Brandenburg, Potsdam: An einer Fußgängerzone steht ein Schild, dass auf die Maskenpflicht hinweist. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
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Video: Brandenburg Aktuell | 19.11.2020 | Andreas König | Gespräch mit Thomas Bittner | Bild: dpa/Christophe Gateau

BrandenburgTrend - Jeder Zweite in Brandenburg findet Corona-Maßnahmen angemessen

Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent der Befragten hält in Brandenburg die Corona-Einschränkungen für angemessen. Im April lag der Wert noch bei 76 Prozent. Stabil ist derweil die politische Stimmungslage bei der Sonntagsfrage.

Die Zustimmung zu den derzeitigen Corona-Maßnahmen ist in Brandenburg im Vergleich zum April gesunken. Das geht aus dem BrandenburgTrend des rbb von infratest dimap im Auftrag von Brandenburg Aktuell und Antenne Brandenburg hervor. Diejenigen, die die Einschränkungen für übertrieben halten, bleiben demnach aber deutlich in der Minderheit.

Eine Mehrheit von 52 Prozent bewertet die Maßnahmen als angemessen, zum Zeitpunkt der ersten Pandemiewelle im April waren es noch 76 Prozent. Die Zahl derjenigen, die die Maßnahmen für nicht ausreichend halten, hat sich auf 27 Prozent fast verdoppelt (+13 Punkte). 18 Prozent halten sie für übertrieben (+9).

Vier von fünf Brandenburgern (79 Prozent) rechnen schon jetzt mit einer Verlängerung der November-Einschränkungen in den Dezember, aber jeder Zweite (53 Prozent) wünscht sich, dass die Beschränkungen zu Weihnachten wieder gelockert werden.

Grafiken zum BrandenburgTrend November 2020

Rund die Hälfte zufrieden mit der Landesregierung

Ein Jahr nach dem Start der Kenia-Koalition aus SPD, CDU und Bündnisgrünen sind 56 Prozent mit der neuen Landesregierung zufrieden (-3 im Vergleich zu April). Zwei Drittel (67 Prozent) bewerten die Arbeit von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) positiv, er ist der bekannteste Landespolitiker (88 Prozent).

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (B'90/Grüne) konnte ihre Bekanntheit (59 Prozent) und Beliebtheit (37 Prozent) in diesem Jahr deutlich ausbauen (jeweils + 17 Prozentpunkte im Vergleich zum August 2019). Innenminister Michael Stübgen (CDU) wird von 21 Prozent der Befragten positiv bewertet.

Die Fraktionschefs der Opposition Christoph Berndt (AfD), Sebastian Walter (Linke) und Pèter Vida (BVB/FW) sind den Brandenburgern weitgehend unbekannt und kommen auf geringe Zufriedenheitswerte (je 9 Prozent).

SPD würde stärkste Kraft

Die politische Stimmungslage bleibt auch in der Corona-Lage stabil. Stärkste Kraft wäre die SPD mit 26 Prozent (minus 1 Punkt im Vergleich zu April), wenn am Sonntag Landtagswahl wäre.

Die CDU überholt mit 20 Prozent (+1) die AfD (19 Prozent, -1). Grüne und Linke verharren bei 12 bzw. 11 Prozent. Die FDP wäre mit 5 Prozent im Landtag vertreten (+1). Das Bündnis BVB/Freie Wähler käme mit 3 Prozent nicht ins Landesparlament.

Für den BrandenburgTrend wurden vom 12. bis 17. November 1.002 Wahlberechtigte in Brandenburg repräsentativ befragt.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 19.11.2020, 19:30 Uhr

Zur Methodik - Fragen und Antworten

Macht der rbb die Umfrage?

Nein, dafür wird ein Meinungsforschungsinstitut beauftragt. Für den BrandenburgTrend ist seit Jahren infratest dimap verantwortlich, eines der leistungsstärksten Institute für Wahl- und Politikforschung mit Sitz in Berlin. Dieses Institut arbeitet auch für Tages- und Wochenzeitungen. Für die ARD und den rbb erstellt infratest dimap an Wahlabenden auch die Prognosen, Hochrechnungen und Umfragen. Wie genau das Institut arbeitet, kann man daran erkennen, dass die 18-Uhr-Prognose am Wahlabend sehr genau ist, obwohl um diese Zeit erst die Auszählung beginnt.

Wer sucht die Fragen aus?

Die Fragen werden von der Redaktion zusammengestellt. Sie beziehen sich auf aktuelle Diskussionen, die in der Öffentlichkeit geführt werden. Manchmal werden die gleichen Fragen nach einer gewissen Zeit wieder gestellt. So kann man vergleichen, wie sich Stimmungen und Haltungen verändert haben.

Wird den Befragten nicht die Antwort in den Munde gelegt?

Nein. Wenn zum Beispiel die Frage gestellt wird, wen man wählen würde, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, dann wird keine Partei als Antwortmöglichkeit genannt, sondern die Befragten können spontan sagen, wen sie wählen wollen. Wen jemand spontan antwortet, er wisse das nicht oder er will gar nicht wählen, so wird das auch notiert. In unserer jüngsten Umfrage haben zum Beispiel 5 Prozent gemeint, sie würden nicht wählen. Und 14 Prozent wüssten nicht, wen sie wählen. Bei anderen speziellen Fragen gibt es differenzierte Antwortmöglichkeiten. Wenn wir zum Beispiel nach der Zufriedenheit mit Politikern fragen, dann können die Befragten antworten, ob sie sehr zufrieden, zufrieden, weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden sind. Und natürlich wird auch registriert, wenn jemand meint, er oder sie könne oder wolle das nicht beurteilen. So entsteht ein differenziertes Bild.

Wer wird befragt?

Für den BrandenburgTrend werden 1.000 Wahlberechtigte befragt. Weil in Brandenburg auch 16jährige schon wahlberechtigt bei Landtagswahlen sind, werden also Brandenburgerinnen und Brandenburger ab 16+ befragt.

Woher kommt die Gewissheit, dass das wirklich ein realistisches Abbild der Gesellschaft ist?

Es handelt sich um eine repräsentative Umfrage. Das heißt: Die Auswahl der Befragten muss in einem verkleinerten Maßstab möglichst in allen Kriterien (Alter, Geschlecht, Haushaltsgröße, Bildungsstand, …) die zu erforschende Personengruppe abbilden. Deshalb werden nicht Menschen befragt, die sich beim Institut, beim rbb oder im Internet selbst melden, sondern zufällig ausgewählte Personen. Dann werden eben auch Menschen darunter sein, die sich für bestimmte Themen, zum Beispiel landespolitische Fragen, weniger oder gar nicht interessieren, oder die sich in sozialen Medien selten oder gar nicht äußern. Aber auch sie werden befragt, denn die Meinung aller Wahlberechtigten soll wiedergegeben werden. Nach der Umfrage werden die Ergebnisse gewichtet. Zum Beispiel: Wenn der Anteil von Frauen in der Umfrage geringer war als in der Realität, zählen Antworten von Frauen entsprechend mehr.

Ist die Zahl der Befragten überhaupt ausreichend?

Es ist finanziell und organisatorisch nicht möglich, Millionen oder Hunderttausende zu befragen. Deshalb wird für den BrandenburgTrend eine Zufallsstichprobe von 1000 Menschen befragt. Wenn man – zum Beispiel für die Prognose zum Ausgang einer Wahl – ein genaueres Ergebnis braucht, werden auch deutlich mehr befragt. An Wahlsonntagen bei Landtags- oder Bundestagswahlen werden zwischen 15.000 und 100.000 befragt.

Wie kommen die Meinungsforscher an die Telefonnummern?

Die Nummern werden vom Computer per Zufall ermittelt. So werden auch Personen erreicht, die ihre Nummer nicht im Telefonbuch eintragen lassen. Auch Mobilnummern werden angerufen.

Wann wird gefragt?

Für den BrandenburgTrend werden nicht tausend Menschen an einem Tag befragt, sondern im Verlauf von ein paar Tagen. Für den aktuellen Trend wurden Menschen von Donnerstag, dem 12. November, bis Dienstag, den 17. November, angerufen.

Kann man im Internet abstimmen?

Nein, es gibt nur Telefoninterviews.

Woher weiß ich denn bei einem Anruf, ob das eine seriöse Umfrage ist?

Die Anrufer sagen immer zu Beginn des Telefonats, dass sie von infratest dimap sind und in wessen Auftrag sie anrufen. Sie geben zu Beginn der Befragung auch einen Hinweis, wann und wo die Umfrage veröffentlicht wird. Da weiß man also genau, wofür gefragt wird.

Und was passiert mit den Informationen, die man am Telefon preisgibt?

Die Antworten werden beim Telefonat nicht aufgeschrieben, sondern vom Interviewer elektronisch erfasst und später mit den Antworten der anderen Befragten ausgewertet. Die Antworten werden von der Telefonnummer getrennt, eine Rückverfolgung der Daten einzelner Personen ist nicht möglich. Nach Namen wird nicht gefragt, die Angaben werden nur anonym verwendet.

34 Kommentare

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  1. 34.

    Auch „zu Ende lesen“ hilft einem dabei nicht wirklich weiter: Wenn 27 % sogar für eine Verschärfung sind, finden letztendlich auch diese die derzeitigen Maßnahmen nicht „angemessen“, sondern halten sie für im Grunde noch für zu lax. So oder stimmt mit dieser Überschrift grundsätzlich etwas nicht. Just my 2 cents.

  2. 33.

    Das bedeute auch, dass Jeder Zweite in Brandenburg Corona-Maßnahmen UNangemessen findet... XD

  3. 32.

    Ohne das eine oder andere inhaltlich bewerten zu wollen: beim Lesen dieser unfreiwillig schrägen Überschrift fällt einem (jedenfalls mir) sofort ein, dass man ebensogut und ohne Informationsverlust hätte schreiben können „Jeder zweite in Brandenburg findet Corona-Maßnahmen unangemessen“.

  4. 31.

    Hallo Gundolinchen, manchmal ist es hilfreich, den Bericht erst einmal zusende zu lesen, bevor man ihn kommentiert. Dort steht nämlich, dass 52 % die Maßnahmen angemessen finden UND 27 % für eine Verschärfung der Maßnahmen sind. Das macht zusammen 79%, was mehr als 3/4 der Befragten sind.
    Bleiben Sie gesund!

  5. 29.

    Kinder haben noch ihr Leben vor sich!
    Ich nicht, und ich fühle mich eingeschränkt und unterdrückt!

  6. 28.

    Ich hab die Verordnungen schon gelesen .... aber Sie verstehen nicht, dass es einfach Menschen gibt, die weder Radfahren noch Laufen können. Das sind meist Menschen, die eh schon gesundheitlich eingeschränkt sind und deren Gesundheitszustand sich jetzt weiter verschlechtern wird, weil eben schwimmen oder Rehasport nicht geht. Manchmal hilft nicht nur lesen, sondern auch denken!
    Auch für Kinder wäre Sport nötig. Stattdessen gibts neuerdings Heldenwerbung von Spahn und Co, wo zum Chipsfuttern im Bett oder Abhängen auf der Couch aufgerufen wird. Wie krank ist das denn? Wieviele werden den eigentlichen Sinn hinter diesen Werbespots einfach nicht verstehen ... und nach Corona werden wir eine fette, kranke Gesellschaft auf der Couch haben ... und die Menschen, die für die Erhaltung ihres Gesundheitszustandes und ihrer Mobilität bisher viel getan haben, fallen mal wieder hinten runter. So wie Kinder übrigens auch ...

  7. 27.

    Ja, da haben Sie recht. Auch ich finde, dass einige Maßnahmen nicht nachvollziehbar sind.
    Zum Beispiel spielen die Kinder im Hort gemeinsam, in der Schule haben sie Sport und auch in den Pausen treffen sie sich. In der Freizeit geht das nicht. Oder mein Rehasport. Wir waren im Kurs 8 Teilnehmer in einem großen Raum mit großen Fenstern. Die Hygiene war vorbildlich und trotzdem ist es nicht möglich. So gibt es sicher noch andere Beispiele.
    Die Maske in öffentlichen Räumen oder auch auf engen Straßen und Märkten ist sehr wichtig, da es immer noch Leute gibt für die Abstandsregeln ein Fremdwort sind.

  8. 26.

    Sorry, Sie haben recht. :-) Aber auch 11% halte ich für zu viel und genau so schlimm, dass noch mehr Menschen in blanker Panik verfallen sind.

  9. 25.

    "dass mehr als ein Viertel der Bevölkerung (27%) härte Maßnahmen wünscht!"
    Nein, das bedeutet das nicht automatisch. Ich würde mir z.B. andere Maßnahmen wünschen, statt z.B. vollkommen sinnbefreiten Masken im Freien z.B. die Schulen zu schließen. Ich halte die ergriffenen Maßnahmen der Regierung bis aus die Maske in öffentl. !!!Innen!!!-räumen, für falsch. Trotzdem würde ich bei der Umfrage in die Kategorie "härtere Maßnahmen" fallen.

  10. 24.

    Wie kommen Sie zu der Meinung, dass 48 Prozent derer, die die Maßnahmen unangemessen finden, sich damit "weniger " wünschen?

  11. 23.

    Ja, wenn hat man denn befragt??
    Ist bestimmt eine Statistik.
    Wie Lachhaft ist das denn.

  12. 22.

    Zu zweit um den See, das ist vielleicht was für Erwachsene, was ist mit den Kindern? Für die ist das noch nichts, die hätten gern eine Gemeinschaft.

    Die Bolzplätze sind bei uns abgeschlossenen.

    Warum ist Vereinssport für Kinder geschlossen, aber in der Schule der Sportunterricht erlaubt?

  13. 21.

    Wassernixe:
    "Was im Artikel nicht steht .... 1000 !!! Brandenburger hat man befragt. Mich leider nicht. Eine wirklich repräsentative Befragung!"

    Ich denke, dass die Frage, ob eine Umfrage repräsentativ ist, nicht davon abhängt, ob augerechnet auch "Wassernixe" befragt wurde.

  14. 20.

    Gundolinchen:
    ""Jeder Zweite in Brandenburg findet Corona-Maßnahmen angemessen". Das bedeute auch das sie jeder Zweite unangemessen findet - zu Recht. Dieser Albtraum der sinnlosen Corona-Maßnahmen nimmt kein Ende. Ich denke dieser Wahnsinn kann nur noch an der Wahlurne gestoppt werden."

    Sie haben nicht zuende gelesen. Denn von den Unzufriedenen will ungefähr die Hälfte schärfere Maßnahmen und ungefähr die andere Hälfte Lockerungen. Man kann also sagen: Ungefähr drei Viertel möchten keine Lockerung und ungefähr drei Viertel möchten keine Verschärfung der Maßnahmen.

    Den beiden Extrema, die eine Verschärfung oder eine Lockerung wollen, kann man es wohl kaum gleichzeitig recht machen.

    Im Einzelnen kann man natürlich immer hier und da etwas verbessern. Aber der Internationale Vergleich zeigt: Wir können nicht allzuviel falsch gemacht haben. Vergleiche Italien, USA, ...

  15. 19.

    Wenn ungefähr die Hälfte der Menschen hinter den Maßnahmen steht und jeweils ungefähr ein Viertel die Maßnahmen verschärfen bzw. lockern wollen, dann befindet sich die Regierung mit Ihrem Maßnahmen genau mitten in der Bevölkerung.

  16. 18.
    Antwort auf [Markus] vom 19.11.2020 um 21:26

    Falls es Ihnen entgangen sein sollte, alle Unterhaltungskünstler dürfen auch nicht singen. Der Unterschied ist nur, der Künstler bestreitet davon seinen Lebensunterhalt und die Kirchen leben von steuerlichen Zuwendungen. Und damit meine ich nicht die Kirchensteuer.

  17. 17.

    Aber Gundolinchen, wen wollen Sie denn wählen? Die Opposition kennt doch laut repräsentativer Umfrage niemand. Beispiel AFD hat 2019 bei der Wahl 23,5 % der Stimmen geholt, aber keiner kennt die Partei, oder den Vorsitzenden. Und die Umfrage ist repräsentativ, immerhin wurden 1002 von 2520000 Einwohner befragt. Schönen Gruß an die AK. Ach ich vergaß, die Sendung gibt es ja nicht mehr.

  18. 16.

    Die Überschrift könnte also auch lauten: Jeder Zweite in Brandenburg findet Corona-Maßnahmen nicht angemessen.

  19. 15.

    Ich habe mich in Geschäften, Öffis, etc. von Anfang an an die Maskenpflicht gehalten.
    Und ich verstehe die ewigen Ignoranten diesbezüglich auch nicht.

    Aber im privaten hat sich der Staat nicht einzumischen.
    Unmöglich, das Kindern vorgeschrieben wird, wieviel Freunde sie treffen sollen.
    Ein Jahr ist für ein Kind eine unendlich lange Zeit.
    Was wird bloß aus dieser verängstigten und unterdrückten Jugend, wenn sie groß ist?

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