Appell des Energie-Trainers - Wollitz fordert Fußball-Profis zum Impfen auf

Di 23.11.21 | 21:21 Uhr | Von Andreas Friebel
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Claus-Dieter Wollitz, Cheftrainer von Energie Cottbus
Audio: Inforadio | 24.11.2021 | Andreas Friebel | Bild: imago images/Picture Point

Seit Tagen wird diskutiert, ob sich Profi-Fußballer impfen lassen müssen. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat dazu eine klare Meinung: Ohne weitere Impfungen werden die Probleme noch größer. Von Andreas Friebel

Die steigenden Corona-Zahlen bereiten auch den Klubs in der Fußball-Regionalliga Nordost mehr und mehr Probleme. Spielabsagen sind an der Tagesordnung. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hat deshalb seinen Krisenstab wieder reaktiviert, der sich am Mittwoch zusammenschalten wird. Bis zur Winterpause ist der Spielplan eng gepackt.

Energie Cottbus zum Beispiel muss noch fünf Partien bestreiten. Ob es wirklich dazu kommt, weiß auch Trainer Claus-Dieter Wollitz nicht: "Dass wir nach fast zwei Jahren Pandemie irgendwie immer noch wie am Anfang dastehen, kann nicht sein. Wenn wir uns nicht impfen lassen, bekommen wir im Winter große Probleme", sagt er. Und damit bezieht sich der 56-Jährige nicht nur auf den Spielplan der Regionalliga. "Für mich ist impfen Solidarität, um sich selbst und andere zu schützen. Wenn jemand das nicht will, akzeptiere ich das. Aber so lösen wir das Problem nicht."

Schon zweimal in Corona-Quarantäne

Auch in der Kabine des FC Energie wird seit Wochen über dieses Thema diskutiert. Und das nicht nur, weil Teile des Teams in diesem Jahr schon zwei Mal in Corona-Quarantäne mussten. Wollitz versucht in Gesprächen seine Spieler vom Vorteil einer Impfung zu überzeugen. Allerdings stößt er da auch an Grenzen.

Etwa zwei Drittel der Mannschaft sind laut Verein geimpft. Möglicherweise könnte sich das bald ändern. Denn in der Politik wird seit einigen Tagen über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen diskutiert. Auch Fußball-Profis fallen darunter. "Es ist doch nicht erklärbar, dass Fans viel auf sich nehmen müssen, um ins Stadion zu kommen. Und dann sollen sie Spieler anfeuern, die Sonderprivilegen haben?", sagt Wollitz, der sich vor ein paar Tagen zum dritten Mal hat impfen lassen.

Ohne Fans droht Wettbewerbsverzerrung

Große Probleme sieht der Coach aber auch in einem anderen Bereich. Denn die hohen Corona-Zahlen führen inzwischen dazu, dass in Sachsen keine Zuschauer mehr in die Stadien dürfen. Die Auswärtspartie der Cottbuser am Samstag bei Chemie Leipzig findet also vor leeren Tribünen statt. "Das ist kein fairer Wettbewerb mehr", glaubt Wollitz. "Denn es fehlen Zuschauereinnahmen und im Stadion gibt es keine Atmosphäre." Kurzzeitig dachten die Sachsen über einen Heimspieltausch nach. Haben diesen Plan aber verworfen.

Allzu voll dürfte es am Mittwochabend auch für Energie Cottbus im Berliner Poststadion nicht werden. Partien unter der Woche sind selten Publikumsmagneten. Zumal der SV Lichtenberg auch nicht für seine Heimstärke bekannt ist. Lediglich drei von acht Begegnungen wurden gewonnen. "Dieses Spiel vorzubereiten, war nicht einfach. Beim 4:4 in Eilenburg ist man mit zahlreichen Spielern aufgelaufen, die nicht unbedingt zur Startelf gehören. Möglicherweise sind das Nachwirkungen der Corona-Quarantäne", spekuliert Claus-Dieter Wollitz.

Doch die Lichtenberger Siege gegen die Topteams Lok Leipzig und Altglienicke machen deutlich, dass die Aufgabe für Cottbus nicht einfach wird. "Die Partie ist wichtig für uns: Keine Frage. Aber wir haben gerade viel größere Probleme in unserem Land, als so ein Fußballspiel", sagt Wollitz, und spannt damit noch einmal den Bogen zur aktuellen Corona-Lage.

Richtigstellung: In einer früheren Version des Textes war von einer Impfquote von etwa der Hälfte des Teams die Rede. Diese Angabe berichtigte der Verein Energie Cottbus auf etwa zwei Drittel.

Sendung: Inforadio, 23.11.2021, 19:15 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Schön wäre es wenn von Herrn Wollitz in sportlicher Hinsicht etwas käme.

  2. 1.

    Super das Pele sein Popularität nutzt um nochmal für das Impfen zu werben, ohne diese Fürsprecher mit gewissem „Standing“ scheint man kaum noch die Skeptiker erreichen zu können, ich erlebe das privat leider auch. Nur gemeinsam können wir aus der Pandemie kommen, heute auswärts drei Punkte live ist live im Poststadion.....

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