Sieben Euro für'n halben Meter Bratwurst. Warum die Aufregung? Der Markt dafür scheint offensichtlich da zu sein und wer es nicht will, meine Güte, es gibt auch Stände für die kleinen Würstchen.

  11. 90.

    Die, die der Meinung sind, mit dem diesjährigen Weihnachtsmarkt halbwegs Gewinn machen zu können, sind natürlich da, andere, die nicht der Meinung sind, nicht. So weit so gut.
    Das Problem ist, dass man das vorher nicht weiß, weil, wie man hier liest, viele nicht mehr hingehen (wollen). Es ist also ein risikoreiches Spiel, auf das man sich einlässt. Dazu gehört, dass man abwägen muss, wie hoch man die Preise ansetzen kann, damit erstens genug Gewinn erwirtschaftet wird, andererseits die Kundschaft aber nicht mit (zu) hohen Preisen verprellt wird.
    Erst nach Ende des Weihnachtsmarktes kommt dann die Stunde der Wahrheit.
    Zum Thema konkretisieren: Ich will damit sagen, dass es einige Jobs gibt, deren Gewinn/Gehalt sich eigentlich nicht lohnt, aber trotzdem gemacht werden.

  12. 89.

    Auch du begreifst die Situation nicht. Es geht nicht um das nicht bezahlen können. Es geht um das nicht mehr gewillt sein diese Preise zu bezahlen!

  13. 88.

    Richtig, geht auch keiner. Es geht nicht um das nicht bezahlen können sondern um das nicht mehr bezahlen WOLLEN!!!!

    Schnallen aber die wenigsten!

  14. 87.

    Zentimeter sind weder ein behördliches Eichmaß noch ein Maß auf dem Weihnachtsmarkt. Ich bestelle eine Wurst. Basta. Und für 5€ plus kannst du deine Wurst alleine essen, 50cm hin oder her.

  15. 86.

    Ach ja? Welche Nebenkosten kommen denn zur Wurst noch hinzu? Bitte aufzählen.

  16. 85.

    Ich verstehe die Welt nicht mehr. Die die hier über hohe Preise meckern , haben vor ein paar Wochen für 10% Lohn Erhöhung und 4 Tage Wochen demonstriert. 21€ für einen Glühwein ? Da hat sich jemanden geirrt. Die Stadt München hat für Buden und Schausteller die stellpreise gesenkt. Wer weiterhin mehr Lohn verlangt muss eben für alles mehr zahlen.

  17. 84.

    Bitte zeigen Sie mir den Selbstständigen, der sich mit seinem Geschäft auf einen Weihnachtsmarkt stellt, um minus zu machen. Wie im Artikel doch bereits steht, ist es teilweise nicht mehr möglich Gewinne zu erwirtschaften, also bleibt man lieber mit seinem Geschäft weg.

    Was das jetzt mit Arbeitnehmern und deren Lohnentwicklung zu tun hat, ist mir nicht klar geworden. Vielleicht könnten Sie das einmal konkretisieren?

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