Audio: Antenne Brandenburg | 04.07.2018 | Bild: Florian Teichert

Klimatisiert übers Feld - Auch bei Hitze muss geerntet werden

Bei brennender Sonne und 30 Grad scheint das Ernten auf den Brandenburger Feldern kein lukrativer Job zu sein. Doch die Zeit drängt, das Getreide muss vom Feld. Die Landwirte wissen sich zu helfen, auch durch moderne Technik. Von Florian Teichert

Fast golden erstrahlen die Roggenfelder zwischen Saßleben und Kalkwitz bei Calau (Oberspreewald-Lausitz). Von weitem sieht man den Staub aufwirbeln, die Ernte ist in vollem Gange. Äußerlich scheint mit dem Getreide auch alles in bester Ordnung zu sein. Doch das ist in diesem Jahr nicht der Fall. Der Roggen wachse in diesem Jahr allenfalls durchschnittlich, meint André Scharkowski, Produktionsleiter der Bäuerlichen Produktionsgemeinschaft Saßleben. Das Korn sei in diesem Jahr deutlich kleiner, Schmachtkorn genannt. Gut für den Müller, da das Korn in der Mühle des Müllers besser durch die Transportrohre fallen kann, aber schlecht für den Ertrag.

Von Noternten ist die Rede. Das Getreide dürfe nicht länger auf dem Feld bleiben, andernfalls sei die Ernte mit Maschinen gar nicht mehr möglich. Die geschwächten und trockenen Halme würden abknicken, noch bevor die Maschinen auf das Feld rollen. Daher wird zwei Wochen früher als üblich geerntet. Laut Scharkowski hätte es mit mehr Regen eine richtig gute Ernte werden können. Bei der Gerste müsse er Einbußen von knapp 30 Prozent hinnehmen.

Blick aus dem Cockpit Bild: Florian Teichert

Die Klimaanlage läuft

Ins Schwitzen kommt Mähdrescherfahrer Michael Debel bei seiner Arbeit nicht. Moderne Landmaschinen sind vollgestopft mit Technik. Auch dabei: eine leistungsstarke Klimaanlage. So darf sich Debel über angenehme 22 Grad in seinem Führerhaus freuen. "Früher war das eher eine Hitzeschlacht", meint Debel. "Da hatten wir im Mähdrescher 50 Grad, wenn draußen 32 Grad waren. Das ist jetzt ganz anders. Man hält es nun doch den ganzen Tag aus."

Fahrer Michael Debel auf dem Weg zum Mähdrescher Bild: Florian Teichert

Hohe Brandgefahr durch Hitze

Neben geringeren Erträgen bergen Hitze und Trockenheit auch eine weitere Gefahr: "Man muss die Maschine recht gut im Blick behalten", sagt André Scharkowski. "Gerade was das Schneidwerk angeht. Wenn da was verbogen ist, dann kommt es zu einer starken Reibung. Das geht so weit, dass dann die Klingen ausglühen. Wenn man das nicht rechtzeitig merkt, kann es schon mal zu einem Feldbrand kommen."

Wenn so etwas passiert gilt: sofort die 112 wählen. Auch wenn der Mähdrescher mit einem Feuerlöscher ausgestattet ist, reicht der maximal für den Anfang. Und sollte es tatsächlich brennen, dann ist das Wichtigste erstmal den Mähdrescher in Sicherheit zu bringen. Mit einer Viertel Million Euro ist der nämlich die teuerste Maschine im Fuhrpark. Zum Glück sind solche Brände selten. bei André Scharkowski passierte so etwas vor 10 Jahren das letzte Mal.

Damit aber die Brandgefahr sinkt, sollte es vor allem mal wieder regnen. Diesen sehnlichen Wunsch haben alle Landwirte im Land.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.07.2018, 15:10 Uhr

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