Antenne Stammtisch Drogen in Finsterwalde (Foto: rbb)
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Antenne Brandenburg Stammtisch - "Wir brauchen mehr Personal zur Drogenbekämpfung"

Wie kommt Brandenburg aus der Drogenfalle? Um das Problem in den Griff zu bekommen, braucht es mehr Personal, mehr Prävention - und mehr Aufmerksamkeit von jedem Einzelnen. Das wurde beim Antenne Stammtisch im Gespräch mit Experten deutlich.
 

Im Kampf gegen Drogenkonsum und Drogenkriminalität braucht Brandenburg mehr Personal: Mehr Richter, mehr Staatsanwälte aber auch mehr Therapeuten. Das wurde bei der Diskussionsrunde von Antenne Brandenburg, dem "Antenne Stammtisch" in Finsterwalde (Elbe-Elster) im Gespräch mit den anwesenden Experten klar. Olaf Jurtz von der Staatsanwaltschaft Cottbus machte aber auch deutlich: „Ein drogenfreies Land Brandenburg wird man nicht schaffen.“

Patientenanstieg um 2.900 Prozent

Vor allem der Süden des Landes Brandenburg hat nach wie vor ein Drogenproblem. Das Klinikum Niederlausitz hat einen hohen Anteil an Methamphetamin-Patienten. Gab es im Jahr 2013 in der Klinik sechs Fälle, waren es 2018 und in diesem Jahr 180. Diese Zahlen präsentierte Karsten Wolff, Leiter des Psychosozialen Zentrums am Klinikum Niederlausitz. Dass die Zahl der Methamphetamin-Patienten auf einem hohen Niveau stagniert, liege hauptsächlich daran, dass "wir nicht mehr Behandlungskapazitäten haben, also nicht mehr Patienten aufnehmen können."

Karsten Wolff fordert mehr therapeutisches Personal und mehr geschützte Einrichtungen für Menschen, die eine Suchtbehandlung abgeschlossen haben. Beides gehört seiner Ansicht nach in ein Gesamtkonzept, um Drogenmissbrauch zu bekämpfen. "Ich denke, wir müssen nach wie vor auf die vier Säulen Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Nachsorge setzen."  

Nicht wegschauen

In einem Punkt waren sich beim Antenne Stammtisch alle Experten einig: Es muss mehr getan werden und wir alle können etwas dazu beitragen. Nicht wegschauen und Drogenabhängigen Hilfe anbieten, das hält Andrea Hardeling von der Landesstelle für Suchtfragen für wichtig. "Es braucht eine größere Wahrnehmung, sowohl bei den Akteuren im Bereich der Suchtberatung und Suchtprävention, aber auch bei Jugendämtern oder Jobcentern wissen wir, dass sie mit Crystal-Konsumenten zu tun haben." Es gehe darum, früh die Menschen anzusprechen und Hilfe zu vermitteln, sagt Hardeling.

Auch Polizei und Staatsanwaltschaften müssen für den Kampf gegen Drogenkriminalität besser ausgestattet werden. Das hat Staatsanwalt Olaf Jurtz deutlich gemacht. Dabei gehe es nicht um die Bekämpfung derjenigen, die ab und zu mal einen Joint rauchen, so Jurtz. "Es geht darum, Strukturen klein zu halten oder zu zerschlagen, die aus absolutem Gewinnstreben handeln oder mit Gewalt vorgehen."

Doch dafür brauche man spezielle Technik und ausreichend Personal. "Und an beiden hapert's", meint der Staatsanwalt.

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