Mit Fördermitteln aus dem Strukturwandelfonds - Wie eine alte Lausitzer Ziegelei zu einem Erholungsort werden soll

Fr 29.04.22 | 17:31 Uhr
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Blick in die alte Ziegelei in Muckwar (Foto: rbb/Mastow)
Audio: Antenne Brandenburg | 29.04.2022 | Daniel Mastow | Bild: rbb/Mastow

Mit der "Wilden Möhre" verbinden Musikfans ein Festival in Südbrandenburg. Doch die Organisatoren planen ein neues Großprojekt. In eine Fabrikruine soll wieder Leben kommen. Bevor es so weit ist, haben viele Helfer viel zu tun. Daniel Mastow war dort.

Es ist ein gigantisches Fabrikareal. Zwölf Gebäude stehen auf dem Gelände in Muckwar (Oberspreewald-Lausitz) - Hallen, ehemalige Werkstätten und Wohngebäude. Hier soll innerhalb der nächsten Jahre viel entstehen: Ein Raum für Erwachsene zum Entspannen, Lernen, Essen.

Dahinter stecken die Macher des Lausitzer Kulturfestivals "Wilde Möhre". Im Jahr 2018 hat Chef Alexander Dettke die Alte Ziegelei gekauft. Zuletzt wurde das Gelände von einer Spedition genutzt, bevor es vier Jahre lang leer stand. Jetzt verbringen dort viele Helfer viel Zeit, um den Zukunftsplänen Stück für Stück näher zu kommen.

Blick in die alte Ziegelei in Muckwar durch ein kaputtes Fenster (Foto: rbb/Mastow)
Bild: rbb/Mastow

Verschiedene Wünsche der Gäste erfüllen

Als Alexander Dettke und sein Team das erste Mal auf das Gelände kamen, seien sie total erschlagen gewesen, sagt er. Überall lagen Dinge herum, wie zerstörte Möbel, Hausmüll heruntergefallene Dachteile. Alles sei eingeschlagen gewesen, viel "abgefackelt", so Dettke. "Man hat schon gesehen, dass das hier über mehrere Jahre ziemlich stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und sich Leute ausgetobt haben."

Die ersten Schritte, das Aufräumen und Klarheit schaffen, sind inzwischen passiert. Um zu erahnen, was einmal entstehen soll, braucht es aber noch Fantasie. Künftig sollen hier ganz unterschiedliche Wünsche der Gäste bedient werden. "Wir versuchen eine Verbindung zu finden, zu sagen: Wir bauen hier ein Spa, eine Sauna, ein warmes Bad - aber du hast auch irgendwo einen Platz, wo du vielleicht in Ruhe arbeiten kannst", so Dettke. Werkstätten sind geplant, in denen neue Dinge erlernt werden können, auch ein Restaurant soll entstehen. "Aber es gibt auch den Wald, wo du einfach in Ruhe sein kannst."

Blick auf die alte Ziegelei in Muckwar (Foto: rbb/Mastow)
Bild: rbb/Mastow

19 Millionen Euro Fördermittel aus dem Strukturwandeltopf gibt es für das Projekt "Wilde Zukunft" [brandenburg.de]. "Die 19 Millionen sind so aufgeteilt: Das ist erstmal die gesamte "Wilde Zukunft" und die gliedert sich in unseren Ursprung, das Festivalgelände - da sollen Gebäude restauriert und Infrastruktur geschaffen werden - und hier in die alte Ziegelei kommen 14 Millionen Euro. Da entsteht das Ressort", so Alexander Dettke.

Doch für die Umsetzung fehle noch das Baurecht. Denn weil die Industrie verschwunden ist, hole sich die Natur das Gelände zurück. "Planungsrechtlich verpufft das einfach, es ist ein weißer Fleck", so Dettke. Nun müssten wieder Pläne gemacht und der Naturschutz mit einbezogen werden, ob auf dem Gelände schützenswerte Tierarten leben. Mit den Behörden sei man im Gespräch. Alexander Dettke hofft, dass in zwei Jahren der Bebauungsplan fertig ist.

Umbau 2026 fertig?

Bis dahin werde weiter aufgeräumt und vorbereitet. So wurde zum Beispiel der angrenzende Wald der Ziegelei durchforstet. "Wir haben das Schadholz, das Käferholz und abgestorbene Bäume entnommen", so Helfer Florian Baumert. Das Holz werde nun für die Ziegelei und andere Projekte genutzt. Für das Festival "Wilde Möhre" sind zum Beispiel Toilettenhäuschen und Sitzgelegenheiten gebaut worden.

Ende Juli soll das Kulturfestival im sieben Kilometer Luftlinie entfernten Ort Göritz (Spree-Neiße) wieder stattfinden. Seit 2013 treffen dort an einem Sommerwochenende elektronische Musik, Kleinkunst, Theater und Workshops aufeinander. Und wenn alles nach Plan läuft, soll in vier Jahren auch die alte Ziegelei Muckwar neue Gäste auf einem fertig umgebauten Areal empfangen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 29.04.2022, 15:40 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Ein Privatmann (!) wird mit 14 Mille gefördert? Wem gehört dann das Gelände nach der Sanierung? Ob das so stimmt?

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