Projekt am Familiencampus Klettwitz - Migranten werden zu Pflegern ausgebildet - ein Erfolgsmodell

Im Gespräch mit einem angehenden Pfleger, Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher
Audio: Antenne Brandenburg | 08.07.2021 | Daniel Friedrich | Bild: rbb/Daniel Friedrich

In Brandenburg werden dringend Ärzte und Pfleger gesucht. Seit sechs Jahren gibt es am Familiencampus in Klettwitz ein Projekt, Migranten dafür auszubilden. Aus der Idee ist inzwischen ein Erfolgsmodell geworden. Von Daniel Friedrich

Milad Almusa ist 29. Vor einigen Jahren kam er aus Syrien nach Deutschland. Eigentlich ist er Übersetzer gewesen. Über einen Bundesfreiwilligendienst beim Deutschen Roten Kreuz kam er in den Pflegebereich.

Durch das Projekt "National Matching" ist er schnell auf das Klinikum Niederlausitz mit seinem Klettwitzer Familiencampus aufmerksam geworden. Das Brandenburger Projekt wendet sich an Flüchtlinge und Einwanderer mit abgeschlossener, angefangener oder gewünschter beruflicher Ausbildung im Gesundheitswesen. [Homepage des Projektes]

Milad Almusa aus Syrien am Familiencampus des Klinikums Niederlausitz
Milad Almusa | Bild: rbb/Daniel Friedrich

Hier werden Migranten, die nach Deutschland kamen, zu Pflegern ausgebildet. Er sei von vielen unterstützt worden, sagt Almusa. Ob von Pflegern oder Ärzten in den verschiedenen Fachbereichen. Er freut sich über die Beurteilung nach jeder absolvierten Station während seiner Ausbildung, denn das Urteil sei überwiegend positiv, sagt der 29-Jährige.

Langer Atem für die Ausbildung gebraucht

Marco Bünger leitet diese Initiative. 300 Menschen aus über 50 Nationen haben das Projekt seit 2015 durchlaufen, berichtet Bünger. Ein Teil von ihnen ist heute in Herzberg, Lauchhammer und Senftenberg tätig. Doch es braucht auch Zeit, so Bünger. Manche sind seit 2016 in der Ausbildung.

Familiencampus Klettwitz
Familiencampus Klettwitz | Bild: rbb/Daniel Friedrich

Projekt kann helfen, Pflegekräfte auszubilden

Eine fixe Ausbildungszeit sei nicht definiert, bei manchen dauern beispielsweise Sprachkurse innerhalb der Ausbildung länger, anderen fällt das leichter, erklärt Bünger die gewollte Flexibilität. Und dieses Projekt werde auch in den nächsten Jahren in dieser Form weiter Bestand haben.

Davon ist auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Grüne) überzeugt. Sie hat den Familiencampus am Donnerstag besucht. Bis 2030 brauche Brandenburg 44.000 zusätzliche Pflegekräfte. Dazu könne dieses Projekt in Klettwitz einen Beitrag leisten. Deshalb werde sie es weiter unterstützen.

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