Zwei Baufahrzeuge und Absperrgitter im Bereich des Wasserrohrbruchs in der Zittauer Straße in Cottbus.
Bild: rbb/Daniel Mastow

Interview | Lausitzer Wasser GmbH - Cottbuser Trinkwassernetz wird Stück für Stück erneuert

Eine geborstene Hauptleitung im Cottbuser Trinkwassernetz hatte vor einigen Tagen über 20-tausend Einwohner für einige Stunden buchstäblich "trocken" gelegt. Wie steht es um den Zustand des Leitungsnetzes? Fragen an Marten Eger, Technischer Geschäftsführer der LWG Cottbus.

rbb|24: Wie ist der aktuelle Zustand der Rohrbruchbaustelle?

Marten Eger: Es war für uns schon ein seltenes Ereignis und hatte kurzfristig eine Menge Haushalte getroffen. Nach zweieinhalb Stunden hatten wir das im Griff, dass die Versorgung wieder da war. Das eigentliche Rohr haben wir abgeschiebert und konnten rings herum die Verbindung wiederherstellen. Jetzt werden noch Restarbeiten, zum Bespiel das Pflastern der Strasse über der Baustelle, erledigt.

Bei der defekten Hauptleitung handelt es sich um ein Graugussrohr aus den 60er Jahren. Das Rohr gehört zu einer Ringleitung bei der es vor über 15 Jahren schon einmal einen Rohrbruch gab. Damals haben wir das Stück in einem Dortmunder Labor untersuchen lassen, weil wir uns nicht erklären konnten, wie ein Gussrohr mit einer Wandstärke von 17 Millimetern kaputt gehen konnte. Dabei stellte sich heraus, dass es sich offenbar um einen Produktionsfehler bei der Herstellung dieses Teilstücks der Rohrleitung gehandelt hat. Bei den davor und danach verlegten Teilstücken konnte dieser Produktionsfehler nicht bestätigt werden.

Wie stabil ist das Trinklwassernetz in Cottbus?

Wir haben ein altes Netz. Der Wasserturm ist Ende des 19. Jahrhunderts gebaut worden. Das heißt, die Hauptleitungen vom Wasserturm in die Cottbuser Innenstadt stammen auch aus dieser Zeit, wenn wir mal von den Leitungen zu den Neubaugebieten absehen. Diese uaralten Leitungen betreffen auch die Abwasserverbindungen zum Klärwerk. Mit dem Ausbau von Cottbus kamen neue Teilstücke dazu, aber es gibt eben Leitungen, die zum Teil 80 Jahre alt sind.

Ist eine Erneuerung des Leitungsnetzes geplant?

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels und der demografischen Entwicklung haben wir bereits 2020 beschlossen, jährlich 1,5 Millionen Euro mehr in die Erneuerung des Trinkwasser-Leitungsnetzes zu investieren. Das heißt, wir werden jährlich insgesamt 4,5 Millionen Euro aufwenden und das zunächst für die kommenden vier Jahre. Das bedeutet aber nicht, dass wir die ganz großen Leitungen austauschen. Denn die halten, wenn es kein Produktionsfehler ist, wesentlich länger. Es geht um die dünneren Leitungen die sich über die Jahre mit Eisen und Mangan zugesetzt haben. Diese Leitungen werden wir in den nächsten Jahren großflächig erneuern, beispielsweise in Cottbus, Drebkau, Kolkwitz, Straupitz, Neuhausen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.02.2021, 14.40 Uhr

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