Korallen der Korallenfarm Cottbus mit Clownfisch (Foto: rbb/Schomber)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.05.2020 | Jasmin Schomber | Bild: rbb/Schomber

Cottbuserin sattelt wegen Corona beruflich um - Eine kleine Zauberwelt, mitten in der Lausitz

Etwas Salzwasser und unendlich viele, bunte Korallen. Darum dreht sich alles bei Jana Brettschneider. Sie ist Chefin einer Werbeagentur. Eigentlich. Seit der Corona-Pandemie setzt sie auf ihr zweites Standbein: Korallenzucht in Cottbus. Und die Kunden werden mehr. Von Jasmin Schomber

Die Cottbuserin Jana Brettschneider musste umsatteln. Wegen der Corona-Pandemie liegt ihre Werbeagentur quasi auf Eis. Normalerweise begleitet sie große Events, doch die finden seit Wochen nicht statt. Also widmet sich die 48-Jährige voller Leidenschaft ihrem zweiten Standbein, dem Korallenzüchten im hauseigenen Keller. Ihren Kunden scheint es ähnlich zu gehen: Seit der Corona-Pandemie bestellen sie deutlich mehr Korallen und Zubehör.

Korallen der Korallenfarm Cottbus (Foto: rbb/Schomber)
| Bild: rbb/Schomber

Korallenzucht rettet sie durch die Zeit

Es ist wie eine kleine Zauberwelt. Rote, grüne, zart gelbe und leuchtend türkise Korallen strahlen wie ein Blumenmeer in den verschiedenen Wasserbecken von Jana Brettschneider. Immer wieder huschen ein paar Fische durch die Unterwasserwelt. Das ist die Korallenfarm - das Vorstadtriff von Jana Brettschneider und ihrem Partner – die einzige Korallenzucht zwischen Berlin und Dresden.

Jeden Tag "gärtnert sie hier", sagt die Cottbuserin. "Es sind hauptsächlich Steinkorallen, also der Gattung der Steinkorallen, weniger die Weichkorallen." Die Nachfrage nach Steinkorallen sei sehr viel höher, erklärt sie. Die Anzahl der Arten in ihren Becken kann sie nur schätzen. Mehr als 300 seien es aber bestimmt. Was in den 90ern als Hobby begann, betreibt sie seit 2016 professionell, aber dennoch nur nebenbei. Jetzt, wo die Einnahmen ihrer Werbeagentur bei null liegen, rettet sie die Korallenzucht durch die Zeit, sagt sie.

Korallen der Korallenfarm Cottbus (Foto: rbb/Schomber)
| Bild: rbb/Schomber

Kunden haben mehr Zeit - und nutzen sie für ihr Hobby

Denn durch die Corona-Pandemie melden sich immer mehr Kunden bei ihr. In den vergangenen Wochen ist das Interesse spürbar gestiegen, weil Importe stark zurückgegangen sind. Das Mehr an Zeit hat sie auch dafür genutzt, den Internethandel mit Korallen anzukurbeln. Und sie merkt, dass sich die Stammkunden jetzt auch mehr Zeit für ihre exotische Leidenschaft nehmen. Die Bestellungen sind mehr geworden.

Pflegeleicht seien Korallen aber nicht. Damit sie wachsen und gedeihen müssen die Wasserwerte ständig beobachtet werden. Dazu gibt es eine spezielle Beleuchtung, damit die Korallen die Tageszeiten nachempfinden können. Das klingt kompliziert, ist aber laut der Expertin auch für neue Aquarianer machbar. „Mit der entsprechenden Beratung funktioniert das. Die Technik macht schon vieles einfacher.“

Vor allem Zeit müsse man investieren. „Die Meerwasseraquaristik verzeiht das eigentlich nicht, wenn man drei Wochen nichts daran tut und das einfach nur laufen lässt.“ Wenn die Werte nicht stimmen, könne auch keine Koralle wachsen.

Ein prima TV-Ersatz

Wer in das Hobby einsteigen will, kann das mit unterschiedlich dickem Portemonnaie. „Du kannst dir einen Kleinwagen kaufen oder einen Luxuswagen“, sagt Brettschneider mit Blick auf die Korallen in ihrem Laden. Günstige Ableger, die schnell wachsen, bekomme man schon für zehn Euro. "Die teuersten sind die langpolypigen Steinkorallen." Die könne man zum Beispiel für knapp 400 Euro haben.

Faszinierend seien sie aber alle. Für Jana Brettschneider sei der Blick ins Aquarium ein bisschen wie Fernsehen - zu jeder Tageszeit passiert etwas im Becken. Den "echten" Fernseher? "Brauchen wir nicht", sagt sie, höchstens nach 22 Uhr, aber ansonsten ist es bei ihr wie bei ihren Kunden, die "schauen natürlich gern sehr, sehr lange in ihr Aquarium".

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