Regionalliga Nordost | Energie Cottbus - Wie geht es weiter nach dem Engelhardt-Abschied?

Fr 06.05.22 | 15:44 Uhr | Von Andreas Friebel
Erik Engelhardt spielt Ball (Bild: Imago/Steffen Beyer)
Bild: Imago/Steffen Beyer

Die Enttäuschung in Cottbus ist groß. Torjäger Erik Engelhardt wird den Fußball-Regionalligisten zum Saisonende verlassen. Die Nachfolger-Suche läuft. Wie es ohne ihn funktioniert, könnten die Lausitzer gezwungenermaßen am Sonntag testen. Von Andreas Friebel

Es ist Tag eins nach dem feststehenden Abschied von Erik Engelhardt. Das Training läuft am Vormittag in Cottbus wie immer. Aber tief im Inneren von Claus-Dieter Wollitz arbeitet es. Entsprechend knapp fällt seine Antwort zu möglichen Nachfolgern aus: "Wir arbeiten daran, dass wir Alternativen finden."

Wer die sein könnten, darüber gibt es keine Auskunft. Mehr als der schon seit Tagen gehandelte Fabian Eisele aus Jena, will Wollitz nicht bestätigen. "Bei ihm müssen wir abwarten. Dadurch, dass er aus dem Stuttgarter Raum kommt, kann es sein, dass er sich in diese Region orientiert. Wir sind aber auch mit anderen Stürmern im Gespräch", so Wollitz.

Wenn um den 20. Juni herum die Sommerpause für die Cottbuser Spieler endet und die Vorbereitung beginnt, soll ein Nachfolger feststehen. "Wir hatten in dieser Saison nur einen echten Stürmer. Das geht nicht noch mal. Wir bräuchten schon drei, um erfolgreich zu sein."

Findet Cottbus wieder einen Streli Mamba?

Einfach wird das nicht, zumal so ziemlich jeder Klub gefährliche Angreifer sucht. Darunter auch zahlreiche Vereine, die mit mehr Geld und einer besseren Liga locken können. Also wird der Cottbuser Coach im Stürmerregal etwas weiter unten suchen müssen. Nach anderswo gescheiterten Spielern, mit dem gewissen Talent, wie einst zum Beispiel bei Streli Mamba. Der heute 27-Jährige kam aus den Niederungen des deutschen Fußballs in die Lausitz, schoss 38 Tore und wechselte später in die Bundesliga nach Paderborn.

Auch die Karriere von Erik Engelhardt ging nicht nur steil bergauf, bevor er nach Cottbus kam. Nach einem Kreuzbandriss wollten ihn die Rostocker vor einem Jahr nicht mit in die 2. Bundesliga nehmen und ließen seinen Vertrag auslaufen. Energie schlug zu und wurde belohnt. Engelhardt erzielte seither in 37 Pflichtspielen insgesamt 20 Tore und bereitete 17 Treffer vor. "Wir spielen unter meiner Verantwortung seit Jahren sehr offensiv. Das ist schon mal ein Plus für jeden, der zu uns kommt. Und dann hat sich auch rumgesprochen, dass ich in der Lage bin, Stürmer auf ein anderes Niveau zu heben."

Engelhardt droht Sonntag auszufallen

Das müssen jetzt nur noch die potentiellen Nachfolger von Erik Engelhardt erkennen und in Cottbus unterschreiben. Ob der 24-Jährige beim letzten Auswärtsspiel dieser Regionalligasaison bei der zweiten Mannschaft von Hertha (Sonntag, 8. Mai, 13 Uhr) zum Einsatz kommt, ist unterdessen noch offen. Seit dem 4:1-Heimerfolg über Lichtenberg hat der Angreifer einen dicken Pferdekuss.

"Ob wir das bis Sonntag behoben bekommen, weiß ich nicht", sagt Claus-Dieter Wollitz, der natürlich über das Auswärtsspiel hinaus plant. Am 21. Mai steht das Landespokalfinale gegen Krieschow an. Darauf liegt jetzt der Fokus. "Unser Kader ist im Moment einfach zu dünn. Gern würden wir noch Zweiter in der Tabelle werden. Aber aus der Verantwortung heraus, für dieses Finale, müssen wir aktuell jetzt Abstriche machen."

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.05.2022, 18 Uhr

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