Cottbus
Bild: dpa/Bahnmueller

Cottbus - Brandenburgs Kohlestadt muss sich neu erfinden

Die kreisfreie Stadt Cottbus ist das wichtigste Zentrum im Süden Brandenburgs. Eine besondere Herausforderung für die Stadt ist der Kohleausstieg bis 2038. Politisch erlebte Cottbus zuletzt einen Absturz für SPD und Linke und wachsende Unterstützung für die AfD.

Cottbus ist nach Potsdam die zweitgrößte kreisfreie Stadt Brandenburgs. Sie ist, umgeben vom Landkreis Spree-Neiße, das wichtigste Zentrum für den Süden des Landes. Entsprechend bestimmen auch in der Stadt die Themen des Umlandes die politische Agenda. So fallen in Cottbus viele Entscheidungen bei der umstrittenen Braunkohleförderung in der Lausitz. In der Stadt sind eine Vielzahl von Unternehmen ansässig, dazu gehört beispielsweise die LEAG, die von Cottbus aus die Verwaltung von Tagebauen und Kraftwerken in Ostdeutschland steuert.

Ringen um den Großstadt-Status

Trotzdem leidet Cottbus wie andere Regionen Brandenburgs auch unter Bevölkerungsschwund. Die Stadt, zu DDR-Zeiten noch belebtes Zentrum einer starken Region mit Kohle- und Energieindustrie, erreichte 1976 erstmals die Marke von 100.000 Einwohnern, ab der eine Stadt zur Großstadt wird. In den vergangenen Jahren musste die Kommune immer wieder mit dieser wichtigen Schwelle ringen. Derzeit liegt sie mit gut 101.000 Einwohnern wieder etwas über der Großstadt-Grenze.

Mit dem Vollzug der deutschen Einheit im Oktober 1990 begann durch die Privatisierung der Wirtschaft ein tiefgreifender Strukturwandel in Stadt und Region. Cottbus wurde zu einem Dienstleistungs-, Wissenschafts- und Verwaltungszentrum. Nach dem für 2038 geplanten Kohleausstieg soll die Lausitz nach dem Willen des amtierenden Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) eine Modellregion für den Klimaschutz werden.

Kulturelles Zentrum der Sorben in Brandenburg

Dabei soll der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) eine besondere Bedeutung zukommen. Die BTU gliedert sich in sechs Fakultäten, außerdem sind zahlreiche Forschungszentren angesiedelt.

Im kulturellen Bereich beheimatet die Stadt Cottbus eine Vielzahl von Theatern, Bühnen und Ensembles. Das bekannteste ist wohl das Staatstheater Cottbus, erbaut nach Entwürfen des Architekten Bernhard Sehring. Es ist das einzige staatliche Theater in Brandenburg und stellt Schauspiel, Musiktheater und Ballett dar.

Außerdem ist Cottbus das politische und kulturelle Zentrum der Sorben in Brandenburg. In Chóśebuz, wie die Stadt auf sorbisch heißt, sitzen die Domowina, die Stiftung für das sorbische Volk sowie weitere Kultureinrichtungen der Minderheit.

CDU siegte, AfD auf Anhieb bei sieben Prozent

Politisch konnte bei der letzten Kommunalwahl 2014 die CDU mit etwa 28 Prozent einen überraschenden Sieg einfahren. SPD und Linke stürzten geradezu ab und lagen am Ende beide nur noch bei rund 21 Prozent. Die AfD, damals noch vornehmlich Euro- und Europa-Skeptiker, landete mit 7,2 Prozent aus dem Stand vor den Grünen.

Am 26. Mai werden in Brandenburgs zweitgrößter Stadt in vier Wahlkreisen insgesamt 50 Vertreter der neuen Stadtverordnetenversammlung bestimmt. Zur Wahl stehen die Kandidaten folgender Parteien und Bündnisse: CDU, Linke, SPD, AfD, Grüne, AUB-BVB/Freie Wähler, FDP, NPD, SUB (Sozialer Umbruch Cottbus) sowie UC! (Unser Cottbus!). Außerdem wird in den zwölf Ortsteilen der Ortsbeirat neu gewählt.

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