Informations-Kommunikations- und Medienzentrum der BTU Cottbus
Informations-Kommunikations- und Medienzentrum der BTU Cottbus | Bild: rbb/Daniel Jorewitz

Studierendenzahlen, Strukturwandel, Ärzte - Das sind die Herausforderungen für die neue BTU-Präsidentin

Gesine Grande soll Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg werden. Wenn das Ministerium zustimmt, hat sie viel zu tun: Sie muss die sinkenden Studierendenzahlen erhöhen, den Strukturwandel begleiten und den Aufbau einer medizinischen Fakultät betreuen.

Nach der Wahl von Gesine Grande zur neuen Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) sind die Erwartungen von Studierenden und Vertretern verschiedener Institutionen in Cottbus groß.

Grande muss die sinkenden Studierendenzahlen in den Griff bekommen, die Universität im Strukturwandel nach dem Braunkohleausstieg führen und den Aufbau einer Medizinerausbildung begleiten. Grande selbst will die Uni durch das Setzen von Schwerpunkten und Alleinstellungsmerkmalen nach vorn bringen.

Kampf gegen sinkende Studierendenzahlen

"Man muss die Kräfte bündeln, man muss sich fokussieren, man muss wirklich Schwerpunkte bilden und man muss sich manchmal auch spezialisieren", so Grande. "Die Standards können die Großen besser", ergänzt sie mit Blick auf die Größe der BTU. Dabei will die designierte Präsidentin auf Netzwerke in die Wirtschaft und zu anderen Wissenschaftseinrichtungen setzen und so auch mehr Studierende in die Lausitz holen. "Wenn das Renommee der BTU sich ein Stück weiterentwickelt, wenn die BTU auch in der Wissenschaft wieder strahlt, wenn die BTU eine Marke wird, dann werden auch die Studierenden wieder häufiger kommen", ist sich Grande sicher.

Rund 7.000 Studierende zählt die Uni derzeit an ihren Standorten in Cottbus und Senftenberg - Tendenz sinkend. Dabei habe die BTU viel zu bieten, es fehle nur am Geld, sagt Johann Ulmer, Sprecher des Studierendenrates. Er verlangt daher ein Gegenlenken. "Wir merken immer mehr, dass bei den Lehrstühlen die Mittel gestrichen werden. Es muss wieder Geld reinkommen, damit die Qualität erhalten bleibt, die die Uni hat", so Ulmer. Die Studierendenschaft wünscht sich einen guten Draht zur neuen Präsidentin und weitere Investitionen in die städtische Kultur, sagt er.

Großer Einfluss auf städtisches Leben

Auch für Vertreter der Stadt Cottbus ist die BTU mehr als eine Lerneinrichtung. "Die Uni spielt für die Stadt eine riesengroße Rolle", sagt Markus Niggemann, Finanzdezernent von Cottbus. "Nicht nur als wissenschaftliches Zentrum, auch bereichert sie das soziale, das kulturelle Leben in der Stadt. Und die Hoffnungen im Rahmen des Strukturwandels an die Universität sind natürlich auch immens", fährt er fort.

Die Stadt wolle dabei ihren Teil beitragen, versichert Niggemann. "Universitätsentwicklung ist auch immer ein großes Stück Stadtentwicklung. Sei es möglicherweise ein Campus am Ostsee oder eine Erweiterung des Campus. Und die Stadt ist natürlich dafür zuständig, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich Studenten und Wissenschaftler in Cottbus und der Region wohlfühlen", so der Dezernent.

Uni soll Mediziner ausbilden

Wohlfühlen sollen sich in einigen Jahren auch Medizinstudenten. Im Zuge des Strukturwandels soll die BTU eine eigene medizinische Fakultät bekommen und gemeinsam mit dem Carl-Thiem-Klinikum Ärzte ausbilden. Für Klinik-Geschäftsführer Götz Brodermann stehen diese Planungen an oberster Stelle. "Wo soll diese Universitätsmedizin angesiedelt werden, wie soll sie aufgebaut werden? Konkrete Projekte haben wir ja schon, wir stellen am laufenden Band Forschungsanträge mit verschiedenen technischen Fächern der Universität", so Brodermann. "Wenn wir zum Beispiel an künstliche Intelligenz oder an Sensorik denken, da arbeiten wir schon sehr eng zusammen", fährt er fort.

Seine Erwartung an die designierte Präsidentin Gesine Grande ist eine weiterhin offene und kooperative Zusammenarbeit, so Brodermann.

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