Tradition "Suppenmeile" zum Buß- und Bettag - Zum Suppeessen nach Südbrandenburg

Mi 16.11.22 | 16:40 Uhr
Besucher der Suppenmeile sitzen an Tischen oder stehen und essen, im Vordergrund ein Schild mit angebotenen Suppen (Foto: rbb/Schilka)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.11.2022 | Isabelle Schilka | Bild: rbb/Schilka

Alle Jahre wieder: In Elsterwerda (Elbe-Elster) im Süden Brandenburgs ist am Mittwoch literweise Suppe gelöffel worden. Die "Suppenmeile" ist ein Ereignis, das immer am Buß- und Bettag stattfindet und vor allem Sachsen zum Marktplatz der Stadt zieht. Denn im benachbarten Bundesland ist dieser Tag ein Feiertag.

Besucher der Suppenmeile sitzen an Tischen und essen (Foto: rbb/Schilka)
Bild: rbb/Schilka

"Mal was anderes"

Thailändische Fischsuppe, Wasserbüffeltopf oder Currywursteintopf - die Besucher konnten sich ab dem Vormittag durch rund 40 Kochtöpfe probieren. Die Schlangen waren lang, am längsten bei der Holundersuppe. "Man macht sich das nicht selbst und kann es hier mal kosten", meint eine Besucherin. Die verschiedenen Rezepte bieten eine willkommene Ablenkung für gelangweilte Geschmacksknospen, so eine andere Besucherin. "Das ist mal was anderes. Nicht die eigene Küche, sondern mal was schönes Leckeres."

Einschränkungen durch die Pandemie

"Es ist wieder Trubel in der Stadt und darüber sind wir glücklich", sagte Bürgermeisterin Anja Heimrich (CDU). "Alle Gewerbetreibende sind uns treu geblieben, die Köche auch. Also wir haben niemanden eingebüßt. Aber es ist ein Kraftakt, nach so langer Zeit auch das Personal zu finden, das an so einem Tag auf den Markt kommt."

Die Suppenmeile gibt es seit 2005, in diesem Jahr fand sie zum 16. Mal statt. Die mathematische Lücke erklärt sich durch die Corona-Pandemie. 2020 musste die Veranstaltung abgesagt werden. Im zweiten Coronajahr 2021 konnte sie trotz damals hoher Inzidenz wieder stattfinden, allerdings in eingeschränkter Form. So konnten die Suppen nicht vor Ort gegessen werden. Die Besucher mussten mit Behältern nach Elsterwerda kommen, um die gekauften Suppen mit nach Hause zu nehmen.

Besucher der Suppenmeile stehen mit Körben an (Foto: rbb/Schilka)
Bild: rbb/Schilka

Doch auch in diesem Jahr standen viele mit Weidenkorb in den Schlangen, um Proviant mitzunehmen. Ein Besucher hat sich "einen Vorrat geholt", in seinem Korb waren unter anderem Gräupcheneintopf und Kohlrübeneintopf. "Ein bisschen wird noch eingefroren, damit man ein bisschen länger was davon hat."

Mit Informationen von Isabelle Schilka.

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.11.2022, 15:10 Uhr

Nächster Artikel

Bild in groß
Bildunterschrift