Paddler an der Gewitterschleuse in Burg
Audio: Antenne Brandenburg | 03.06.2019 | Kabisch/Schomber | Bild: rbb/Anja Kabisch

Konferenz berät über Aktionsplan - Der Spreewald soll sauberer werden

Der Spreewald ist eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft. Und er braucht Hilfe. Fließe sind verschlammt und verkrautet und teilweise gesperrt. Wehre und Schleusen müssen saniert oder neu gebaut werden. Ein Aktionsplan soll helfen. Von Anja Kabisch

Der Spreewald ist ein Brandenburger Juwel, einzigartig in Europa. Über 300 Fließe durchziehen ihn und machen ihn vor allem für Wassertouristen zum Eldorado. Allerdings ist diese Natur- und Kulturlandschaft angeschlagen: Fließe sind verkrautet und verschlammt, einige mussten deshalb bereits gesperrt werden.

Nun soll ein Aktionsplan helfen. Der ist bereits in der vorigen Woche vorgestellt worden. Am Montag ist er auf der Spreewaldkonferenz in Lübbenau mit den Akteuren vor Ort beraten worden.

Gewitterschleuse in Burg/Spreewald
Schleusen in Burg/Spreewald | Bild: rbb/Anja Kabisch

Die Ausgangslage: Zu DDR-Zeiten wurden die Fließe regelmäßig entschlammt und entkrautet. Nach der politischen Wende gab es in den 1990er Jahren eine neue Gesetzgebung. Mit Inkrafttreten eines neuen Bodenschutzgesetzes blieb der Schlamm in den letzten 25 Jahren in den Fließen. Mit der Folge, dass einige kaum oder nur sehr schlecht befahrbar waren - was sich auch auf den Tourismus auswirkte.

Teilnehmer der Konferenz in Lübbenau
Teilnehmer der Konferenz in Lübbenau | Bild: rbb/Anja Kabisch

Mehrere Millionen Euro für die Entschlammung

Ab dem Jahr 2021 sollen drei Millionen Euro pro Jahr in die Entschlammung des Spreewalds fließen. Schon in diesem Jahr stehen 350.000 Euro und weitere 500.000 Euro im nächsten Jahr bereit, hieß es auf der Konferenz am Montag in Lübbenau. So könnten gesperrte Fließe bald wieder befahrbar werden. Kurzfristige Maßnahmen sind durch das Umweltministerium finanziell abgesichert, hieß es.

Zudem soll Geld für die Sanierung und den Neubau von Wehren und Schleusen ausgegeben werden, ebenso für die Pflege von für den Spreewald typischen Feuchtwiesen.  

Das Geld soll aus dem Etat des Landes Brandenburg fließen, ebenso könnten Förderprogramme von Bund und EU angezapft werden, gab sich Kurt Augustin vom Landesumweltministerium optimistisch.

Und er hoffte darauf, Investitionen mit Geldern aus den Kohleausstiegs-Strukturfödermitteln vorantreiben zu können.  

In der kommenden Woche soll der Plan vom Brandenburger Landtag verabschiedet werden.

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2 Kommentare

  1. 2.

    Wenn wir endlich aus der Braunkohle aussteigen, klappt es vielleicht die hohe Sulfat und Eisenbelastung des Wassers wieder in den Griff zu bekommen.

  2. 1.

    Ich kann mich noch erinnern, dass zu DDR-Zeiten die Fließe im Spreewald durch das Kraftwerk ganzjährig so warm waren, dass man dort regelmäßig Aquarienfische (Guppies, Schwertträger...) sehen konnte.

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