Der neue Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus, Alexander Merzyn (Bild: Ron Petraß)
Ron Petraß
Audio: Antenne Brandenburg | 03.12.19 | Christian Matthee | Bild: Ron Petraß

Interview | Neuer Generalmusikdirektor Alexander Merzyn - "Die Cottbuser lieben ihr Theater"

Alexander Merzyn ist der neue Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus. Der kommissarische Generalmusikdirektor konnte sich gegen 140 Mitbewerber durchsetzen. Im Interview spricht er über seine Pläne und auch über den Rückhalt im Haus.

Mit großer Mehrheit ist Alexander Merzyn am Montag von den Musikern des Hauses und vom Stiftungsrat neuen Generalmusikdirektor gewählt worden. Kommissarisch hatte der 36-Jährige das Amt bereits seit August 2018 inne. Merzyn hat bereits Erfahrung mit zahlreichen Orchestern in Europa und Asien gesammelt. 

Herr Merzyn, Sie haben sich am Montag gegen 140 Bewerber durchgesetzt, was haben Sie nach der Wahl zuerst gedacht?

Vom Ergebnis der Abstimmung wusste ich schon seit einiger Zeit, aber der Stiftungsrat hat darüber zu entscheiden. Über die Entscheidung im Stiftungsrat bin ich sehr froh und sehr erleichtert.

Erstmalig wurde auch das Philharmonische Orchester, der Chor und die Sängerinnen und Sänger vom Ensemble mit einbezogen. Die haben mehrheitlich für Sie gestimmt. Wie wichtig ist Ihnen dieser Rückhalt?

Der ist absolut unverzichtbar. Wenn ich den nicht hätte, könnte ich den Beruf nicht machen, das geht gar nicht anders. Mein Dirigierstock klingt schließlich nicht von allein. Wenn die, mit denen ich Musik mache, nicht wollen, dann kann man es gleich vergessen.

Nun sind Sie auch offiziell Generalmusikdirektor, Sie waren es einige Zeit kommissarisch, welche musikalischen Akzente wollen Sie setzen?

Ich möchte auf jeden Fall versuchen, dass wir das Orchester noch ein bisschen mehr in der Region verankern. Nicht nur in Cottbus, auch um Cottbus herum, so dass wir Brandenburg noch mehr durchschreiten und an mehr Stellen in Brandenburg präsent sind. Ansonsten fänd ich es schön, wenn man auch die Kooperation mit Institutionen vor Ort noch mehr ausbauen könnte. Ich denke da zum Beispiel an die Brandenburgische Technische Universität. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben für gemeinsame Projekte, für gemeinsame Begegnungen. Auch mit dem Konservatorium, aber da haben wir die Zusammenarbeit schon ein bisschen ausgebaut. Auch da können wir die Bande noch enger knüpfen.

Die Cottbuser kennen Sie vor allem hinter dem Dirigentenpult, nun wollen wir Sie privat ein bisschen besser kennenlernen. Vervollständigen Sie bitte die folgenden Sätze.

Geboren bin ich in...?

Kiel.

Mein erstes Instrument war...?

... die Blockflöte.

Studiert habe ich...?

... Cello und dann Dirigieren.

Nach Cottbus gekommen bin ich, weil...?

... mich der damalige Generalmusikdirektor angerufen hat und gefragt hat, ob ich daran eventuell Interesse habe. Dann habe ich vordirigiert und so ist es passiert.

Cottbus ist schön, weil...?

... das Theater total im Zentrum steht, die Cottbuserinnen und Cottbuser das Theater lieben, und es um Cottbus herum und darüber hinaus noch wunderbare Natur gibt, in der man sich gut erholen kann.

Privat höre ich Musik von...?

... ehrlich gesagt ausschließlich Klassik, relativ langweilig.

Vor einem Konzert entspanne ich mich...?

... indem ich noch einen längeren Spaziergang mache oder ein bisschen in der Natur bin.

Wenn ich nicht am Dirigentenpult stehe, dann...?

... studiere ich Partituren (lacht). Nein, ich mache mit meinen Kindern etwas, die wollen auch was von mir haben.

Dann wünschen wir Ihnen Zeit für Ihre Familie und viel Erfolg als neuer Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus.

Vielen Dank!

Das Interview führte Christian Matthee. Dieser Artikel ist eine redigierte Fassung des Gesprächs.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Na das mit der schönen Natur wird ja bald durch die Kohlenkumpels vorbei sejn!

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