Symbolbild: funkmast in Ferch, Brandenburg (Quelle: dpa/Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 05.02.2020 | Vera Breitenbach | Bild: dpa/Stache

Neuer Standort Cottbus - Bundesbehörde will Bevölkerung über Strahlenschutz aufklären

Das Bundesamt für Strahlenschutz will in Cottbus einen neuen Standort aufbauen. Das "Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder" soll nach Angaben der Behörde auf lebensnahe Fragen der Bevölkerung wissenschaftlich fundierte Antworten finden.

Mit den Sorgen von Bürgern rund um Mobilfunknetze und Elektrosmog soll sich künftig ein neuer Behördenstandort in Cottbus befassen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) richtet dort das "Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder" ein, wie das Bundesumweltministerium mitteilte.

Bei der offiziellen Gründungsfeier am Mittwochvormittag in Berlin sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), die Bedenken der Bevölkerung etwa gegen die neuen 5G-Sendemasten müssten ernst genommen werden. Mit dem neuen Zentrum könne das Bundesamt für Strahlenschutz besser auf die Sorgen der Menschen eingehen. Im Vorfeld erklärte sie, sowohl die Energiewende als auch die Digitalisierung seien "entscheidende Projekte für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands". Bedenken müssten vom BfS als wissenschaftlich unabhängige Institution ausgeräumt werden.

Antworten auf "lebensnahe Fragen der Bevölkerung"

Die Bundesregierung hatte auf ihrer Digitalklausur im November angekündigt, bei Bürgern um mehr Verständnis für neue Funkmasten werben zu wollen. Bei Einhaltung bestehender Grenzwerte seien nach dem derzeitigen Kenntnisstand keine gesundheitsschädigenden Auswirkungen durch elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder wissenschaftlich belegt, teilten Ministerium und Bundesamt mit.

Wissenschaftlich fundierte Antworten auf diese und weitere "lebensnahe Fragen der Bevölkerung" soll das Kompetenzzentrum dem Ministerium zufolge geben und diese öffentlich vermitteln. Auf der Internetseite des Bundesamts für Strahlenschutz [bfs.de] könnten sich Bürger informieren und Experten ihre Fragen stellen.

Gezieltere Informationen über elektromagnetische Felder

Nach Informationen des rbb soll die Behörde in Cottbus 16 Mitarbeiter bekommen, Personal werde derzeit noch gesucht, sagte Achim Neuhäuser, Sprecher des Bundesamts für Strahlenschutz gegenüber Antenne Brandenburg. Ein Gebäude für das Zentrum konnte bislang noch nicht gefunden werden. Die Verantwortlichen gehen aber davon aus, dass das neue Institut in diesem Sommer vor Ort eröffnet werden kann.

"Wir werden Labore aufbauen, in denen tatsächlich auch Forschung stattfinden soll. Natürlich können wir das nicht alleine machen und natürlich sind wir auch schon dabei, Gespräche anzubahnen mit der BTU, die sich eben auch mit den Themen der Digitalisierung beschäftigen", sagte Neuhäuser. BfS-Präsidentin Inge Paulini erklärte, ihre Behörde wolle "noch gezielter und breiter über die gesundheitlichen Wirkungen elektromagnetischer Felder informieren". Das neue Kompetenzzentrum solle die erste Anlaufstelle für alle sein, "die Fragen hierzu haben".

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.02.2020, 9 Uhr

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11 Kommentare

  1. 10.

    In diesem Bundesland denkt man ja auch noch, die Lausitz liegt im Zentrum von Brandenburg und nicht Berlin. Hier hat man noch nicht einmal ordentliche Landkarten. Aber dafür Bürgerinnen und Bürger, die alles glauben. Man muss es nur oft genug wiederholen, dann hört sich Lausitz sogar besser an, wie Berlin. Alte Parolen eben : Lausitz stärken, heisst die Hauptstadtregion stärken. Wie gesagt: fehlende Landkarten in Berlin und Brandenburg.

  2. 9.

    Weniger kann mehr sein. Man sollte nicht ausschließlich die Schokoladenseite publizieren sondern auch die gesuindheitlichen Risiken. Leider wird das vom BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) runtergespiel und immer auf die sogenannten Grenzwerte bezogen. Dabei wird verschwiegen das sich die Grenzwerte ausschließlich auf die Erhöhung der Hauttemperatur eines toten Menschen bei Bestrahlung beziehen. Gesundheitliche Auswirkungen auf den lebenden Organismus bei weit unter den Grenzwerten liegenden Strahlungswerten werden verschwiegen. Einmal googeln mit dem Beriff Prof. Dr. Hecht könnte helfen.

  3. 8.

    Bei der Meldung musste ich echt lachen! In DEM Bundesland, wo jenseits des Speckgürtels noch getrommelt wird, wo es definitiv KEIN Funknetz gibt, wird über Strahlenschutz salbadert?? Merkt ihr es noch in der Regierung? Da sprechen Blinde von den Farben! Da kann man nichtmal eine realitätsnahe Testumgebung aufbauen. Unfassbar.

    Beseitigt erstmal die Funklöcher in Brandenburg, dann reden wir weiter.

    Wie soll denn ein Bürger einer Sache positiv gegenüber stehen, wenn er sie nicht mal testen kann? Je mehr Masten, desto weniger Sendeleistung wäre möglich, aber es GIBT KEINE Masten. Es gibt kein 3/4G, kein LTE.

  4. 7.

    Ich finde es prima. Alle wollen mobil telefonieren, alle wollen Internet, wenn möglich in jeder Gartenlaube aber keiner will die Masten und schon gar keine Strahlung. Wie soll das wohl gehen??? Einige Nörgler wird es wohl immer geben. Vielleicht kann man für diese Leute eine funk- und strahlunsfreie Zone einrichten.

  5. 6.

    @Rüdersdorfer

    ... bitte "kalibriere" mal Dein Troll-Bot-Script, die Aussagen klingen doch arg wirr, das fällt zu stark auf!

  6. 5.

    Mit den Sorgen der Bürger befassen ? Was hat man in den Ländern getan wo 5-G schon weiter eingeführt ist ? Nix; einfach gebaut und die Bürger bestrahlt ? Physiker wissen doch was derartige Strahlung anrichten kann. Bei 5-G müssen die Mastabstände viel kleiner sein; man wird demnach von allen Seiten bestrahlt. 5-G kann man für Industrieprozessse anwenden aber doch nicht für autonomes fahren oder so; es gibt auch Entwicklungen, die sollte man gezielt für schnellere Informationen / Datenübertragung anwenden aber nicht für die Dauerbestrahlung der Bürger; insbesondere hier Kleinkinder u. Schwangere. Für jedes zugelassene Handy gilt eine SAR-Wertgrenze. Will man die Bürger nun sachlich überzeugen oder verdummen ? Es genügen doch wissenschaftlich begründete Veröffentlichungen- aber gedruckt mit Rechtssicherheit.

  7. 4.

    Hallo, wieder eine sinnlose Behörde, die Regierung hat nichts weiterzutun um sich selbst schützen, tausende Menschen sind in Deutschland, nachweislich durch E Smog erkrankt, jetzt soll es durch eine Behörde runter gespielt werden!! Senken Sie doch einfach die Grenzwerte, wie in anderen Ländern!! Mfg. A. Niestolik

  8. 3.

    Werden dann kostenlose Aluhüte verteilt?

  9. 2.

    16 Arbeitsplätze!!! Ist das nicht toll??? Ich glaube langsam das man die Leute in der Lausitz verarschen will. Einige Hundert sind schon weg und nun kommen 16 Neue hinzu!!!

  10. 1.

    So sieht links/grüne Wirtschaftspolitik aus. Klingt irgendwie nach: "Wir haben keine Daten, deshalb sind Strahlen ungefährlich" - muss man nur richtig "verkaufen". Ein Kompetenzzentrum/Institut ist keine Marketingagentur auf Kosten der Steuerzahler. Oder doch richtige Forschung? Der Artikel sagt eher das Gegenteil. "Das BfS als wissenschaftlich unabhängige Institution sei hier "eine kompetente und glaubwürdige Stimme" - ??? wie wurde denn das ermittelt?

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