Würfeln gegen Cybermobbing
Audio: Antenne Brandenburg | 03.06.2019 | Daniel Jorewitz | Bild: rbb/Daniel Jorewitz

Schulprojekt "Free Hip" startet in Brandenburg - Mit einem Brettspiel und der Polizei gegen Cybermobbing

Weg vom Handy, ran ans Brettspiel: "Free Hip" ist der Titel eines Spiels und eines brandenburgischen Schulprojekts gegen Cybermobbing, also gegen Beschimpfungen und Intrigen im Netz. Schüler sollen dabei mehr über die Gefahren im Umgang mit sozialen Netzwerken erfahren. Von Daniel Jorewitz

Mitarbeiter der Brandenburger Polizei versuchen in den kommenden Wochen mit einem Schulprojekt, Kinder für die Gefahren und Fallstricke im Umgang mit dem Internet und dem Smartphone zu sensibilisieren. Auf dieser Tour, die am Montag startete, durch die Schulen des Landes nutzen sie dafür das Brettspiel "Free Hip". Darin geht es darum, Kindern die Gefahren im Umgang mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram zu vermitteln.

"Free Hip" spielt man mit Würfeln und Karten mit Fragen, die beantwortet werden müssen: "Welche Folgen kann Cybermobbing für den Täter haben?" Antwort: "Es könnte zu einer Gefängnis- oder Geldstrafe kommen."

Das neue Spiel gegen Cybermobbing
Das neue Brettspiel | Bild: rbb/Daniel Jorewitz

Fast alle Kinder der 6. Klasse haben bereits ein Handy

In der Guteborner Schulklasse (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) haben nahezu alle Kinder ein Smartphone. Und viele berichten bei diesem Treffen mit den Polizisten, dass sie schon einmal im Internet gemobbt wurden. Eine Schülerin erzählt, ein Mitschüler sei beleidigt worden, "weil er aus einem anderen Land" stamme und "eine andere Hautfarbe" habe.

Die Schülerin und ein Freund hätten daraufhin die Eltern des Mitschülers informiert, seien dann zur Polizei gegangen und schon kurze Zeit später seien die verunglimpfenden Kommentare auf Instagram gelöscht worden.

Schüler in Guteborn lernen das Spiel zum Thema "Cybermobbing" kennen
Schüler in Guteborn lernen neues Spiel kennen | Bild: rbb/Daniel Jorewitz

Smartphone ja - aber mit Aufklärung

Die Kinder bekämen von ihren Eltern oft ein Handy, ohne vorher über die Gefahren im Umgang damit aufmerksam gemacht worden zu sein, kritisiert Sandy Feige von der Polizei Senftenberg. Sie leitet das Projekt im Oberspreewald-Lausitz Kreis.   

Da rege sich beispielsweise ein Schüler über zu viel Hausaufgaben auf. Ein anderer reagiert drauf, man müsse die Lehrerin schlagen, aufschlitzen, ihr den Kopf abhauen. Beleidigungen, Bedrohungen, Straftatbestände, all das gibt es in den sozialen Netzwerken, bestätigt Sandy Feige.

Und deshalb müsse man den Heranwachsenden einfach mal sagen, sie werden hier zu Tätern.

Nach drei Unterrichtsstunden ist das Schulprojekt zu Ende. Vieles sei mit dem Spiel gut erklärt worden, so das Fazit von Sechstklässlern in Guteborn.

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