Abgebrannte Wald- und Heideflächen sind auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg zu sehen. (Quelle: Julian Stähle / ZB)
Video: Brandenburg aktuell | 07.07.2018 | Julia Baumgärtel | Bild: ZB

Waldbrand auf ehemaligem Truppenübungsplatz - Brand in Lieberoser Heide ist gelöscht

Der Großbrand in der Lieberoser Heide - der größte seit Jahren in Brandenburg - ist gelöscht. Die Feuerwehr hat inzwischen alle Einsatzkräfte abgezogen. Allerdings werden Brandwachen die Flächen noch weiter beobachten.

Der Waldbrand in der Lieberoser Heide ist seit Freitagabend gelöscht. Das hat die Leitstelle Lausitz dem rbb bestätigt. Alle Einsatzkräfte seien inzwischen abgezogen worden, hieß es. Allerdings würden Brandwachen die Fläche in den nächsten drei Tagen weiter beobachten.

Der Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz war am Donnerstagvormittag ausgebrochen. Er hatte sich auf über 400 Hektar Fläche ausgeweitet. Weil auch Teile der sogenannten "roten Zone" brannten, in der sich immer noch Munition befindet, konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr teilweise nur aus der Ferne oder von der Luft aus löschen.

Brandursache wohl Munition

Am Freitagnachmittag brannte es noch auf rund 200 Hektar. Am Abend hatte Feuerwehr vorsichtige Entwarnung gegeben: "Die Situation gegenüber heute Morgen hat sich deutlich verbessert", sagte Ronald Judis, Kreisbrandmeister des Landkreises Dahme-Spreewald, in der rbb-Sendung "Brandenburg aktuell". Die vom Waldbrand betroffenen Flächen seien auch mit Hilfe zahlreicher Löschfahrzeuge den Tag über gekühlt worden. Aus der Luft seien inzwischen keine Rauchsäulen mehr sichtbar.  

Experten vermuten alte Munition in der "Roten Zone" - wo sich jahrzehntelang ein Truppenübungsplatz befand - als Ursache des Waldbrandes. Durch die Hitze habe sie sich vermutlich entzündet.

Verstärkung aus Sachsen angefordert

Seit Donnerstagmittag brannten in der Lieberoser Heide zeitweise fast 400 Hektar Wald - das entspricht rund 560 Fußballfeldern. Wegen des Brandes wurde die Bundesstraße 168 zwischen Peitz und Lieberose voll gesperrt.

Bis zu 50 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr waren vor Ort im Einsatz, manche von ihnen kamen eigens aus Sachsen. Betroffen von den Flammen sind laut Oberförsterei Cottbus sowohl Flächen einer Natur-Stiftung als auch Landesflächen mit einem Stück Wald nördlich der Gemeinde Turnow-Preilack (Spree-Neiße).   

Wirtschaftlicher Schaden ist nach Angaben von Förstern durch den Waldbrand in der Lieberoser Heide nicht entstanden. Denn auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz wird die Natur sich selbst überlassen.

Einige Detonationen gehört

Das Heideland-Gebiet war von 1942 bis 1992 als Truppenübungsplatz genutzt worden - zunächst von der Waffen-SS, dann von der Roten Armee. Es war einer der größten Schießplätze in der DDR. Teilweise liegt noch Munition offen herum. Am Donnerstag hatten die freiwilligen Helfer bereits einige Detonationen gehört.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch und Dahme-Spreewald-Landrat Stephan Loge bedankten sich am Freitag bei den Helfern, die großteils ehrenamtlich das Feuer bekämpften.

Schröter: "Einsatzkräfte leisten Großartiges"

Auch Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) dankte den Beteiligten im Kampf gegen die Waldbrände in Brandenburg. "Im Kampf gegen die Brände leisten die Einsatzkräfte Großartiges", so Schröter laut einer Mitteilung. Der Dank richtete sich an die Feuerwehren, die Bundespolizei, die Bundeswehr und die sonstigen Einsatzkräfte.

Schröter bezog sich dabei nicht nur auf die Lieberoser Heide, sondern auch auf Storkow (Oder-Spree), wo am Donnerstag rund 100 Hektar Wald- und Feldfläche brannten, sowie auf mehrere kleinere Brände an anderen Orten in Brandenburg, wie das Innenministerium am Freitag mitteilte.

Da die Gefahr weiterer Brände aufgrund der anhaltenden Trockenheit nicht gebannt ist, bitte er um "größte Umsicht". "Unbedachtes Verhalten kann katastrophale Folgen haben."

In fast ganz Brandenburg höchste Waldbrand-Warnstufe

Im vergangenen Jahr hatte es einen ähnlichen großen Brand in der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus gegeben. 250 Hektar eines heutigen Naturschutzgebietes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatzes hatten gebrannt. Es war der größte Waldbrand Brandenburgs im Jahr 2017. Damals hatte ein Unwetter den Großbrand gebändigt. Begleitet von Donner und Blitzen war massiver Starkregen und Hagel auf die Flammen geprasselt.

Weil Regenfälle zuletzt ausblieben, gilt inzwischen in der Mitte und im Süden Brandenburgs die höchste Waldbrand-Warnstufe. Erst am Mittwoch hatte ein Großbrand bei Storkow (Oder-Spree) etwa 100 Hektar Wald vernichtet. Laut Meteogroup ist bis zum Wochenende weiterhin kaum Regen zu erwarten.

Wildnis in Lieberoser Heide

Die Lieberoser Heide erstreckt sich auf etwa 25.500 Hektar Fläche. Ein Teil davon (3.150 Hektar) gehört seit 2003 der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Sie setzt sich dafür ein, dass sich ungestört Wildnis entwickeln kann. Die Lieberoser Heide besteht heute aus Sandgebieten, Heideflächen, aber auch zum Teil aus Wäldern. Ein Teil der Fläche gehört zum Landeswald.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.07.2018, 17.00 Uhr  

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Danke @rbb und Chris für die Klarstellungen. Artikel/Beitrag waren verwirrend, jetzt ist's ja klarer dargestellt. Schönes Wochenende

  2. 4.


    Neben 43 Einsatzfahrzeugen wurde am Donnerstag als Löschhilfe ein Hubschrauber der Bundespolizei angefordert. Im Einsatz ist nach derzeitigem Stand am Freitag ein Hubschrauber der Bundeswehr.

  3. 3.

    Die Bundespolizei war GESTERN mit einem Hubschrauber im Einsatz - HEUTE ist die Bundeswehr mit einem Hubschrauber im Einsatz. Der Fernseh-Beitrag ist von GESTERN ABEND .

  4. 2.

    sorry, rbb, scheint ihr müsstet euren Artikel überarbeiten. Im audiovisuellen Beitrag wird sowohl vom Moderator als auch vom interviewten Cottbusser Feuerwehrmann von einem Hubschrauber der BundesPOLIZEI gesprochen, NICHT der BundesWEHR. Die soldatischen Vorgänger der letzteren, unserer kämpfenden Weltfriedensbringer, haben hingegen dafür gesorgt, dass das Gelände nicht ordentlich zu löschen ist...

  5. 1.

    Schlechte Zeiten, vielleicht auch für Wölfe.

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