Welcher soll es werden? Karpfen in der Auswahlschale
Audio: Antenne Brandenburg | 23.12.2019 | Iris Wußmann | Bild: rbb/Th. Krüger

Traditionsessen - Heiligabend macht Karpfen sehr gern blau

Gebraten oder blau - der Karpfen ist für viele ein Klassiker auf dem Speiseplan am 24. Dezember. So frisch wie möglich soll er sein, deshalb wird er kurz vor Heiligabend gekauft. Inklusive schnelles und schmerzloses Karpfen-Finale. Von Iris Wussmann

Der Karpfen hat seine hohe Zeit jeweils zum Jahresende. Dann steht er bei vielen entweder Heiligabend, spätestens aber Silvester auf dem Tisch. Wer den Fisch frisch haben will, kauft ihn möglichst kurz vorm Fest. Beispielsweise an einem mobilen Stand in der Cottbuser Innenstadt.

Karpfenverkauf in Cottbus
Karpfenverkauf Cottbus | Bild: rbb/Th. Krüger

"Alles ab und raus was geht"

Fischverkäufer sind nicht zimperlich, auch nicht in diesem Geschäft. Wenn Kunden es wünschen, bekommen sie ihren Karpfen "vorbehandelt" für die Pfanne. Das heißt: ein Schlag auf den Kopf zur Betäubung, ein gezielter Messerstich ins Herz, gekonnter Schnitt und mit einem Handgriff wird der Karpfen entleert.

"Alles ab und raus was geht" wünschen viele Käufer an diesem Montag beim Karpfenkauf. Das Durchschnittsgewicht der Fische liegt in diesem Jahr bei 2,2 Kilogramm, sagt Andreas Becker von der Teichwirtschaft Stradow. Der Betrieb züchtet Fische in elf Teichen.

Karpfen wird ausgenommen
Karpfen wird ausgenommen | Bild: rbb/Th. Krüger

"So frisch, der macht noch Rabatz in der Pfanne"

Es sind meist junge Leute, die sich immer öfter an den Karpfen rantrauen. Sie fragen danach, wie man ihn denn am besten zubereiten könne. Becker empfiehlt beispielsweise Backobst.

Wie frisch der Fisch ist, erklärt Tochter Marianne Löwa. "Der macht noch Rabatz in der Pfanne" sagt sie, das liege daran, dass die Nerven noch länger "überleben" und deshalb könne der Karpfen beim Braten in der Pfanne noch kräftig zappeln.

Manche bevorzugen den gekochten Karpfen, den sogenannten "Karpfen blau", andere braten ihn lieber. Dazu entweder Kartoffelsalat oder Petersilienkartoffeln. Abgerundet mit Butter oder Spreewaldsauce.

Was vom Karpfen bleibt? Die Erinnerung an einen außergewöhnlichen Geschmack und eine Schuppe fürs Portemonnaie. Die soll dafür sorgen, dass das Geld nie ausgeht.

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