Landgericht Cottbus - Mutmaßlicher Brandstifter war auf dem Weg "zum Mond"

Mo 09.05.22 | 14:45 Uhr
Landgericht Cottbus
rbb/Josefine Jahn
Audio: Antenne Brandenburg | 09.05.2022 | Daniel Mastow | Bild: rbb/Josefine Jahn

Ausgerechnet kurz nach Prozessauftakt gibt es einen Feueralarm am Landgericht Cottbus - alle müssen das Gerichtsgebäude verlassen. Kurze Zeit später ist aber klar, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hat, der Prozess kann fortgesetzt werden. Auf der Anklagebank sitzt ein 24-jähriger Mann. Der Vorwurf: Schwere Brandstiftung. Im vergangenen Jahr soll der Mann in der Gemeinde Heidesee (Landkreis Dahme-Spreewald) an insgesamt fünf Stellen Brände gelegt haben.

Feuerwehr ging sofort von Brandstiftung aus

Im Zuge der Ermittlungen war die Feuerwehr sofort von Brandstiftung ausgegangen, da es an fünf Stellen in der Gemeinde sehr zeitnah gebrannt hatte. Obwohl die Einsatzkräfte schnell vor Ort waren, zerstörten die Brände Waldflächen. Insgesamt 180 Quadratmeter Waldboden sowie Bäume auf einer Fläche von 650 Quadratmetern sind abgebrannt.

Im Landgericht Cottbus sitzt ein junger Mann neben seinem Verteidiger. Ihm wird vorgeworfen, mithilfe eines Feuerzeugs an mehreren Stellen in der Gemeinde Heidesee im Landkreis Dahme-Spreewald Feuer im Wald gelegt zu haben.
Angeklagter vor dem Landgericht Cottbus. | Bild: rbb/Mastow

Angeklagter womöglich nicht zurechnungsfähig

Es soll nun geprüft werden, ob der Tatverdächtige zurechnungsfähig ist. Den ersten Prozesstag nutzte er, um sich zu den Vorwürfen gegen ihn zu äußern. Er bestritt die Taten und sagte, dass er zu Fuß aus Berlin auf dem Weg gewesen sei, seiner Aussage nach "zum Mond." Drei Tage sei er unterwegs gewesen, habe vor Einkaufsmärkten und an Bushaltestellen übernachtet. Dort wurde er von der Polizei aufgegriffen. Das Feuerzeugt, das er bei sich trug, habe er für das Anzünden seiner Zigaretten gebraucht, sagt er. Die Kippen habe er weggeworfen, für die Waldbrände sei er nicht verantwortlich, so der 24-Jährige.

Beweismittel sichergestellt

An den kommenden Prozesstagen sollen Beweismittel gesichtet werden. Bei der Festnahme des Verdächtigen hatten Beamte eine Hose, ein Hemd sowie Schuhe sichergestellt, an denen Spuren zu sehen sein sollen. Prozesstermine sind bis Mitte August geplant.

Mit Informationen von Daniel Mastow.

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