Symbolbild: Mehrere Testtuben für einen Coronavirustest (Bild: imago images)
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Land prüft für Unternehmen mögliche Hilfen - Weitere Corona-Fälle in Brandenburg

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Brandenburg hat weiter zugenommen. Aufgrund der Lage sind die Unternehmen verunsichert über den Fortgang ihres Geschäfts. Das Landeswirtschaftsministerium sagte zu, nun auch Landeshilfen zu prüfen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Brandenburg steigt weiter. Die Landesregierung meldete am Dienstagabend sechs zusätzliche Corona-Infektionsfälle. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich dabei um einen positiv auf das Virus getesteten Mann aus dem Kreis Spree-Neiße, drei weitere positiv geteste Männer im Landkreis Elbe-Elster sowie um ein Paar aus dem Kreis Märkisch-Oderland, das aus dem Italienurlaub zurückgekehrt ist.

Auch der Mann im Spree-Neiße-Kreis habe erklärt, vor wenigen Tagen von einer Reise aus Norditalien zurückgekehrt zu sein. Er kommt aus dem unmittelbaren Umfeld eines bereits als Infizierter getesteten Mannes aus seiner Nachbarschaft. Beide Männer seien nun in häuslicher Isolation.

Die drei weiteren Neu-Infizierten - es sind drei Männer - stammen aus dem Landkreis Elbe-Elster. Sie befinden sich den Behörden zufolge ebenfalls in häuslicher Isolation und werden ambulant medizinisch betreut.

Insgesamt sind mit Stand von Dienstagabend damit 16 Corona-Fälle in Brandenburg bekannt.

Ämter bemüht um Identifizierung der Kontaktpersonen

Allerdings steht laut Behörden eine endgültige Bestätigung einer am Montag zunächst positiv getesteten Frau aus Frankfurt (Oder) weiter aus. Die Frau befinde sich nun ebenfalls in häuslicher Isolation.

Nach Angaben des Ministeriums haben die Gesundheitsämter der Landkreise bereits alle möglichen Kontaktpersonen der neu Infizierten ermittelt. Im Landreis Elbe-Elster allerdings dauern die Recherchen nach Kontaktpersonen noch an. Zuvor waren vier Männer und zwei Frauen in Brandenburg als infiziert gemeldet worden.

Landeswirtschaftsministerium prüft Hilfen ergänzend zum Bund

Das Wirtschaftsministerium hält für den Fall einer anhaltenden Krise wegen des neuartigen Coronavirus mögliche Landeshilfen für die Wirtschaft als Ergänzung zum Bund für denkbar. "Wir prüfen, ob wir bestehende eigene Programme und Instrumentarien gezielt darauf ausrichten können, die Bundeshilfen zu flankieren", sagte der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Dienstag nach einem Treffen im Bundeswirtschaftsministerium. Die Bundesregierung will mit Kurzarbeitergeld und Geldspritzen für Unternehmen Entlassungen und Firmenpleiten verhindern.

Linksfraktion regt Vorsorgefonds des Landes an

Die Linksfraktion im Landtag schlug einen Vorsorgefonds des Landes vor, um Eltern, Vereine und Kommunen bei Folgen des Coronavirus zu unterstützen. "Wir sollten hier Menschen nicht nur gesundheitlich schützen, sondern auch Vereine, aber auch die kleinsten Unternehmen vor dem Ruin retten", sagte Linksfraktionschef Sebastian Walter.

Der Fonds solle Kommunen bei Lohnfortzahlungen im Fall von Quarantänemaßnahmen helfen sowie ehrenamtliche Vereine, Eltern - etwa für abgesagte Klassenfahrten - und kleine Unternehmen unterstützen. Er schlug einen Umfang von 50 Millionen Euro vor. Unternehmen suchen schon zunehmend Rat bei den Industrie - und Handelskammern (IHK).

Nach dem Coronavirus-Verdacht in Neustadt (Dosse) rief der Landrat des Kreises Ostprignitz-Ruppin mit Blick auf Vorsichtsmaßnahmen zu Ruhe und Besonnenheit auf. Die Maßnahmen dienten rein der Vorsorge, sagte Ralf Reinhardt (SPD) am Dienstag. Wichtig sei, dass alle weiter Ruhe bewahrten. Weil Lehrer der Prinz-von-Homburg-Schule in der Kleinstadt und auch Mitarbeiter eines Gestüts mit einer mit dem neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) infizierten Berlinerin Kontakt hatten, mussten sich laut Kreis schätzungsweise 2.250 Menschen in häusliche Isolation begeben. Sie sind aber über mehrere Kreise Brandenburgs und weitere Bundesländer verteilt. Die Gesamtschule, der Hort sowie zwei Reitinternate bleiben vorsorglich bis einschließlich 17. März geschlossen. Dann endet die mögliche Inkubationszeit.

Weitere Veranstaltungen abgesagt

Wegen der Ausbreitung des Virus wurden weitere Veranstaltungen in Brandenburg abgesagt. Die Ausbildungs- und Studienmesse "career compass" am 13./14. März in Petershagen/Eggersdorf soll nicht stattfinden, teilte der Kreis Märkisch-Oderland mit. Rund 2000 Besucher hätten die Messe 2019 besucht.

Die Stadt Potsdam kündigte am Dienstag an, zum Umgang mit Großveranstaltungen eine landesweite Regelung für Brandenburg abwarten zu wollen. "Uns ist es wichtig, dass nicht jede Stadt oder Kommune eigenständig entscheidet, sondern dass es landesweit einheitliche nachvollziehbare Vorgaben und Kriterien gibt, wonach wir den Veranstaltern empfehlen können, welche Veranstaltungen stattfinden können und welche abgesagt werden sollen", teilte die Sozial- und Gesundheitsbeigeordnete Brigitte Meier mit. "Diesbezüglich befinden wir uns gerade in enger Abstimmung mit dem Land und den umliegenden Landkreisen." Die kommunalen Behörden sind für die Entscheidung über mögliche Absagen zuständig.

Bereits zuvor war das Kirschblütenfest in Teltow abgesagt worden. Nach der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hätten sich die Stadt und die Umweltinitiative "Teltower Platte" dazu entschlossen, das "19. Japanische Kirschblütenfest Hanami" am 26. April nicht stattfinden zu lassen, teilte die Stadt mit.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

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