Der Cottbusser Ex-Radprofi Danilo Hondo (Quelle: imago/Jan Huebner)
Bild: imago/Jan Huebner

2005 bereits wegen Dopings gesperrt - Cottbuser Ex-Radprofi Danilo Hondo gesteht Blutdoping

Die Dimensionen des mutmaßlichen Dopingnetzwerks um den Erfurter Sportarzt Mark S. werden offenbar immer größer. In einem Interview mit der ARD-Dopingredaktion gab der Ex-Radprofi Danilo Hondo nun zu, ebenfalls bei dem Erfurter Mediziner in Behandlung gewesen zu sein. Demnach ließ der Cottbuser sein Blut drei bis vier Mal behandeln.

"Der große Fehler meines Lebens"

"Er hatte dann schon vehement versucht, Druck auszuüben, dass das schon eine Geschichte ist, die Sinn macht, die doch sehr weit verbreitet ist", wird Hondo zitiert, "dann habe ich schlussendlich leider Gottes den großen Fehler meines Lebens getan und dieser Geschichte zugestimmt."

Cottbuser war bereits gesperrt

Hondo wurde 1994 Bahn-Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung. Außerdem gewann der heute 45-Jährige zwei Etappen beim Giro d'Italia 2001 und die deutsche Straßenmeisterschaft.

Hondo wurde 2005 nach einer positiven Dopingkontrolle für zwei Jahre gesperrt. Nach seinem Karriereende 2014 arbeitet der Cottbuser seit 2015 als Nationaltrainer in der Schweiz.

"Ich habe den Radsportverband am Sonntag früh informiert, alle sind geschockt", sagte Hondo gegenüber der ARD-Dopingredaktion, "mir war gleich klar, dass es keine Zukunft im Radsport mehr für mich geben würde - zumal ich offiziell auch noch Wiederholungstäter bin."

Auch gegen den ehemaligen Eisschnellläufer und Olympia-Teilnehmer Robert Lehmann-Dolle steht der Verdacht wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen im Raum. Sportler aus insgesamt acht verschiedenen Nationen sollen Kunden bei Mark S. gewesen.

Sendung: rbb UM6, 12.05.2019, 18 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Aber die Mitstreiter und Gegner sind doch oft ebenfalls gedopt!
    Im Leistungssport geht es nun mal nur um Erfolge, Erfolge, Erfolge. Von wegen „Dabeisein ist alles“: Bei den angeblich so völkerverbindenden Olympischen Spielen drückt man den Gewinnern ihre Nationalflagge in die Hand. Alle starren auf den Medaillenspiegel. Funktionäre und Politiker fordern vordere Plätze, sonst ist Krise angesagt. Und die Medien wollen wie die meisten Zuschauer vor allem Gewinner sehen.
    Die sollen dann aber, Ausdruck der Verlogenheit unserer Gesellschaft, bitte in jeder Hinsicht „sauber“ und moralisch einwandfrei sein, weil wir uns gern zusammenphantasieren, Sportler wären bessere Menschen.
    Würde man die immer strengeren Dopingregeln bspw. auch im Kulturbereich anwenden, müssten große Teile der Kunstgeschichte für ungültig erklärt werden. Denn was da alles für Mittelchen genommen wurden ... Aber da ging es natürlich nicht um so wichtige Dinge wie Balltreten, Im-Kreis-Lafen oder Übers-Stöckchen-Hüpfen.

  2. 3.

    Das wäre das Ende jeglichen Progisports! Oder meinen Sie im Fußball, Leichtathletik, Rudern usw. usf. wäre es anders?

    So war es schon immer, suchen Sie mal nach "WM+1954+Pervitin". Ohne "Panzerschokolade" wäre die deutsche Nationalmannschaft 1954 nie Weltmeister geworden.

    https://www.derwesten.de/sport/fussballer-bei-wm-1954-laut-studie-gedopt-id3872105.html

    Rudi Altig nannte man die "rollende Apotheke". Alles aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen.

  3. 2.

    War also nur eine "Geschichte". Aus der ersten Strafe also nix gelärnt.

  4. 1.

    Wie wäre es denn, wenn man als Verein in die Verträge eine Anti-Doping-Klausel aufnimmt, die die Sportler bei Bruch (auch noch nach mehreren Jahren) sowas von finanziell ausbluten lässt, dass sie es sich schon aus finanziellen Gründen, wenn schon nicht aus moralischen, dagegen entscheiden ihre Mitstreiter, Gegner und das Publikum zu betrügen!


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