Motorsport-Event - DTM setzt in der Lausitz auf spektakuläre Steilkurve

DTM Motorsport (Quelle: dpa)
Audio: Antenne Brandenburg | 23.07.2021 | Andreas Friebel | Bild: dpa

Die DTM lockt die Motorsportfans an diesem Wochenende mit einem Spektakel auf den Lausitzring. Erstmals seit 2003 wird wieder die Steilkurve auf dem Rennkurs gefahren. An beiden Renntagen sind 10.000 Zuschauer zugelassen. Von Andreas Friebel

Nach langer Durststrecke gibt es wieder Motorsport auf dem Lausitzring - und zwar mit Fans. Fast zwei Jahre nach dem letzten Rennen mit Zuschauern geben die Boliden der DTM ab Freitagmittag wieder Gas. Bis zu 10.000 Zuschauer dürfen pro Renntag dabei sein. Und auf sie wartet ein echtes Spektakel, denn mit der berüchtigten Steilkurve reaktivieren die Veranstalter ein altes Element.

 
Timo Glock (Quelle: dpa/Juergen Tap)
Bild: dpa/Juergen Tap

Ein bisschen skeptisch schaut Timo Glock noch. Der Routinier hat in seinen vielen Jahren in der Formel 1, der Champ Cars oder DTM schon eine Menge Rennstrecken befahren, aber Steilkurven waren eher selten dabei. "Das wird interessant für alle. Jeder muss schauen, wie die Streckengegebenheiten sind. Ob es Bodenwellen gibt und wie der Asphalt aussieht."

Schon 2003 wollte die DTM die spektakuläre Steilkurve direkt im Anschluss an Start und Ziel nutzen. Doch weil es in den Trainingsläufen zu Reifenschäden kam, entschied man sich dagegen. 2021 ist man aber fest gewillt, es diesmal durchzuziehen. Mit der Dekra als Streckenbesitzer wurde sogar ein Exklusivvertrag geschlossen, dass in den kommenden drei Jahren nur die DTM die Steilkurve nutzen darf. Was sie so besonders macht beschreibt DTM-Fahrer Maximilian Götz: "Für diese Kurve brauchst du Mut. Und dann kommt es auf dein Risikomanagement an. Man muss sich da rantasten und das Auto heil lassen."

 
Maximilian Götz in Lausitz (Quelle: dpa/Juergen Tap)
Bild: dpa/Juergen Tap

Linkskurve mit 250 km/h

Auch der DTM-Pilot hat also Respekt vor der 300 Meter langen und ansteigenden Linkskurve, die mit rund 250 km/h gefahren wird. Zu den Trainingsfahrten am Freitag dürfen Zuschauer zwar noch nicht auf die Strecke. Am Samstag und am Sonntag sind aber jeweils 10.000 zugelassen. Und auf die freut sich nicht nur Maximilian Götz: "Das hat dem Motorsport in den vergangenen zwei Jahren gefehlt. Jetzt gibt es einen Neustart in Deutschland. Wenn in Wembley 60.000 beim Fußball sitzen dürfen, warum sollen nicht 10.000 auf eine Rennstrecke dürfen?"

Dass die DTM überhaupt noch fährt, liegt an einer neuen Strategie. Nach dem Ausstieg von Mercedes schienen die Tourenwagenmasters Ende 2020 vor dem Aus. Doch dann wurde die Strategie geändert. Die großen Autokonzerne wie Mercedes und BMW sind in den Hintergrund getreten. Private Rennställe sind jetzt am Start. So zum Beispiel das Dresdner T3 Team, das mit zwei Lamborghinis über die Strecke donnert. "Der Lausitzring ist unsere Heimstrecke. Er ist nur knapp eine halbe Stunde entfernt. Wir trainieren hier regelmäßig. Und dass jetzt Zuschauer dabei sind, pusht uns extra", freut sich T3-Teamchef Jens Feucht.

T3 Motorsport (Quelle: dpa/Cristiano)
Bild: dpa/Cristiano

DTM hofft auf 10.000 Fans pro Renntag

Auf den Ring darf aber nur, wer nachweislich geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Als Service werden Schnelltests auch auf dem Parkplatz vor dem Renn-Oval angeboten. Einen Kartenverkauf vor Ort gibt es nicht. Wer dabei sein will, muss sich sein Ticket online über die DTM-Seite buchen. Das kostet pro Tag 49 Euro oder als Wochenendticket 69 Euro. Ein Besuch der Boxengasse ist nicht möglich. Und auch der Campingplatz am Lausitzring, in der Vergangenheit Ort manch wilder Motorsportparty, ist zu.

Dafür gibt es aber jede Menge Action auf der Strecke. Insbesondere wegen der Steilkurve direkt hinter Start und Ziel.

Sendung: Inforadio, 23.07.2021

3 Kommentare

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  1. 3.

    Ja, die Avus-Zeiten sind leider vorbei. Wer weiß, wann die DTM vorbei ist. Mit Elektroautos interessiert die mich nicht mehr.

  2. 2.

    Mal abwarten, wie lange es die DTM und andere Rennveranstaltungen überhaupt noch geben wird.
    Wenn der Verbrenner erstmal komplett tot ist, machen Rennwagen mit Verbrennungsmotor irgendwie auch keinen Sinn mehr.
    Aber rein elektrische Fahrzeuge - siehe Formel E - haben zum einen nicht den Reiz von Verbrennern.
    Und zum anderen werden Rennveranstaltungen mit E-Fahrzeugen gerade in Deutschland unattraktiv vermarktet.

    Bei der Formel E auf dem Ex-Flughafen Tempelhof hatte man das Gefühl, dass das Rennen hier gerade noch so "geduldet" ist.
    Und das, wo besonders diese neue, umweltfreundlichere Technik bei deutlich weniger Lärm eine bessere Kulisse in der Innenstadt verdient hätte!

  3. 1.

    der neuen dtm einmal viel glück beim neustart. warum der campingplatz geschlossen ist, verstehe ich nicht.
    ich habe die dtm noch zu avus zeiten erlebt. leider geschichte.......

    gruß

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