Vereinsmitglieder der SG Eintracht Peitz pflanzen einen Baum (Quelle: rbb)
Video: rbb UM6 | 16.11.2020 | Torsten Michels | Bild: rbb

SG Eintracht Peitz - Wie ein Brandenburger Fußballklub klimaneutral werden will

Nur ein paar Kilometer vom Kohlekraftwerk in Jänschwalde entfernt hat sich die SG Eintracht Peitz ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie will Deutschlands erster klimaneutraler Amateurverein werden - und das Image der Lausitz gleich mit verändern.

Während im Hintergrund große, dicke Rauchschwaden des Kraftwerks in Jänschwalde Richtung Himmel ziehen, pflanzen Sebastian Bubner und seine Vereinskollegen etwa drei Kilometer entfernt auf dem Vereinsgelände der SG Eintracht Peitz fleißig Bäume. Jeweils drei Apfel- und Birnbäume sollen neben dem Vereinsheim ihre Wurzeln schlagen.

"Es war uns schon immer ein Anliegen zu zeigen, dass die Lausitz nicht die 'Drecksregion' Deutschlands ist. Dass wir mehr können und nicht nur die dreckige Kohleregion sind", sagt Bubner. Und deswegen hat sich der Verein ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie wollen Deutschlands erster klimaneutraler Amateurverein werden.

Prominente Vorbilder aus der Bundesliga

Die Bundesliga-Clubs Hoffenheim und Mainz sind prominente Vorbilder, weitere Klubs wollen demnächst folgen. "Aber wir wollen natürlich zeigen, dass im Amateursport auch vieles möglich ist." Auf Null herunterfahren kann der Verein, der in Brandenburgs achter Liga kickt, seine Emissionen nicht. "Man braucht Autos und gewisse andere Sachen, um ein Vereinsleben bewerkstelligen zu können", so der Vereinsvorsitzende. "Aber wir versuchen natürlich, das auszugleichen."

Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Vereinsgebäudes egalisieren sie bereits die Hälfte der rund 25 Tonnen CO2-Emissionen, die der Klub jährlich verursacht. Außerdem bilden sie Fahrgemeinschaften zum Training oder zu Spielen und pflanzen Bäume. Ein Projekt, das für Aufmerksamkeit sorgt. "Von der Gesellschaft kommt nur positives Feedback. Aber es kommt auch bei den Firmen gut an. Wir haben einen super Zuwachs von Sponsoren", freut sich Bubner.

Ziel: In drei Jahren komplett klimaneutral sein

Zudem wurde ihr Engagement mit dem "Großen Stern des Sports" in Silber belohnt: Platz eins in Brandenburg für Vereinsinitiativen mit Vorbildcharakter. Nun hoffen die Peitzer Fußballer auch noch auf den Sieg im Bundeswettbewerb. Das Preisgeld, das mit den Ehrungen verbunden ist, investieren sie wieder in ihren Verein. "Das sind dann die Früchte, die man von seinem gesellschaftlichen Engagement ernten kann."

In drei Jahren will der Verein komplett klimaneutral sein und damit der erste Amateurverein Deutschlands werden, dem das gelingt. Sebastian Bubner ist optimistisch. "Wir sind eine Innovationsregion, wir wollen uns ändern. Ich denke, ein CO2-neutraler, ehrenamtlicher Verein im Dunstkreis der verkanntesten Drecksschleuder Deutschlands, das ist mehr als Symbolik", sagt er. "Das ist der Weg, den viele mit uns beschreiten sollten. Deswegen wollen wir positiv vorangehen."

Sendung: rbb UM6, 16.11.2020, 18 Uhr

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