Neuer Studiengang in Cottbus - "Transferscouts" sollen zukünftig im Strukturwandel helfen

Archivbild: Blumen wachsen am Rand des ehemaligen Braunkohletagebaus Cottbus-Nord. Im Hintergrund steigt Wasserdampf aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde. Gleich hinter den Blumen entsteht der künftige Cottbuser Ostsee. (Quelle: dpa/P. Pleul)
Bild: dpa/P. Pleul

Wie können Unternehmen von neuesten wissenschaftlichen Errungenschaften profitieren oder wie erfahren Wissenschaftler, welche Wünsche Firmen haben? Die Absolventen eines neuen Studiengangs in Cottbus sollen zukünftig vermitteln - und so im Strukturwandel helfen.

In Cottbus startet im Oktober ein deutschlandweit einzigartiger Studiengang. An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) werden ab Herbst sogenannte "Transferscouts" ausgebildet. Sie sollen zukünftig zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vermitteln - insbesondere vor dem Hintergrund des Strukturwandels nach dem Braunkohleausstieg.

Transferscouts sollen Innovationen aus der Universität in Unternehmen vermitteln und umgekehrt den Forschungsbedarf der Industrie an die Uni weitergeben.

So könne das Wissen, das an der Universität entsteht, schneller in eine gesellschaftliche Anwendung oder in eine wirtschaftliche Verwertung kommen, erklärt die Koordinatorin des neuen Studiengangs, Annika Noack.

So könnte der Transferscout beispielsweise Unternehmen an die BTU vermitteln, die Interesse an der Anwendung eines neuartigen metallischen 3D-Druckverfahrens haben, nennt Noack ein Beispiel.

IHK: "Das ist sehr nötig"

Laut BTU wird mit dem Studiengang eine Lücke geschlossen. Und auch Wirtschaftsvertreter zeigen sich offen für die neue Idee. "Das ist aus unserer Sicht sehr nötig", so Silke Schwabe, die bei der Cottbuser Industrie- und Handelskammer (IHK) für Unternehmensbegleitung zuständig ist.

Die Unternehmen stünden unter dem Druck, ihre Produkte und Produktionen anzupassen, insbesondere angesichts des Energie- und Klimawandels, so Schwabe. "Das ist nicht einfach. Die Unternehmen brauchen Impulse, um wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umsetzen zu können."

Bedarf schon jetzt da

Mit einem neuen Kompetenzzentrum für energieintensive Industrien und einem neuen Fraunhofer Institut werde bereits jetzt immer mehr Wissen in der Stadt produziert. Auch weitere Forschungseinrichtungen sind geplant. Dieses Wissen sollen die Transferscouts nutzbar machen.

Die IHK erhofft sich von dem Studiengang neue Geschäftsfelder und Produkte, nicht nur auf dem regionalen Markt. "Das hätte dann auch eine gewisse Strahlkraft nach außen", so Schwabe.

Der Studiengang zum Transferscout ist ein Zertifikatsstudium und dient als Ergänzung zu einem abgeschlossenen Hochschulstudium. Die Ausbildung dauert ein Jahr. Der erste Jahrgang soll ab Oktober aus zunächst 20 Studierenden bestehen. Erste Interessenten gibt es laut BTU bereits.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.07.2021, 14.40 Uhr

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