Wassermangel in der Spree (Bild: imago/Rainer Weisflog)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.05.2020 | Bild: imago/Rainer Weisflog

Landesumweltamt Brandenburg - Wassersituation der Spree ist besorgniserregend

Durch die Trockenheit der vergangenen Jahre und Monate fehlt der Spree Wasser. Das Brandenburger Landesumweltamt nennt die Situation inzwischen besorgniserregend. Auch aus Sachsen ist voraussichtlich nicht mehr so große Hilfe zu erwarten.

Die Wassersituation der Spree ist angespannt und besorgniserregend. Das hat rbb|24 vom Landesumweltamt Brandenburg erfahren. In diesem Jahr habe es zu wenig geregnet. Dazu kommen die vergangenen trockenen Sommer, durch die Südbrandenburg ein Niederschlagsdefizit von knapp 400 Litern pro Quadratmeter habe.

Hilfe aus Sachsen wird in diesem Jahr vorraussichtlich auch geringer ausfallen. Und so könnte es auch wieder dazu kommen, dass Kleingärtnern verboten wird, Wasser aus der Spree zu nehmen.

Landkreise müssen nun entscheiden

Die Regenmengen waren bisher in diesem Jahr in Südbrandenburg "deutlich unterdurchschnittlich", sagt Rigo Vallet, der Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Landesumweltamt. Nur der Februar habe über dem langjährigen Schnitt gelegen, die anderen Monate immer darunter. Die Messtation in Cottbus sei dafür repräsentativ. "Der April hat in Cottbus gerade mal elf Prozent der üblichen Regenmenge gebracht." Auch der Mai sehe nicht besser aus. Es habe zwar Anfang der Woche viel geregnet, trotzdem liegt der Monats-Durchschnitt bisher "vielleicht irgendwo bei sieben oder acht Prozent."

In der vergangenen Woche hat das Landesumweltamt die Landkreise über die Situation informiert - und wie sich die Wassersitaution perspektivisch entwickeln könnte. Die Kreise entscheiden dann, ob es demnächst wieder ab der Talsperre Spremberg flussabwärts Nutzungseinschränkungen für das Wasser der Spree geben wird. Schon in den vergangenen beiden Jahren war für mehrere Flüsse in Brandenburg ein Wasserentnahmeverbot verhängt worden, unter anderem für die Spree.

Weniger Hilfe aus Sachsen

Die Gesamtsituation sei besorgniserregend, denn auch die mögliche Hilfe aus Sachsen fällt in diesem Jahr voraussichtlich geringer aus. Von den 20 Millionen Kubikmetern Wasser, die Sachsen aus den Talsperren Bautzen und Quitzdorf jährlich nach Brandenburg liefert, wird in diesem Jahr wahrscheinlich nur ein Drittel fließen. Laut Rigo Vallet sind der Grund dafür die niedrigen Wasserstände in den sächsischen Talsperren. "Das wird uns vor Herausforderungen stellen", meint er. Die gut gefüllten Speicher in Brandenburg sollen nun wenn möglich sparsam genutzt werden, um "möglichst weit in eine Niedrigwassersituation günstige Abflussverhältnisse sichern zu können."

Die wichtigsten Wasserspeicher in Brandenburg sind für die Spree die Talsperre Spremberg und für die Schwarze Elster das Speicherbecken Niemtsch bei Senftenberg.

Auswirkung auf Cottbuser Ostsee

Noch im März zeigte sich das Landesumweltamt mit Blick auf das Jahr 2020 vorsichtig optimistisch. Die Wassersituation hatte sich in Südbrandenburg entlang der Spree nach Regenfällen stabilisiert. Die Talsperre Spremberg hatte ihr "Stauziel" nicht nur erreicht, sondern sogar mit 107 Prozent leicht übertroffen. Rigo Vallet sprach allerdings schon damals von einem Defizit von einem Viertel der üblichen Niederschlagsmenge.

Wegen der Niederschläge konnte Ende Februar der Wasserhahn für den künftigen Cottbuser Ostsee weiter aufgedreht worden. Ab dem 25. Februar wurden zeitweise sogar bis zu vier Kubikmeter pro Sekunde aus der Spree geleitet, das war vier Mal so viel wie unmittelbar davor. Anfang April wurde die Flutung aber ausgesetzt, weil nicht mehr genügend Wasser zur Verfügung stand. Seitdem ist der Wasserpegel des Sees wieder gesunken. Er hat im Moment eine Füllhöhe von 40 Prozent [leag.de].  

Der frühere Tagebau Cottbus-Nord soll nach den Planungen des Energiekonzerns Leag der größte künstliche See in Deutschland werden. Die Flutung hatte vor gut einem Jahr begonnen und soll 2025 abgeschlossen sein. Das Wasser kommt zu rund 80 Prozent aus der Spree.

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 16.

    Kommt denn der ,,Lausitz-Vertreter,, nicht sogar aus Forst. Da möchte man natürlich eine schöne Badelandschaft vor der Haustür haben. Ne Tropenhalle gibt es ja schon und jetzt fehlt nur noch der Ostsee, als Freiluft-Spektakel.

  2. 14.

    In dieser Notsituation müsste besonders die immer noch stattfindende Gülledüngung in der Landwirtschaft endlich streng kontrolliert werden! Sie hat in diesem Frühjahr des Öfteren bis Berlin Mitte gestunken! Dadurch wird der geringe Wasserstand zusätzlich belastet, der Sauerstoffgehalt sinkt - vielleicht ist genau das der Grund für die vielen verendeten Fische.

  3. 13.

    Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich sehr wohl wovon ich rede und worüber ich rede. Hätten wir vor 30 Jahren die Kohlebuden zugemacht, wäre es im Ossi-Land nicht nur industriell dunkel geworden sondern auch tatsächlich. Wir hätten dann nämlich ganz entspannt 18.000MW Kohlestrom vom Netz genommen und fertig. Das KKW Greifswald hätte definitv keineswegs gereicht um Ihr Wilhem-Pieck Stadt Guben zu versorgen mit dem so schönen CFG oder der Hutfabrik und dem einzigartigen Heizwerk. Warum war eigentlich die Spree zur Hoch-Zeit der Braunkohleförderung nicht braun oder sulfatig? Man konnte in ihr sogar baden ohne krank zu werden. Das OSSI-Trinkwasser war Fluorid haltig und kristallklar, also sehr gut für die Zähne. Aber was soll ich Ihnen vom Pferd erzählen, wenn Sie nicht mal die passende Kutsche haben. Fazit: Zeitverschwendung!

  4. 12.

    Es kommt noch schlimmer.....der britische Wetterdienst lag die letzten drei Jahre mit seinen Prognosen für Mitteleuropa goldrichtig. Raten Sie mal wie die Prognose für 2020 aussieht.
    Und die Kohlenmunks wollen immer noch knapp 20 Jahre weiter buddeln. Folgen egal.
    Fakt ist, der Klimawandel nimmt Fahrt auf, mit oder ohne Corona.

  5. 11.

    Ideen gibt es sehr viele um das Wasser besser zu verwalten. Die letzten Jahre stand der Hochwasserschutz im Fokus. Nun zeigt sich aber immer mehr das Niedrigwasser das größere Problem da lang anhaltend und Flächendeckend ist. Die Umsetzung solcher Ideen hakt an notwendigen langfristigen Studien und wie immer der Finanzierung. Finanzierung kann langfristig über die Belastung der Klimawandelverursacher abgesichert werden. Die Studien wird man aber kaum umgehen können um Spätfolgen abzuschätzen. Was jeder Grundstückseigentümer machen kann ist die Flächenversiegelung zu minimieren und das bissel Regenwasser was noch kommt nicht abzuleiten sondern auf dem Grundstück zu versickern. Das hilft nämlich gegen Hoch- und Niedrigwasser.

  6. 10.

    Da sind sie ja wieder....die Verursacher die sich als Retter aufspielen. (braune Spree)
    Für das derzeitige Aufkommen von Eisenoxyd sind laut LMBV Gutachten zu 57% die laufenden Tagebaue verantwortlich.
    Hier reden wir von Millionen Tonnen zzgl. Sulfateintrag. Also erzählen Sie hier nichts vom Pferd.
    Hätte man die Löcher vor dreißig Jahren geschlossen wäre das Problem heute kleiner. So wächst es mit jedem weiteren Tag der Umweltvernichtung, der Beitrag zum Klimawandel kommt noch oben drauf.

  7. 9.

    Das Füllen des Sees ist nicht gestoppt sondern unterbrochen und wieso durfte im Februar/März/April gespeist werden wo die Talsperren eben noch nicht alle gefüllt waren und die Wahrscheinlichkeit eines trockenen Sommers ziemlich hoch war und nun immer sicherer wird. Ihre Grundwasserpumpe ist in Bezug auf Beregnung eine sehr zweifelhafte Nutzung. Grundwasserneubildung findet durch Niederschlag statt. Wir gehen nun ins dritte Jahr ohne nennenswerte Neubildung und Sie sind noch stolz dass Sie die eisernen Reserven zur Beregnung anzapfen. Da ist die Entnahme des Laubenpiepers deutlich nachhaltiger. Dieses Wasser findet auf natürlichem Weg erst über die Verdunstung über den Meeren zurück zu uns. Und dieses zurück klappt in den letzten Jahren immer schlechter obwohl in den Meeren immer mehr Wasser drin ist.

  8. 8.

    Das ganze Einzugsgebiet der Spree muss doch unter die Lupe genommen werden. Frühere Eingriffe in Zuflüsse könnten
    zurückgenommen werden, allerdings ist der Wiederstand vor Ort auch immens. Durch das langsamere Abfließen des Wassers würden trockenheitsbedingte Auswirkungen der Natur erst später im Jahr auftreten. Planungen gibt es zum Beispiel für den Schwielochsee, diese müssten aber auch umgesetzt werden können und daran hapert es allerdings.

  9. 7.

    Zeit für Sarkasmus: Wenn der Meeresspiegel noch ein paar Meter steigt, ist das fehlende Spreewasser doch kein Problem mehr

  10. 6.

    Tourismus ist eine der wenigen Perspektiven für Brandenburg. Die Löcher sind ja da, die kann man auch definitiv nicht so lassen.

    Diese gigantischen Pläne für die Seenlandschaft sind mMn trotzdem Hybris. Die Planung wo das Wasser in diesen Dimensionen herkommen soll finde ich grob unrealistisch. Eine riesige Wasserfläche mit 3 Meter Tiefe ist bei der zu erwartenden Klimaentwicklung auch höchst fragwürdig, was den Erhalt angeht. Das wird ganz sicher nicht so laufen wie die Planner das mal vermutet haben.

  11. 5.

    Lieber rbb das Thema ist zu kritisch um die Auswirkungen nur für diesen See zu benennen, dessen langfristige Umweltauswirkungen niemand 100% sicher vorhersagen kann. Die Spree ist wichtige Quelle der Trinkwasserversorgung für viele Brandenburger und noch mehr Berliner. Bislang mussten wir uns um die Qualität große Sorgen machen. Nun wird auch noch die Menge zum Problem. Die Freigabe zum Füllen des Sees muss doch an allerletzter Stelle der Vorrangliste stehen. Also nur von allein oder wenn Hochwasser in Sachsen droht. In Bitterfeld hat man auch für Jahre geplant bis ein Elbehochwasser genügt hat und den See innerhalb von Tagen gefüllt hat. Nun gut gleich noch ein Teil der Stadt überschwemmt.
    Welche Auswirkungen sind denn für die Qualität zu befürchten wenn die Verdünnungsstrategieen für Sulfate mangels Wasser nicht aufgehen.

  12. 4.

    Da sind Sie ja wieder, die soviel Ahnunghabenden. Ockerbrühe = braune Spree: Grund=überhastete Stilllegung von DDR-Tagebauen. Erkenntnisgewinn: so geht es nicht! Daher Gegenmaßnahmen eingeleitetet. Ab Spremberger Talsperre= keine braune Spree. Technologien greifen zunehmend. Osstseeflutung stoppen: "Hase", die ist länsgt gestoppt. Der bekommt nur Wasser, wenn es die Wasserresereven zulassen. Was ist denn die Alternative für diese Kippenlandschaft? Ne Steppe? Laubenpieper verdursten? Ist damit die illegale Wasserentnahme aus den Wassergräben und der Spree gemeint, die ggf. beendet werden müße? Meine Pumpe zieht Grundwasser, dank gebohrter Saugleitung. Und ein Schnell-Aus der Tagebaue wäre der Todesstoß für den Spreewald. 70% Grubenwasser garantieren, dass die Spree nach Berlin fließt und nicht andersherum. Aber sinnfreies Hetzen: man ist es inzwischen gewohnt: gähn!

  13. 3.

    Sehr schönes Foto mit der braunen Ockerbrühe dank Braunkohleabbau.



  14. 2.

    Braunkohlen Woitke läßt lieber die Laubenpieper verdursten als seine Prestige Landschaft.

  15. 1.

    Hoffentlich hört man endlich auf diesen Ostsee zu fluten.
    Dank des Klimawandels werden wir auch zukünftig solche Dürreperioden haben und da kann man es sich einfach nicht leisten weitere künstliche Seen zu schaffen.
    Industriearbeitsplätze würden der Region mehr bringen als solche künstlichen Landschaften, die dann wenn es schlimm kommt noch wegen Abrutschgefahr gesperrt werden müssen.

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