Jemand wirft eine Brandenburg-Karte in eine Wahlurne (Bild: imago images/Panthermedia)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.05.19 | Holger Keßler | Bild: imago images/Panthermedia

Reaktionen zu den Wahlen aus der Lausitz - "Das wird das Regieren nicht einfacher machen"

Während die AfD als Sieger des Wahlsonntags dasteht müssen sich die übrigen Parteien neu sortieren. Während einige Politiker nun mehr Kompromissbereitschaft auf kommunaler Ebene fordern sehen andere das Ergebnis als Aufruf zu mehr Sachpolitik. Klar ist, die politische Landschaft hat sich verändert.

Die Alternative für Deutschland ist der Sieger des Wahlsonntags in Brandenburg. Im Süden des Landes ist die AfD bei der Europawahl in allen Landkreisen die stärkste Kraft geworden, in Cottbus und Spree-Neiße hat die Partei auch bei der Kommunalwahl die besten Ergebnisse eingefahren. Unabhäbgige Wählervereinigungen haben ebenso hinzugewonnen, CDU und SPD haben zum Teil deutliche Verluste hinnehmen müssen.

Mehr Kompromissfähigkeit und Sacharbeit gefordert

Der Ausgang des Wahlsonntags wird das Regieren in Cottbus nicht einfacher machen, ist sich Oberbürgermeister Holger Kelch sicher. "Die Bevölkerung hat so ein buntes Bild gewählt, das muss man jetzt akzeptieren", so Kelch am Montagmorgen. "Für uns wird es spannend sein inwieweit die Konsolidierungspolitik gepaart mit den Wünschen, die einzelne neue Stadtverordnete der AfD geäußert haben im Wahlkampf übereinzubringen ist und welche Ideen da vielleicht kommen, die wir noch gar nicht kennen", so der Oberbürgermeister weiter. Jetzt müsse die AfD prüfen mit welchen Mitgliedern sie in die Ausschüsse und Gremien gehen werde.  

Die Cottbuser AfD-Vorsitzende Marianne Spring-Räumschüssel zeigte sich am Wahlabend zufrieden mit den Ergebnissen. "Wir haben heute ein Zeugnis gekriegt von den Wählerinnen und Wählern der Stadt Cottbus", so Spring-Räumschüssel. Schwerpunkt der kommenden Legislaturperiode werde für sie die kommunale Finanzpolitik werden. Dabei will Spring-Räumschüssel vor allem auf die CDU-Fraktion in Cottbus zugehen.

Eine solche Zusammenarbeit schließt der CDU-Stadtverordnete Wolfgang Bialas nicht kategorisch aus. Zumindest bei bestimmten Themen sei eine Kooperation möglich, sagte Bialas am Montag. "Eine Fraktion, die mehr als ein Fünftel der Wählerinnen und Wähler hinter sich hat, die können wir als CDU auch nicht ignorieren. Es wird in Sachthemen auch mit der AfD eine Zusammenarbeit geben", so Bialas.

Veränderungen auch in den Landkreisen

Der Landrat des Spree-Neiße-Kreises, Harald Altekrüger, zeigte sich am Sonntag nicht überrascht von den Wahlergebnissen. Bei der Europawahl hatte fast jeder Dritte seine Stimme für die AfD abgegeben, auch bei der Kommunalwahl wurde die Partei stärkste Kraft. "Es war zu erwarten, dass sie sehr stark sind", so Altekrüger. Jetzt gehe es darum einen stabilen Kreistag aufzubauen in dem sachorientiert gearbeitet werde.

Christine Herntier, Bürgermeisterin der Stadt Spremberg (Spree-Neiße) sieht das Wahlergebnis als Ansporn den Menschen deutlicher Zusammenhänge zu erklären und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. "Für mich ist dieses Wahlergebnis auch Ausdruck der Ratlosigkeit", so Herntier am Montag. Bisherige Konzepte etablierte Parteien hätten die Menschen nicht mehr angezogen.

In den kommenden Jahren werde man sich auf Veränderungen in der Politik einstellen müssen, sagt derweil der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze. "Ich rechne mit deutlich mehr Anfragen, mit Diskusssionen, mit vielleicht auch schwierigeren Entscheidungsprozessen", sagte Heinze am Montag. "Bisher haben wir das im Kreistag immer sachlich diskutiert und am Ende auch hinbekommen", fügt er hinzu.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

2 Kommentare

  1. 2.

    "Die Bevölkerung hat so ein buntes Bild gewählt, das muss man jetzt akzeptieren", so Kelch am Montagmorgen.

    Kelch hat sich versprochen und meint statt bunt eher braun.

    "Eine solche Zusammenarbeit schließt der CDU-Stadtverordnete Wolfgang Bialas nicht kategorisch aus."

    Aha, wächst jetzt zusammen was in Südbrandenburg zusammengehört? Naja, als Kanzler der Ehrensenatoren des Karnevalsverbandes Lausitz KVL kennt sich Bialas bestens aus wie man solchen Menschen umgehen sollte.

  2. 1.

    "Die Bevölkerung hat so ein buntes Bild gewählt, das muss man jetzt akzeptieren", so Kelch am Montagmorgen.

    Kelch hat sich versprochen und meint statt bunt eher braun.

    "Eine solche Zusammenarbeit schließt der CDU-Stadtverordnete Wolfgang Bialas nicht kategorisch aus."

    Aha, wächst jetzt zusammen was in Südbrandenburg zusammengehört? Naja, als Kanzler der Ehrensenatoren des Karnevalsverbandes Lausitz KVL kennt sich Bialas bestens aus wie man solchen Menschen umgehen sollte.

Das könnte Sie auch interessieren

Bild in groß
Bildunterschrift