Holzpfeiler ragen aus dem trockenen Flussgrund der Oder. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa-Zentralbild

Niedrigwasserkonzept vorgestellt - Brandenburg will das wenige Wasser nachhaltiger nutzen

Wegen geringer Niederschläge und dem Klimawandel droht Brandenburg Wassermangel. Um dem vorzubeugen, hat die Landesregierung ein neues Konzept erarbeitet. Das Ziel ist, Niedrigwasser nachhaltig in den Griff zu kriegen.

Klimaschutzminister Axel Vogel (Grüne) und Anke Herrmann, die im Umweltministerium für den Bereich Wasser zuständig ist, haben am Montag das Niedrigwasserkonzept des Landes Brandenburg vorgestellt. Brandenburg sei zwar reich an Gewässern, jedoch seien die Auswirkungen von fehlenden Niederschlägen zu spüren, sagte Umweltminister Axel Vogel bei der Vorstellung des Konzepts in Potsdam.

Es bestehe dringender Handlungsbedarf, sagte Vogel. Ein anderer Umgang mit der Ressource Wasser sei erforderlich. Wegen der durchlässigen Sandböden in Brandenburg reagiere der Wasserhaushalt sehr schnell auf Niederschlagsdefizite. Eine weitere Verschärfung durch den Klimawandel sei zu erwarten.

Neue Info-Plattform, flussgebundene Konzepte

Das Land Brandenburg kämpft nach drei Trockensommern in Folge zunehmend mit Niedrigwasser in den Flüssen. Die Niederschläge liegen den Angaben zufolge mit durchschnittlich 568 Millimeter im Jahr deutlich unter dem deutschlandweiten Mittelwert von 772 Millimetern. Die Verdunstungsmenge auf den großen Wasserflächen sei sehr hoch, zudem sei die mögliche Speichermenge in den sandigen Böden eher gering, erklärte Vogel.

Eine neue Info-Plattform zum Thema Niedrigwasser soll die Behörden unterstützen, hieß es. Geplant sind auch flussgebundene Niedrigwasserkonzepte. Künftig werde das Umweltressort erforderliche Daten unter anderem für Behörden, Gewässernutzer und Flächenbewirtschafter besser aufbereiten. Zudem müsse die bisherige Praxis der Wassernutzung an die klimatischen Bedingungen angepasst werden. So solle überschüssiges Wasser aus niederschlagsreichen Zeiten für Trockenperioden gesichert werden.

Nachhaltig mit Wasserressourcen umgehen

Konkrete Maßnahmen beispielsweise für einzelne Regionen seien nicht in das Niedrigwasserkonzept aufgenommen worden, hieß es. Dafür seien die Landkreise zuständig. Gegebenenfalls müsse jedoch das brandenburgische Wassergesetz geändert werden, um stärker Einfluss nehmen zu können, sagte Vogel. Möglicherweise müsse so auch die derzeit erlaubnisfreie Einrichtung privater Brunnen stärker reguliert werden.

Schon vor der Vorstellung am Montag hieß es, das Konzept setze auf ein nachhaltiges Wasserressourcenmanagement als ganzheitlicher strategischer Ansatz zum Umgang und insbesondere zur Vorsorge vor Niedrigwasser. Es solle eine Handlungsleitlinie und ein Arbeitsplan für die Wasserwirtschaftsverwaltung sein.

Das Landesniedrigwasserkonzept entstand in Zusammenarbeit von Umwelt- und Klimaschutzministerium, Landkreisen, kreisfreien Städten und der Gewässerunterhaltungsverbände.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.02.2021, 10:00 Uhr

53 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 53.

    Die Blamage findet gerade in einer ganz anderen Grössenordnung in freienbrink statt. Stöbern sie doch mal in alten Artikeln in denen der Bevölkerung so wenig wie möglich von den zu erwartenden Ausmaßen und Auswirkungen des Fabrik Baus vermittelt wurde. Weiter zu den rudimentären Antragsunterlagen Tesla s. Über ohne und dann doch mit pfahlgründung, Batterie Fabrik ja...nein..ja...Wasserverbrauch erst mehr dann weniger nach den Anhörungen wurde die Wassermenge wieder erhöht, die Batterie Fabrik wieder angekündigt, und die Grossspurige Ankündigung der dreifachen Aufforstung kleinlaut auf das gerade mal gesetzlich notwendige reduziert. Was für eine Blamage.. ach ja, Platz für ein neues Klärwerk, umspannwerk und Versorgungstrassen sowie eine eigene Autobahn auffahrt wird auch noch benötigt. Von immer noch nicht genehmigungsfähigen Antragsunterlagen... kaum zu glauben... ich kanns ihnen sagen, es wird in keinster Weise Genehmigungsfähigen Status erlangen... das weiss der grüne Umweltminister

  2. 52.

    Der Großteil des Wasser für den Rasensprenger verdunstet schnell wieder

  3. 51.

    Ich gehe zum Glauben in die Kirche. Hier geht es aber um. reale Fakten, denen es Ihnen mangelt. Sie müssen deshalb auf mythischen ausweichen.

    Dazu gehört auch Ihre Aussage von neulich zu BMW. Wer die alten Grundsatzdiskussionen verfolgt hatte, kennt auch die Veröffentlichungen zur Standortentscheidung. In keiner mir bekannten wird Ihre Aussage bestätigt und aus der Erfahrung heraus bin ich mir sicher, dass Sue dafür keine Quelle liefern können. Grünheide schied u.a. wegen der Nähe zu Mercedes-Werken (eines davon im WSG Ludwigsfelde) und fehlenden sozialen Infrastruktur aus. Stöbern Sie auch mal wieder in den Diskussionen zu alten Artikeln. Das erspart Ihnen so manche Blamage.

  4. 50.

    Zu ihren „Verschwendern“ würde das Recycling helfen, aber Leidenswegen Kläranlagen das gereinigte Wasser nicht zur Beregnung nutzen sondern müssen in die Vorflut oder Flüsse einleiten. Ungeklärte Schweinegülle darf wenn auch in kontrollierten Mengen und Zeiten auf die Felder.
    Ansonsten dürften die kleinen Gartenbrunnen in ihrer großen Menge ein relevanter Faktor sein, aber durch die Versickerung überschaubar, wenn man verpflichtend messen und auch dort Wassernutzungsentgelte kassieren würde. Das ist ja eines der angesprochenen Probleme, man weiß nicht wieviele Brunnen es gibt und wieviel Wasser aus welchen Schichten entnommen wird. Bis auf die Wasserversorger und Große Industrieunternehmen muss kaum jemand seine Entnahmemengen melden und bezahlen.

  5. 49.

    Wenn ihnen Grünheide zu “öde“ ist, warum sind sie dann dort hin gezogen? Oder gehören sie zu jenen, die glauben, dass es bei der Fläche für Tesla bleibt? Oder wollen sie auch nicht verstehen, dass das Naturschutzgebiet Löcknitztal indirekt betroffen ist? Das ständige lamentieren über irgendwelche Werte von miv und bev interessiert mich nicht... in einigen Jahren wird nichts mehr zu sehen sein vom Grünheider Wald und Seen Gebiet...

  6. 48.

    Ich weiß, wo eine "reiche natürliche Umgebung" in Grünheide zu finden ist. Da wächst wesentlich mehr als nur Kiefern und Moos. Sie haben davon aber ebenso wenig Ahnung wie vom Thema dieses Artikels. Das haben Sie oft genug bewiesen und wollen trotzdem, dass die Politik willkürlich handelt. Geltendes Recht interessiert Sie aus persönlichen Gründen nicht. Brandenburg löst sein Wasserproblem nicht durch Rechtsbeugung nach Ihrem Gusto.

  7. 47.

    Warum wird hier immer so getan, als würden Brunnenbesitzer, die ihren Garten sprengen Wasser vernichten? Das geförderte Grundwasser versickert zum großen Teil wieder. Der restliche Teil wird von Flora und Fauna im Garten aufgenommen, bzw. verdunstet wieder und kommt an anderer Stelle als Regen nieder. Das Wasser wurde also nicht verschwendet, oder "verbraucht", im Gegenteil hilft es vielen Organismen in trockenen Zeiten zu überleben. Alle die hier so laut rumschreien, sollten erstmal selber darüber nachdenken, wie sie mit Wasser umgehen. Der Geschirrspüler, die Waschmaschine, das Duschen und das Autowaschen, all dieses verschmutzt und verbraucht Wasser, nicht der Rasensprenger.

  8. 46.

    Ja, aber Sie springen sofort auf diese kleine Provokation an und ziehen mit sachlichen, vielleicht sogar richtigen Argumenten den Fokus der Diskussion auf das T Wort. Somit bleibt wenig Platz für das eigentliche Thema, was eben nicht Tesla ist. Die Wasserproblematik (Qualität und Quantität) in BRB ist ja älter als die Firma Tesla selbst.
    Wäre daher hilfreich, wenn Sie beim Thema bleiben auch wenn Wasser für Tesla eine große Herausforderung ist. In BRB gibt es aber noch viel mehr als Tesla. Das gilt natürlich auch für Ihre „Gegner“. Manche Bemerkung kann man z. B. unkommentiert stehen lassen.

  9. 45.

    Danke für den Bericht aus erster Hand. Er spiegelt genau das wieder, was von den Befürwortern unter allen Umständen vertuscht werden soll. Nämlich der politische Hintergrund, der die wunderschöne Region vernichten wird womit auch schnell begonnen wurde. Keine Spur von Umweltschutz. Hier geht's nur um interne Interessen zu noch mehr Profit, jedoch nicht für den Normalverbraucher. Ich wünsche den Grünheidern, die wissen in welch reicher natürlicher Umgebung sie wohnen, die Kraft sich gegen politische Willkür durchzusetzen.

  10. 44.

    Genau endlich werden die letzten zusammenhängenden Waldflächen versiegelt und durchschnitten. Endlich wird das letzte bisschen Wald bei erkner für die Umgehungsstraße platt gemacht und die Feuchtgebiete trocken gelegt. Dann haben wir bestimmt noch mehr Platz für die fünfte Ausbaustufe der GIGA Fabrik. Grundwasser wird ausschliesslich den GIGA Firmen vorbehalten. Und deswegen werden alle Eigenheimbesitzer enteignet. Und Herr Musk hat Platz um die Welt zu retten. Endlich passiert mal was....über Umwelt und Klimaschutz reden wir wenn alles erledigt ist!

  11. 43.

    siehe Kommentar 2.

    Und gerade ein wohl redlich verdienter Pool bringt viel Lebensgefühl, gerade in Pandemiezeiten. Und das Beste: das Wasser wird nach der Saison sauber wieder "zurückgegeben". Nur der "Krach" kann den Nachbarn belästigen, wie ein Trampolin auch - aber das ist eher ein Rücksichts- nicht ein Ressourcenproblem.
    P.S. Wasser aus einem Brunnen ist für den Pool ungeeignet, sondern er wird über das Trinkwasser gespeist und auch b e z a h l t. Durch die MwSt haben dann wieder alle was davon...womit Neid und Missgunst unangebracht sind.

  12. 42.

    Eigentlicher Bezugspunkt ist Kommentar 01, auf den sich 08 und 33 beziehen.
    Das ist die Praxis, der Bericht ist die Theorie.

  13. 40.

    Nach dem rbb-Bericht schlugen die Wellen hoch. Schuldzuweisungen gegenüber dem Bürgermeister Z. eskalierten, Es war Thema in der Gemeindevertretung. Man hat dann eine Einwohnerversammlung anberaumt (Turnhalle der Schule mit 50 Plätzen). Draußen stand noch die ca. vierfache Menge und skandierte Rücktrittsforderungen und das er rauskommen soll um Rede und Antwort zu stehen. Es war Pogromstimmung. Es ging dann die ihm treu ergebene Vorsitzende der Gemeindevertretung (LINKE vorher aktiv SED) raus und versuchte zu besänftigen.
    Man will jetzt untersuchen lassen, ob man teilgeklärte Abwässer einleiten kann. Der Golfklub darf immer noch entnehmen, d.h. man beseitigt Auswirkungen aber keine Ursache. Der Berufsstand des Fischers ist gefährdet, der See als Erholungsgebiet verliert an Bedeutung und damit die Region. Die Kommunalaufsicht und Landesregierung interessiert es nicht. Das ist der Stand Anfang des 21. Jh im Land BB, einer Region, die unter Stolpe und Platzeck wirklich mal geblüht hat.

  14. 39.

    Der Text der Predigt: "Wir sind hier, wir sind laut, weil Tesla unser Wasser klaut."

  15. 38.

    Ihre Ideologie behindert Ihren Blick über den Tellerrand gewaltig. Aber schön, wie auch Sie mit Tesla von den eigentlichen Problemen ablenken wollen. Haben Sie einen schön grünen Garten, vielleicht sogar mit Pool für Ihre Kinder?

  16. 37.

    Nochmal zum Artikel und auch dem was gestern im Fernsehen lief. Gibt es irgendwo greifbare Details zu dem Konzept. Das was man hier lesen kann ist doch kein Konzept was konkret weiterhilft. Viel Konjunktiv und nix konkretes außer einer Infoplattform, die aber alleingestellt keinen einzigen Tropfen Wasser sichert.

  17. 36.

    "punktuelle Einschränkungen der direkten privaten Grundwasserentnahme durch Brunnenanlagen" Wer kontrolliert eigentlich dann die vielen kleinen privaten Brunnen, die nur anzeige- aber nicht genehmigungspflichtig sind? Deren Zahl hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Zudem wird dort auch von einer großen Zahl "schwarz" gebohrter Brunnen ausgegangen.

  18. 35.

    Herr Neumann hat leider die Diskussion wieder in Richtung T... gelenkt. Passiert leider immer wieder dass beim Thema Wasser in BRB dieses eine Projekt den Fokus auf sich zieht und damit von den anderen Problemen wegzieht. Gibt aber noch genügend Menschen die es schaffen das ganzheitlich zu betrachten.

  19. 34.

    Im Neubau wird mehr Rücksicht auf Regenwasser genommen, wobei damals eher Hochwasservermeidung die Motivation war.
    Im Bestandsbau gibt es aber noch reichlich Regenwasser was ungenutzt in die Vorfluter abgeleitet wird. Hab ich letzten Sommer mit dem Fahrrad reichlich sehen dürfen. In Lunow wurde die Straße zum Bach wenig später verschwand das Wasser Richtung Oder. Irgendwo bei Garz ähnlich nur dann halt in irgendeinen Graben zu irgendeinem Bach der es zur Oder auch nicht mehr weit hatte. Das Wasser war weg, kam von Dächern und Straßen.
    Auch jetzt der Schnee wird Großteils in der Kanalisation verschwinden. Fast alle fegen den Schnee zum Bordstein wo er beim tauen schnell abfließen kann. Ich mach mir die kleine Mühe und schaufel es in den Vorgarten.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Bild in groß
Bildunterschrift