Oberspreewald-Lausitz
Bild: dpa/Patrick Pleul

Oberspreewald-Lausitz - Seenland statt Tagebau

Ehemals Braunkohlerevier ist im Landkreis Oberspreewald-Lausitz aus den Tagebauen inzwischen eine gewaltige Seenlandschaft entstanden. Doch obwohl immer mehr Touristen kommen, geht die Einwohnerzahl weiter zurück. Politisch liegen SPD und CDU fast gleichauf.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz liegt im Süden Brandenburgs und stellt einen guten Querschnitt durch die Lausitz dar - mit der Oberlausitz, dem Lausitzer Bergland, der Niederlausitz und dem Oberen Spreewald. Wie im Nachbarkreis Spree-Neiße hat die Braunkohle auch für Oberspreewald-Lausitz eine wichtige Bedeutung, doch ist der Tagebau hier inzwischen fast schon Geschichte. Aktive Tagebaue gibt es hier seit den 1990er-Jahren nicht mehr. Aus dieser Zeit sind jedoch noch viele Chemie-Standorte erhalten geblieben, die auch heute noch Jobs bieten. So stellt beispielsweise in Schwarzheide der Chemie-Konzern BASF Kunststoffe her und betreibt eine große Forschungsabteilung - die Wurzeln dafür liegen im Kohleabbau.

Trotzdem verliert die Region dramatisch Einwohner. Derzeit leben rund 111.000 Menschen in Oberspreewald-Lausitz, kurz nach der Wende waren es noch knapp 160.000, Prognose weiter sinkend. Die Arbeitslosenquote liegt mit aktuell 8,2 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt von 6,1 Prozent, wenngleich die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist. Jobs suchen und finden viele junge Menschen oft außerhalb des Landkreises Oberspreewald-Lausitz.

Hoffnungen auf Tourismusregion Lausitzer Seenland

Gegen den Bevölkerungsschwund ankämpfen will der Kreis mithilfe des Tourismus, der ebenfalls indirekt mit der Braunkohle zu tun hat. Die gigantischen, aufgegebenen Tagebaue werden nach und nach mit Wasser geflutet: Es entsteht eine gewaltige Seenlandschaft mit mehr als 20 künstlichen Seen. Das Lausitzer Seenland soll, wie es heißt, einmal die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas werden.

Der Spreewald, den sich der Kreis mit dem Nachbarlandkreis Dahme-Spreewald teilt, zählt mit seinen unzähligen Fließen, Wiesen und urwüchsigen Mischwäldern zu einem beliebten Ziel für Urlauber. Außerdem hat sich der Radtourismus mittlerweile zu einem touristischen Markenzeichen entwickelt. Über 580 Kilometer ausgeschilderte Radwanderwege verbinden die Regionen zwischen Spreewald und Kmehlener Berge und überregional den gesamten Südbrandenburger Raum mit dem Freistaat Sachsen und mit Nordbrandenburg.

NPD liegt vor den Grünen

Politisch ist im Kreis Oberspreewald-Lausitz derzeit die SPD mit 15 Sitzen (29,3 Prozent) knapp vor der CDU mit 14 Sitzen (28,2 Prozent) stärkste Partei. Auf Platz drei liegt die Linke mit 18 Prozent der Stimmen. Erwähnenswert ist, dass die rechtsextreme NPD mit 4,3 Prozent bei den letzten Kommunalwahlen mehr Stimmen holte als die Grünen. Die AfD trat in Oberspreewald-Lausitz 2014 hingegen nicht in Erscheinung.

Am 26. Mai werden in fünf Wahlkreisen die 50 Vertreter des neuen Kreistags gewählt. Daneben wählen die Bürgerinnen und Bürger der 25 Städte und Gemeinden des Landkreises auch neue Stadtverordnete und Gemeindevertreter, insgesamt 17 ehrenamtliche Bürgermeister sowie in 68 Ortsteilen insgesamt sieben Ortsvorsteher und 61 Ortsbeiräte.

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