Symbolbild: Polizeibeamte führen mit Handschellen einen festgenommenen Mann nach einer Razzia in einem Wohnhaus ab. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Bild: dpa/P. Zinken

Urteil in Senftenberg - Einem Polizisten die Zähne ausgeschlagen: Drei Jahre Haft

Weil er einen Polizeibeamten schwer verletzt hat, muss ein Mann aus Senftenberg für drei Jahre ins Gefängnis. Der am Donnerstag Verurteilte hatte dem Polizisten auf dem Hafenfest mehrere Zähne ausgeschlagen.

Weil er im vergangenen Sommer einen Polizisten krankenhausreif geschlagen hatte, ist am Donnerstag ein Mann am Amtsgericht Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Der Senftenberger muss für drei Jahre ins Gefängnis. Außerdem muss der Verurteilte 8.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Vorsätzlich verletzt

Wie das Amtsgericht rbb|24 mitteilte, war der Mann im August 2019 beim Hafenfest in Senftenberg einen Streit verwickelt, den die Polizei schlichten wollte. Während des Einsatzes habe der Mann einem Polizisten mehrere Zähne teilweise ausgeschlagen.

Der Mann ist polizeibekannt und bei der Tat alkoholisiert gewesen. Das Gericht sprach ihn am Donnerstag wegen vorsätzlicher Körperverletzung und eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte schuldig.

Der Polizist sei bis heute gesundheitlich eingeschränkt, berichtet die "Lausitzer Rundschau".  

Strafen verschärft

Immer wieder kommt es - auch in Brandenburg - zu Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte. Vor zweieinhalb Jahren hatte der Bundestag bereits höhere Strafen für Fälle beschlossen, in denen Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienste angegriffen werden. Für solche Attacken drohen seitdem bis zu fünf Jahre Haft. Geplant ist, auch das Strafmaß für Attacken auf medizinisches Personal in Notaufnahmen, auf Ärzte und Pfleger, so hart bestrafen werden wie Angriffe auf Polizisten und Soldaten.

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10 Kommentare

  1. 10.

    " einem Polizisten mehrere Zähne teilweise ausgeschlagen. Der Polizist sei bis heute gesundheitlich eingeschränkt,"

    das kann man sich gut vorstellen, der Ersatz und die Behandlung der ausgeschlagenen Zähne wird langwierig sein, und ob der Polizist die 8.000 Euro Schmerzensgeld überhaupt erhält bleibt abzuwarten

  2. 8.

    Hinweis für die Redaktion:

    Vorsätzlich sollte es heißen und nicht vorsetzlich :-)

  3. 7.

    Schwere Körperverletzung ist ein eigenes Delikt. Da muss man eben ein Auge, einen Arm oder die Zeugungsfähigkeit verlieren. Das ist hier nicht gegeben. Und wenn man für eine einfache Körperverletzung mehr als 5 Jahre Haft maximal verhängen möchte, wo will man dann die schwereren Delikte gegen die Gesundheit ansiedeln?

    Neben dem Schmerzensgeld kann das Land Brandenburg den Verurteilten auf Übernahme der Genesungskosten und des Gehaltes verklagen. Die Frage ist aber, ob etwas bei dem Mann zu holen wäre.

    Die Gerichtskosten muss er ja eh tragen.

    Über drei Jahre Haft plus einen 5-stelligen Betrag für eine Körperverletzung ist keine geringe Strafe.

  4. 6.

    Wenn Laien durch die Jura mäandern. Ich selbst bin auch Laie, stehe aber dazu.

    Mir erschließen sich von vornherein jedoch bestimmte Sachverhalte aus dem Artikel wie z.B.:
    - der Täter ist polizeibekannt. Man kann also daovn ausgehen, das er ein Wiederholungstäter ist. Dies darf der Vorsitzende Richter bei der Beurteilung und Würdigung nicht außer acht lassen
    - der Täter wurde wegen mindestens zwei Delikten schuldig gesprochen, nämlich aufgrund der Körperverletzung (wie diese zu beurteilen ist obliegt ebenfalls dem Vorsitzenden, hier gibt es Abstufungen) und dem Angriff auf Vollstreckungsbeamte.
    - außerdem wurde der Vorsatz festgestellt

    Würdigt man alles zusammen, kommt man recht schnell auf dieses Strafmaß, das ich persönlich angemessen halte. Der Täter wurde inhaftiert, ein Eintrag im Führungszeugnis ist ihm sicher und er muss Schmerzensgeld zahlen.

  5. 5.

    Na Sie möchte ich erleben, wenn Ihnen Zähne ausgeschlagen werden, dann von einer leichten Körperverletzung zu reden.
    Wer vorsätzlich eine Straftat gegen Leib oder Leben eines anderen Menschen begeht und auch körperliche Schäden in Kauf nimmt, der begeht eine schwere Körperverletzung.
    3 Jahre sind im Verhältnis zu anderen Straftaten viel, dies wurde aber auch mal Zeit - abgesehen davon sollte auch bei Taten gegen Nicht-Uniformierte, solch Strafmaß angewendet werden - es macht leider den Anschein, als hätte es hier einen "Behördenbonus" gegeben.
    Die Richter müssen ihre Strafmaßtaktik bei den derzeitigen Straftaten und immer geringer werdenden Schwellen bei Gewalttaten, mal stark überdenken.

  6. 4.

    "Mehr gibt das Delikt halt nicht her"

    das ändert nichts daran, dass das viel zu wenig ist. Außerdem wäre an anderer Stelle sehr wohl mehr drinnen gewesen: dem Schmerzensgeld. 8000 Euro sind für so etwas viel zu wenig. Es müssen ja nicht gleich amerikanische Verhältnisse zugrunde gelegt werden, aber das hier ist eindeutig zu wenig.

    Ich hoffe, es werden zumindest die zivilrechtlichen Ansprüche noch geltend gemacht. Nicht, dass am Ende auch noch die Gemeinschaft für Arztrechnungen und Dienstausfall aufkommen müssen (neben den Kosten für die Haftstrafe, die sowieso anfallen.)

  7. 3.

    Keine zivilrechtlichen Schadensersatzansprüche mehr vorhanden?

  8. 2.

    Für eine einfache Körperverletzung ist das schon eine recht hohe Strafe. Auch in Verbindung mit einem Tätlichen Angriff. Das Strafmaß reicht nur bis 5 Jahre und die gibt es höchstens bei einer Reihe von Fällen. Mehr gibt das Delikt halt nicht her.

  9. 1.

    3 Jahre sind viel zu wenig.

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