Trainer Claus-Dieter Wollitz feuert seine Mannschaft an (Quelle: imago images / Revierfoto)
Audio: Inforadio | 10.05.2019 | Andreas Friebel | Bild: imago images / Revierfoto

Letztes Heimspiel der Saison - Cottbus freut sich auf den Showdown gegen Aalen

Monatelang dümpelte Energie Cottbus wie aussichtslos auf einem Abstiegsplatz der dritten Liga. Nach dem Sieg gegen Uerdingen könnten die Lausitzer aber nun am Samstag gegen Aalen den entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt machen. Von Andreas Friebel

Wie ein Sieg doch alles verändern kann. War Cottbus vor ein paar Tagen gefühlt schon abgestiegen, ist nach dem Erfolg gegen Uerdingen nichts mehr wie es war. Nicht nur in der Tabelle, in der die Lausitzer einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze haben, sondern auch in der Stadt - und dort besonders im Energie-Fanshop am Altmarkt.

Da werden seit Montag Eintrittskarten fast im Minutentakt verkauft. Rund 8.000 Tickets waren bis Donnerstagmittag raus - so groß war die Nachfrage schon seit Monaten nicht mehr. Etwa 13.000 Fans werden am Samstag zum Showdown gegen Aalen erwartet. "Wir sind uns über die Situation bewusst und wollen alle Gas geben. Unser Ziel ist der Klassenerhalt", sagt Mittelfeldspieler Daniel Bohl.

"Das wird kein Selbstläufer"

Ein Selbstläufer wird das aber nicht. Aalen ist zwar abgestiegen, kommt aber völlig ohne Druck nach Cottbus. Das ist nicht ganz ungefährlich. "Das wird kein Selbstläufer. Das wissen wir. Es gibt sicherlich angenehmere Aufgaben. Auch weil immer die Vergangenheit diskutiert wird", erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Mit der Vergangenheit meint der Cottbuser Trainer das Abstiegsjahr 2016. Energie stand damals auch über dem Strich und hätte mit einem Heimsieg über den Mainzer Nachwuchs die Klasse halten können. Weil es für die Gäste um nichts mehr ging, schien ein Sieg nur Formsache. Cottbus verlor aber durch zwei späte Tore mit 2:3. Im Stadion der Freundschaft war es an diesem 14. Mai vor 15.000 Zuschauern plötzlich ganz still.

Daniel Bohl kann sich daran noch sehr gut erinnern. Er spielte damals für Mainz. "Das war schlimm, wenn man auf die Tribüne geschaut hat und die Menschen gesehen hat. Das gönnt man niemanden. Aber in unserem Kopf war nur drin, dass wir gewinnen wollen." Drei Jahre später stehen die Lausitzer vor einer ähnlichen Situation. "Das muss raus aus den Köpfen. Hier spielt jetzt eine ganz andere Mannschaft. Jetzt ist 2019. Jetzt wollen wir den Klassenerhalt schaffen. Die Vergangenheit ist egal."

Rechenspiele bei den Abstiegskandidaten

Um am Samstag schon tatsächlich die Liga zu halten, ist ein Cottbuser Sieg Grundvoraussetzung. Außerdem sollte die Konkurrenz patzen. Wenn drei der Teams, die hinter Energie in der Tabelle stehen - Lotte, Jena, Großaspach, Köln (Aalen ist bereits abgestiegen) - verlieren, wäre das Team von Claus-Dieter Wollitz gerettet. "Wenn wir Samstag nach einem Sieg 44 Punkte hätten, sind wir mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht gerettet. Nach dem letzten Spieltag müssten 44 Punkte aber reichen."

Da aktuell noch acht Mannschaften im Abstiegskampf stecken und diese zum Teil auch noch direkt aufeinandertreffen, sind Prognosen zum Klassenerhalt schwer. Deshalb konzentriert sich Wollitz auch nur auf seine Mannschaft und sein Spiel. "Da habe ich genug zu tun. Alles andere lenkt nur ab!"

Die Tabelle der 3. Liga nach dem 36. Spieltag

12. 1860 München -1 44
13. Eintracht Braunschweig -5 44
14. SpVgg Unterhaching +1 42
15. Energie Cottbus -8 41
16. Sportfreunde Lotte -11 40
17. FC Carl Zeiss Jena
-14 40
18. Sonnenhof Großaspach -6 39
19. Fortuna Köln -23 39
20. VfR Aalen -16 30

Sendung: rbb UM6, 09. Mai 2019, 18 Uhr

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