Eduard Geyer - früherer Trainer des FC Energie Cottbus (Quelle: dpa/Sebastian Kahnert)
Audio: rbb UM6 | 07.10.2019 | Torsten Michels | Bild: dpa/Sebastian Kahnert

Ex-Trainer von Energie Cottbus - Gnadenlos gut - Eduard Geyer wird 75

Die großen Erfolge von Energie Cottbus sind eng mit seinem Namen verbunden: Eduard Geyer führte die Lausitzer bis in die Bundesliga. Am Montag nun wird "Ede Gnadenlos", der letzte Trainer der DDR-Nationalmannschaft, 75 Jahre alt. Von Andreas Friebel

 

Das Haar ein bisschen grauer, die Falten ein bisschen tiefer, aber sonst ist Eduard Geyer noch immer Eduard Geyer. Der Sachse mit dem manchmal etwas knorrigen Humor hat auch viele Jahre nach seinen großen Erfolgen noch immer seine Fans, egal ob zuhause in Dresden oder beim Urlaub im Spreewald.

Seit 1994 Trainer beim FC Energie

"Ich war neulich im Kahn unterwegs, und mich haben viele Leute gegrüßt, die ich gar nicht kannte. Das war schön. Ansonsten bin ich auch viel bei den Heimspielen von Dynamo. Da fragen immer noch viele Menschen nach Autogrammen oder Selfies. Vor allen Dingen nach dem Spiel, wenn sie was getrunken haben", lacht Eduard Geyer, der als Spieler mit Dresden seine größten Erfolge feierte.

Als Trainer sorgte er in Cottbus für Furore. Der Bundesliga-Aufstieg ist eng mit seinem Namen verbunden. Als Geyer 1994 die drittklassigen Lausitzer übernahm, war an erste Liga noch nicht zu denken. Die Qualität der Spieler habe nicht ausgereicht und er habe nur wenig Torschüsse trainiert, sagt Geyer - "sonst hättest du im Anschluss eine Stunde die Bälle gesucht".

"Das tut mir heute noch weh"

Weshalb Eduard Geyer auch nach einem Jahr  Cottbus wieder verlassen wollte. Doch er blieb - über zehn Jahre. Mit ihm gelang erst der Sprung in die zweite Liga und 2000 dann sogar der Aufstieg in die Bundesliga. Drei Jahre hielten sich die Lausitzer dort. In dieser Zeit schlugen sie sogar den FC Bayern München.

Als 2004 die schnelle Rückkehr in die Bundesliga verpasst wurde, musste Geyer ein paar Monate später gehen. "Das tut mir heute noch weh, dass wir den Aufstieg nicht gleich wieder geschafft haben. Und dann kamen natürlich Leute, die meinten, sie schaffen es besser. Am Anfang hat der Abschied wehgetan. Inzwischen sehe ich es entspannter. Ich hatte zehn schöne Jahre in Cottbus und irgendwann war Schluss", blickt Geyer zurück.

Seit 2008 im Ruhestand

Nach seiner Zeit in der Lausitz trainierte Eduard Geyer noch kurz einen Klub in Dubai, Unterschrieb bei Sachsen Leipzig und kehrte für ein Jahr zu seinem Heimatklub Dynamo Dresden zurück. So erfolgreich wie in Cottbus war er aber nicht mehr. 2008 verabschiedete sich "Ede Gnadenlos" in den Ruhestand. Und den genießt er bis heute im Kreis der Familie. "Ich bin den Enkeln gegenüber mehr guter Opa, als vorher, wo ich ein strenger Vater war", sagt Geyer, der früher seine Kinder noch nicht einmal freiwillig beim Halma spielen gewinnen ließ.

Gemeinsam mit seiner Frau Angelika lebt Geyer nach wie vor in Dresden. Dort feiert er heute mit einer kleinen Kaffeerunde seinen Geburtstag. Am Samstag gibt es dann eine große Party. "Ich feiere gern. Und mit 75 darf man sich das auch mal gönnen."

Arbeiter, Lautsprecher, Erfolgstrainer

Sendung: rbb UM6, 07.10.2019, 18.00 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 4.

    Er war ein toller Kerl, aus wenig hat er viel gemacht! Hart, aber fair...Glückwunsch Ede

  2. 3.

    @rbb Warum steht in dem Beitrag nichts von seiner Stasi-Vergangenheit? Da war Geyer bestimmt auch „gnadenlos gut“.

  3. 2.

    Guter Kommentar! Für den waren ja auch öfter mal die „Westschiedsrichter“ schuld wenn CB verloren hat.

  4. 1.

    Wenn alle "IM"´s kommen, wird es eine große Party

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