Umweltschutzaktivisten (Ende Gelände - Aktiontage 2016 in der Lausitz); Quelle: imago images/Christian Mang
Audio: Antenne Brandenburg | 20.11.19 | Sebastian Schiller | Bild: imago images Christian Mang

Aktion im Lausitzer Revier - "Ende Gelände" verspricht Gewaltfreiheit - Gegenprotest geplant

Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" kündigt für Ende November eine Massendemonstration im Lausitzer Braunkohlerevier an. Die Proteste sollen friedlich verlaufen, heißt es. Derweil regt sich Widerstand gegen die Demonstranten.

Für das letzte Novemberwochenende ruft das Aktionsbündnis "Ende Gelände" zu einer Massendemonstration im Lausitzer Braunkohlerevier auf. Demonstranten sollen aus ganz Deutschland anreisen. Die Bilder eines Klima-Camps 2016 sollen sich nach Angaben der Organisatoren aber nicht wiederholen. Bei einer Diskussionsrunde am Dienstag versprach "Ende Gelände" Gewaltfreiheit.

Bei der Diskussionsrunde waren auch Vertreter von Fridays for Future, eine Wissenschaftlerin und ein Vertreter der Bergbaugewerkschaft IG BCE dabei. Teils hitzig wurde über die geplanten Aktionen gesprochen. Aus dem Publikum, in dem mehr Kohlebefürworter als -gegner saßen, gab es immer wieder Spott für die Aktivisten. Dennoch lud "Ende Gelände" alle ein, sich bei den Aktionen selbst ein Bild zu machen.

Vor allem die Szenen von Pfingsten 2016, bei denen Tore gestürmt und Kraftwerksanlagen beschädigt wurden, sind heftig kritisiert worden. Nike Mahlhaus von "Ende Gelände" versicherte aber, es gebe einen Verhaltenskodex. "Es sind mehrere Tausend Menschen und die Menschen, die sich nicht daran halten, sind nicht Teil der Aktion", erklärt sie.

Anders als 2016 soll es kein Camp geben. Stattdessen würden alle Aktionen an einem Tag durchgeführt. Auch das Leipziger Revier soll nach Angaben von "Ende Gelände" blockiert werden. Das Ziel der Aktionsgruppe ist die Blockade und vorübergehende Stilllegung der Tagebauanlagen und Kraftwerke. Wo genau die Aktionen aber stattfinden sollen ist bislang nicht bekannt.

Gegenprotest mit Familienfest geplant

Unterdessen wird in der Region ein Aufruf zum Gegenprotest gegen "Ende Gelände" am 29. November über den Messenger-Dienst Whatsapp geteilt. Dem Aufruf zufolge wollen die Bündnispartner "Laut für unsere Lausitz" sein. "Mit den Familien der Lausitz setzen wir ein Zeichen gegen Gewalt" heißt es dort.  

Auf dem Aufruf sind Logos der Handwerkskammer Cottbus, der Industrie- und Handelskammer Cottbus, der Lausitzrunde oder auch der Vereine Energie Cottbus und Lausitzer Füchse zu sehen.

Auf Nachfrage des rbb bestätigt Christine Herntier, Sprecherin der Lausitzrunde und Bürgermeisterin von Spremberg (Spree-Neiße), dass es am 29. November ein Familienfest, initiiert vom Tagebaubetreiber Leag vor dem Kraftwerk Schwarze Pumpe geben soll. Auch die Cottbuser IHK bestätigt auf Nachfrage, dass der Aufruf unterstützt werde, ebenso wie die Sportvereine Lausitzer Füchse und Energie Cottbus. Man wolle damit ein Zeichen gegen Gewalt und Krawalle setzen, heißt es.

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36 Kommentare

  1. 36.

    Man muß erstmal die neue Energie etablieren bevor man die alte abschaltet sonst wird es finster .
    Nur ist das Problem mit Sonne und Wind das sie nicht sinnvoll gespeichert werden kann.
    Ergo ist momentan Wasserstoff der einzig machbare Weg um von der Kohle weg zu kommen .
    Hergestellt in Afrika aus Sonnenenergie ,speicherbar und mit Wasserstoff angetriebenen Schiffen dorthin transportiert wo es gebraucht wird. Hilft dem Klima ,hilft Afrika , hilft Europa.

  2. 35.

    "Braunkohle ist einer der ärgsten Klimakiller" ... Klimawandel? Damit lässt sich prima Stimmung machen, nur leider lässt er sich ...egal auch WIE .. NICHT aufhalten .. die Erde ist seit Millionnen von Jahren im Wandel ... gerade auch beim Klima, der Mensch (der sich fortpflanzt ohne Verstand)wird irgendwann aussterben ... hätten alle mal in der Schule aufgepasst, wüssten sie, wie und wann sich das Klima geändert hat ... ich will nicht bestreiten, das der Mensch einen Anteil daran hat, aber als der Mensch noch nicht da war, war es definitiv wärmer, gab mehr CO2 und mehr O2 ... wie und warum ist Kohle, Erdas, Erdöl, Kreide und und und entstanden? Einfach mal in der Schule aufpassen oder googlen .... was übrigens auch jede Menge Energie vergeudet .... also mal nachdenken oder zurück in die Erdhöhle ... aber was ist mit "normalen" Feuer? Damit hat es angefangen?

  3. 34.

    ...warum fahrt ihr nicht nach Rußland und China? Da könnt ihr noch mehr Kohlekraftwerke platt machen ... ich wünsche euch viel Erfolg, ich hoffe am Wochenende bricht das Energienetz zusammen und kein Funkmast geht mehr .... nicht falsch verstehen, ich bin auch für einen Ausstieg, aber in geordneten Bahnen mit Konzepten und nicht so chaotisch

  4. 33.

    Schön, wenn man so gar nichts von Physik und Elektrotechnik weiß! Aber Gottseidank heben auch die schlimmsten Ideologien (und der Fanatismus von Ende Gelände & Co. gehört dazu) keine Naturgesetze auf. Noch benötigt man zur sicheren Gewährleistung einer gleichbleibenden Grundlast einen Energieträger, der ständig und in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Und das sind derzeit ausschließlich Braun- und Steinkohle. Auch Erdgas ist aufgrund der derzeitigen Split. Lage (Rivalität mit Russland) nicht sicher. D. h.: Erst Speicher für umweltverträglich erzeugten Strom, und dann Kohleausstieg. Alles andere führt dazu, dass zu Spitzenzeiten Kohlestrom aus Polen und Atomstrom aus Frankreich ins deutsche Stromnetz eingespeist werden muss.

  5. 32.

    Warum werden dann rings um die Tagebaue Markierungen angebracht wo sogenannte Aktivisten sich treffen um Gleise zu blockieren und heimlich in die Tagebaue einzumarschieren. Da kommt wieder nur Zerstörung und liegen gelassener Müll raus. Und gewaltfrei sind diese Leute mit Sicherheit nicht. Siehe Pfingsten 2016 oder Hambacher Forst.
    Wenn die friedlich demonstrieren wollen brauch man keine Leute die bei Nacht und Nebel Gelände auskundschaften.

  6. 31.

    Sie wollen eine Erklärung, warum die Aktivisten "vermummt" und mit verklebten Fingerspitzen auftreten? Sie glauben deshalb, dass sie nur Gewalt wollen? Ich erkläre es Ihnen gerne. Nur leider wird Sie das nicht zufriedenstellen.

    Vermummt tritt kein einziger Aktivist auf. Es gilt das Vermummungsverbot. Die Menschen schützen sich gegen gesundheitsgefährdenden Kohlestaub. Die Fingerspitzen werden verklebt, damit die Fingerabdrücke nur mit Verzögerung (Ablösen des Klebers mit Lösemitteln) identifizierbar sind. Ihr Vorwurf, man wolle damit Gewalt ohne Folgen ausüben können, ist schlichtweg falsch. Man will in Wirklichkeit verhindern, dass Unsummen für völlig absurde Anklagen geblecht werden müssen. Die Anklage lautet in keinem Fall Körperverletzung (Gewalt), denn da hilft das Verkleben überhaupt nix (U-Haft ist möglich!). Angeklagt wird das Betreten fremden Eigentums (Landfriedensbruch) - womit übrigens zwangsenteigneter Grund und Boden gemeint ist!

  7. 30.

    Ein Zeichen gegen Gewalt von der LEAG? Fridays for Future wird vor dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde demonstrieren! In ausdrücklicher Solidarität mit Ende Gelände! Wirft man FFF ebenfalls Gewalt vor?

    Am 30.11. wird es keine Gewalt von Ende Gelände geben. Aber es wird Gewalt von der Polizei geben. Die PR-Veranstaltung ("Famlienfest") des klimazerstörenden Kohlekonzerns LEAG kann also abgesagt werden.

  8. 29.

    Gähn ... IHRE Platitüden und Worthülsen ermüden erheblich!!

    Gut, dass es einen Gegenprotest gibt. Und wir werden sehen, ob "Ende im Gelände" friedlich bleibt. Aber vermummt und mit abgeklebten Fingerspitzen tatsächlich kaum vorstellbar. Und natürlich gehören "... die Menschen, die sich nicht daran halten ..." zur Aktion - sorry, aber so ist das nun mal. Warum sollte das bei EiG anders sein als bei anderen?

  9. 28.

    Aua. Das tut schon weh. Nach der Logik müssten ja noch ganz viele Züge mit Schornsteinen dran unterwegs sein.

    Ich schlage vor, Sie üben das mit dem argumentieren noch ein bißchen. Dann könnte man Sie sogar fast ernst nehmen.

  10. 27.

    Jeder der in den vergangenen Tagen mal auf die Energy Charts geschaut hat (und in Physik nicht auf dem Gang stand), weiss dass man absehbar nicht ansatzweise die Atom und Kohlemeiler abschalten kann!
    Da können diese Krawalltouristen (vgl 2016) bleiben wo sie sind...die Lausitz will und braucht euch nicht, aber wir und diese Leute den "dreckigen" Lausitzer Strom

  11. 26.

    Dass es Gegenproteste gibt ist eine ausgezeichnete Nachricht. Bravo.

  12. 25.

    Jedenfalls nicht CO2 frei...
    Und der Strom für die Züge stammt zu einem riesen Teil auch von Kohle.

    Oder hat schon mal jemand ein Zug mit Solardach und Windräder dran gesehen?

  13. 24.

    Nun ja,"ein schlichter Geist" und "vom Sieg des Sozialismus träumend" sind also all die, die nicht Ihrer Meinung sind. Damit disqualifizieren Sie sich leider für mich. Nur soviel noch: Ich wünsche "Ende Gelände" viel Erfolg und Kraft und Ihnen wünsche ich, dass Sie mal Toleranz lernen um nicht ganze Personengruppen weiter als "personae non grata" zu bezeichnen und "hier in der Lausitz entsprechend zu empfangen". Ich kenne ihre Rolle vor Ort nicht und weiss nicht, für wen Sie dabei sprechen, aber deeskalierend ist ein solcher Sprech sicher nicht. Wir haben nur eine Erde und sollten friedlich und nachhaltig auf ihr leben und vor allem damit aufhören, auf überkommene Art und Weise Fossilien zu verbrennen.

  14. 23.

    Wenn einem schlichten Geist die Sachargumente ausgehen, versucht er es mit Platitüden, wie damals, als alles vom "Sieg des Sozialismus" fabulierte und die Realität ausgeblendet wurde. Nach dem Motto: "Weil nicht sein kann, was nicht sein darf" Unbeantwortet bleibt die ganz einfache Frage: Wer "erleuchtet" uns "morgen", wenn wir die Grundlast nach grünem Willen ebenfalls "morgen" abschalten?
    Vielleicht der Pole mit seinen vielen konventionellen Kraftwerken ältester Baujahre oder der Franzose mit seinen unkaputtbaren Atomkraftwerken? Hauptsache Deutschland macht sich nackig und dann abhängig.

  15. 22.

    Bei allem Respekt für die Demo kann ich noch immer nicht verstehen wieso die Typen vermummt und mit verkleben Fingerspitzen kommen müssen. Die Befürworter der Demo können diese Frage mal beantworten.

  16. 19.

    „Mit den Familien der Lausitz setzen wir ein Zeichen gegen Gewalt“ – Dann bringt mal eure Rechten zur Räson! Mit denen gibt es tatsächlich ein Gewaltproblem. Bei einer Demonstration beschädigte Werktore als „Gewalt“ anprangern, aber für „unsere Jungs“ Verständnis haben, weil die „eben auch mal über die Stränge schlagen, bei all dem, was man so über die Ausländer hört“ – ja, ja … Am besten ist aber, dass Energie Cottbus die Gegenkundgebung sponsert. Die Cottbuser Hools werden sich einschiffen vor Lachen.

  17. 18.

    Gähn.... Sie ermüden mich mit solcherlei "Argumenten". Aber, dass Sie "GRÜNE" in Anführungszeichen setzen und mir hier allen Ernstes Hetze vorwerfen, zeigt mir, aus welcher Ecke Sie kommen. . . Den Klimawandel kann man nicht leugnen, nicht abwählen oder daraus aussteigen. Aber die minderwertige Braunkohle kann man dort lassen, wo sie sicher liegt. Was kann man als vernunftbegabter Mensch gegen Windkraft haben? Eben!

  18. 17.

    Wenn man keine Ahnung hat, dann einfach mal....Fakten checken:
    aktuelle Windeinspeisung: 1,7%, aktuelle Sonnenenergieeinspeisung: 0,67%, Russengas: 15%. Den Rest des deutschen Energiebedarfes sichern derzeit Kohle- und Atomstrom.
    Jetzt sind Sie dran: "morgen" (löl) schalten wir ja nach dem Willen der "GRÜNEN" beide Grundlasten ab....
    Ist sicher geil, im Dunklen zu sitzen.... aber ätzen Sie weiter gegen den deutschen Bodenschatz, der nicht mehr umweltschädlich ist als das Erdgas in der gesamten Kette seiner Produktion. Doof rumhetzen ohne eine zeitnahe und vor allem praktikable (bezahlbare) Lösung zu nennen ist unseriös. Der Windstrom ist bereits in die Schranken verwiesen! 1000m Regel zum Wohle der Menschen.

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