ARCHIV - 11.04.2019, Brandenburg, Potsdam: Fundstücke, die bei Durchsuchungen gegen ein rechtsextremes Netzwerk in Cottbus gefunden wurden (Quelle: dpa/Settnik)
Bild: dpa/Settnik

Opferperspektive - Verein zählt deutlich weniger rechte Gewalt in Brandenburg

Rechte Gewalt war im vergangenen Jahr in Brandenburg rückläufig - so zählt es der Verein Opferperspektive. Zu verdanken ist das wohl einem entschiedeneren Vorgehen der Polizei. Doch die Statistik sagt auch: Mehr Minderjährige wurden Opfer rechter Gewalt.

Die Zahl rechter Gewalttaten in Brandenburg ist nach Angaben des Vereins Opferperspektive deutlich zurückgegangen. 142 Gewaltdelikte zählte der Verein im Jahr 2019. Das waren 32 weniger als im Jahr zuvor, wie Opferperspektive am Donnerstag in Potsdam mitteilte.

Vor allem im Süden Brandenburgs sind die Zahlen demnach rückläufig. Trotz des Rückgangs sei die Bedrohungslage durch rechten Terror nach Taten wie in Kassel, Halle und zuletzt Hanau gestiegen, sagte Geschäftsführerin Judith Porath. "Betroffene sind zurecht verunsichert, und fühlen sich nicht geschützt. Rechte Angriffe und Bedrohungen können jederzeit und überall passieren."

Mehr Minderjährige wurden Opfer

Hintergrund der gesunkenen Zahlen sei vermutlich vor allem ein entschiedeneres Vorgehen der Polizei in einigen Regionen, hieß es. So sei die staatliche Repression gegen die rechtsextreme und rassistische Szene in Cottbus erhöht worden. In der Uckermark sei der Staatsschutz mit zusätzlichen Beamten "konsequent" gegen die Szene vorgegangen.

Aus der Statistik geht allerdings auch hervor, dass sich rechtsextreme und rassistische Gewalt in Brandenburg verstärkt gegen Kinder und Jugendliche richtet. Im vergangenen Jahr seien 110 Minderjährige Opfer entsprechender Straftaten geworden, 2018 waren es 63 Fälle. Täter seien meist Erwachsene.

Schwerpunkte rechter Gewalt in Oberhavel und der Uckermark

Schwerpunkte rechter Gewalt waren der Statistik zufolge im vergangenen Jahr die Landkreise Oberhavel und Uckermark mit je 18 Fällen, die Landeshauptstadt Potsdam mit 17 und die kreisfreie Stadt Cottbus mit 14 Fällen. 2018 wurden von der Opferperspektive in der Uckermark 27 und in Cottbus 35 rassistische und rechtsextreme Gewalttaten erfasst. In Potsdam waren es elf und in Oberhavel wie im vergangenen Jahr 18 Fälle.

Das Innenministerium will Ende kommender Woche eigene Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität vorstellen.

Sendung: rbb24, 12.03.2020, 13 Uhr

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