Die ausverkaufte Lausitzarena beim Springermeeting in Cottbus 2019 (Quelle: imago/Steffen Beyer)
Audio: rbb | 28.01.2020 | Jörg Reimann | Bild: imago/Steffen Beyer

Springer-Meeting in Cottbus - Bloß nicht reißen

Das Teilnehmerfeld beim Springer-Meeting in Cottbus liest sich wie ein WM-Finale. Eine aber wird am Mittwoch in der Lausitz-Arena fehlen: Hochsprung-Weltmeisterin Mariya Lassizkene ist als russische Athletin gesperrt - zum Ärger der Veranstalter. Von Andreas Friebel

Neben dem Turnier der Meister gehört das Springer-Meeting zu den alljährlichen Höhepunkten in der Sportstadt Cottbus. Zur inzwischen 18. Auflage haben wieder hochkarätige Hochspringerinnen und Stabhochspringer zugesagt.

Außer der aktuellen Hochsprung-Weltmeisterin Marija Lassizkene: Die Russin hatte im vergangenen Jahr in der Lausitz einen neuen Meeting-Rekord (2,02 Meter) aufgestellt. In diesem Jahr wollte Lassizkene eigentlich ihre Goldmedaille verteidigen - daraus wird allerdings nichts: Sie bekommt keine Starterlaubnis als neutrale Athletin, die nötig wäre.

Die russische Hochspringerin Marya Lasitskene (Quelle: imago/Steffen Beyer)
Die russische Hochspringerin Marija Lasitskene stellte im vergangenen Jahr in Cottbus einen neuen Meetingrekord auf. | Bild: imago/Steffen Beyer

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat russische Athleten nach massiven Dopingverstößen gesperrt. Nur wer als "sauber" gilt, darf unter neutraler Flagge starten. Was im Fall von Lassizkene eigentlich kein Problem sein dürfte, denn die 27-Jährige ist schon seit 2017 als neutrale Athletin unterwegs. Meeting-Direktor Uli Hobeck hat sich daher in einem Schreiben an den internationalen Verband "World Athletics" und dessen Präsidenten Sebastian Coe gewandt, um Lasitskenes Antrag auf den so genannten ANA-Status zu unterstützen. Eine Antwort hat er allerdings nicht bekommen.

Kendricks will "König" Lisek einen Kampf liefern

Solche Probleme hat der aktuelle Stabhochsprungweltmeister Sam Kendricks nicht. Der US-Boy landete wie geplant am Montag in Berlin und trainierte am Dienstag erstmals in der Lausitz-Arena. "Dieses Meeting in Cottbus ist wirklich etwas Besonderes. Man merkt, dass die Organisatoren ganz viel Herzblut in die Veranstaltung stecken", sagte er.

Nach 2018 und 2019 ist der 27-Jährige das dritte Mal in Cottbus. "Ich will dem 'King of Cottbus' einen echten Wettkampf liefern", kündigt Kendricks an, der den Polen Piotr Lisek als "König" bezeichnet. Drei Mal hat Lisek in der Lausitz schon gewonnen. Bei der Weltmeisterschaft in Doha hatte aber Kendricks die Nase vorn.

Zuschauerinteresse ist hoch

Beim Treffen der Weltstars darf natürlich auch die aktuell beste deutsche Hochspringerin nicht fehlen: Hallenmeisterin Imke Onnen. Sie ist allerdings im Teilnehmerfeld auch die einzige Deutsche. Sicher hätte das Publikum auch beim Stabhochsprung der Männer einen deutschen Starter gern gesehen - dooch da gibt es leider eine Lücke.

Aber auch so ist das Zuschauerinteresse an der Veranstaltung sehr hoch: Als Anfang Dezember der Ticketverkauf begann, waren die knapp 2.000 Karten innerhalb weniger Tage vergriffen.

Ähnlich hoch war auch das Interesse bei den Sponsoren, die einen Großteil des etwa 140.000 Euro Etats aufbringen. Ein nicht unerheblicher Teil fließt dabei in die Antrittsprämien der Starter, die aber  nicht nur wegen des Geldes nach Cottbus kommen: Auf dem Springer-Meeting werden erstmals auch Qualifikationspunkte für die nächsten Olympischen Spiele vergeben.

Sendung: Inforadio, 28.01.2020, 11:15 Uhr

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