Senftenberger See im Lausitzer Seenland (Foto: dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 05.09.2019 | Ralf Jußen | Bild: ZB

Trockenheit - Senftenberger See droht kritischer Wasserstand

Der trockene und heiße Sommer hat im Lausitzer Seenland auch in diesem Jahr Spuren hinterlassen. Der Wasserstand im Senftenberger See sinkt. Inzwischen liegt er etwas über dem kritischen Wert von 2018 - als ein Inselteil ins Rutschen kam.

Bange Blicke auf den Pegel des Senftenberger See (Oberspreewald-Lausitz): Derzeit liegt der Wasserstand nur noch 14 Zentimeter über dem als kritisch geltenden Wert von 98,3 Meter über Normalhöhennull. [Hydrologische Daten bei luis.brandenburg.de] Ausgiebiger Regen ist in den kommenden Tagen nicht in Sicht.

Vor einem Jahr war bei niedrigem Wasserstand ein Teil der Insel im See weggerutscht. Damals wurden 97,7 Meter gemessen.

Experten beobachten Situation genau

Am 13. September 2018 war ein 250 mal 200 Meter großes Stück der Insel weggerutscht. Als Ursache wurde schon damals der geringe Wasserstand genannt. Denn je mehr Wasser im See ist, desto größer ist der Druck auf die Uferbereiche und genau diesen Druck braucht auch die Insel, um stabil zu bleiben. Daher beobachten das Landesumweltamt und der Bergbausanierer LMBV die Entwicklung ganz genau. Allein in der vergangenen Woche war der Pegel im Senftenberger See um vier Zentimeter gefallen.

Ganz konkreter Auslöser der Rutschung soll damals eine auf der Insel lebende Rotte Wildschweine gewesen sein.

Sanierung soll weitergehen

Der komplette See war nach der Rutschung im September 2018 gesperrt worden. Es folgten erste aufwändige Sanierungsarbeiten. Im April 2019 konnte das Gewässer wieder für Bootsfahrer und Schwimmer freigegeben werden.  

Wenn die Wassersaison beendet ist, sollen nach aktueller Planung die Arbeiten am 1. November fortgesetzt werden, sagt der Sprecher des Bergbausanierers LMBV, Uwe Steinhuber, rbb|24. Doch auch nach dem kommenden Winter werden sie nicht beendet sein. Es wird damit gerechnet, dass die Sanierung mehrere Jahre dauern wird.

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7 Kommentare

  1. 7.

    Das würde ich so nicht unterschreiben auf 13 qkm Fläche verdunstet auch einiges an Wasser. Weiterhin neigt dieser See als ehemaliger Tagebau zur Übersäuerung, wodurch ein regelmäßiger Wasseraustausch (Zu- und Abfluss) wichtig ist. Ansonsten kann es schnell viele Fischkadaver geben.
    Alternativ zum Wasseraustausch könnte man mit dem Eintrag verschiedener Karbonaten gegensteuern. Das ist aber teuer.

  2. 6.

    Hier mag es wegen der Rutschung explizit um den Senftenberger See gehe. Aber deutlich gesunkene Pegel ist sicherlich ein grundsätzliches Problem für alle Gewässer in Brandenburg. Ob es nun am Klimawandel liegt ist zweitrangig.

  3. 5.

    Dan würde ich mal sagen weniger Wasser ab lassen. Der Senftenberger See hat eine Natürliche Quelle. Der Pegel kan nur sinken wen man Wasser abgibt und weiß das die Natürliche Quelle garnicht so viell wasser ab giebt! Da werden die Bohlen oder das Wehr am Auslauf gezogen oder auf gemacht weil BASF sonst Wasser Teuer zu kaufen muss. Was ist Wichtiger Sicherheit für See Besucher und Turisten. Oder das Anliegen eines Miliarden schweren Konzern. Selbst das Schleusen müßte Dan eingestellt werden zum Geierswalder See. In Sachsen wo die Schwarze Elster endspringt Regnet es doch genug wo ist das Wasser des Flusses hin?

  4. 4.

    Wenn das mit der Trockenheit so bleibt, wird es bald noch mehr solche Mondlandschaften geben.
    Denn das Wasser wird bestimmt nicht mehr.

  5. 3.

    Na den Tagebau kann man wenigstens noch fluten. Im Untertagebau wird ja zurecht von "Ewigkeitskosten" gesprochen. Beim Atommüll ist das immer Thema, aber die Gruben kümmert niemand.

  6. 2.

    Wann war der See Kohleloch, vor 50 Jahren? Nur mal so zum nachdenken wie lange uns die heutigen Löcher noch mindestens beschäftigen werden. Von den Kosten mal ganz abgesehen.
    Alle die heute einen zeitnahen Ausstieg verhindern wollen weilen dann nicht mehr auf diesem(zerstörten)Planeten.

  7. 1.

    Tja, Klimawandel halt. Brandenburg wird zur Steppe. Wird spannend wenn wir unser Essen dann aus Sibirien beziehen müssen.

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