Illustration mit Gondeln, die am Bahnhof starten(Quelle:hyperworx)
Bild: hyperworx

Spektakuläre Idee - Cottbuser Initiative will Seilbahn zum Ostsee anschieben

Mit einer spektakulären Idee sorgt eine Initative in Cottbus für Gesprächsstoff: Sie will den künftigen Cottbuser Ostsee mit einer Seilbahn an das Stadtzentrum anbinden. Noch sind die Pläne genau das, aber es könnte mehr daraus werden. Von Iris Wussmann

Vor den Toren von Cottbus entsteht gerade der größte künstliche See Deutschlands: Der Ostsee. Bis Ende 2024 soll die Flutung des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord abgeschlossen sein. Ein ehrgeiziges Ziel, das von reichlich Kritik und Zweifeln begleitet wird. Denn die Flutung musste seit dem Start im letzten Jahr immer wieder wegen fehlenden Wassers gestoppt werden. Dennoch: Der Flutungsstand liegt aktuell bei 44 Prozent.

Eine Initiativgruppe von Cottbuser Bürgern glaubt auch fest an das neue Naherholungsgebiet und hat schon eine Idee, wie es an das Stadtzentrum angebunden werden kann: Eine Seilbahn soll Besucher direkt vom Cottbuser Hauptbahnhof zum Ostsee bringen. Für diese Idee brennt etwa Tobias Schick, Leiter des Stadtsportbundes und Mitbegründer des Ostsee-Sportvereins. "Jeder, der schon mal in einem Skigebiet war oder bei der IGA in Berlin, weiß, das ist eine Attraktion", schwärmt Schick schon von einer Fahrt "in den Wolken". Es könne eine Möglichkeit sein, den Nahverkehr sinnvoll zu ergänzen und zu entlasten.

Streckenverlauf vom Bahnhof zum Ostsee (Quelle:privat)
Bild: privat

Seilbahn wäre klimaneutrale Anbindung

Auch für Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) hätte das Seilbahn-Projekt Charme. Damit könnten bei der Anbindung des Ostsees wichtige Klimaschutzziele erreicht werden. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten müsse die Bahn allerdings "24 Stunden am Tag, sieben Tagen in der Woche" Menschen transportieren können.

Er sei gespannt auf die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie, so Kelch. Die soll aus Mitteln des Strukturwandels finanziert werden. Auch Studenten der BTU Cottbus-Senftenberg sollen ihren Ideen freien Lauf lassen. Unternehmen wollen dafür einen Studentenpreis stiften, so Tobias Schick. Zu möglichen Kosten des Projektes gibt es noch keine konkreten Angaben, das Projekt befindet sich im Stadium einer "genialen Idee" oder "Spinnerei, wie es die Initiatoren selbst auf ihrer Webseite [seilbahn-lausitz.de] nennen.

Ob es zur Eröffnung des Cottbuser Ostsees tatsächlich einen "Lufttransfer" geben wird, ist also völlig offen. Die Idee ist aber real.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.11.2020, 16.10 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Eine super Idee, die Menschen in die Region locken wird. Innovativ und etwas Besonderes, auch für die noch entstehende Umgebung am Ostsee. Auch ist der Startpunkt am Hauptbahnhof sehr gut erreichbar. Parkplätze sind vorhanden.
    Ich bin begeistert und hoffe, dass diese tole und mutige Idee einmal Wirklichkeit wird.

  2. 11.

    Eine mutige innovative Vision. Ich hoffe das so ein Vorhaben umgesetzt werden kann. Danach ergeben sich viele Dinge von selber.

  3. 10.

    Der Cottbuser Ostsee wird nicht von der LMBV geflutet, sondern von der LEAG. Es ist das bisher größte Flutungsprojekt der LEAG. Klar ist, dass wir natürlich ein Wasserproblem in der Lausitz haben, aber es heißt nun abzuwarten und dann kann man urteilen. Es wird noch einige Jahre dauern bis der SEE voll ist. Geben wir dem Projekt eine Chance! Wenn es klappt könnte es ein riesen Schritt für die gesamte Region sein. Aber jetzt schon alles zu hinterfragen und den Teufel an die Wand zu malen, halte ich für nicht richtig!
    LG aus CB

  4. 9.

    Ich finds gut, fahre auch gerne mit der Seilbahn hier in den Gärten der Welt vor meiner Tür. Das entschleunigt schön.

  5. 8.

    War das nicht in CB wo die Bahn investieren will. Ausbesserungswerk(?). Straßenbahn-Wasserstofftechnologien vielleicht sollte die Stadt mal solche Ideen verfolgen als das Geld für solch eine FixeIdee rausZu werfen.

  6. 7.

    Bevor eine Seilbahn geplant wird,sollten für dieses Geld die Straßen und Radwege in Cottbus saniert werden.Der Ostsee ist in der derzeitigen ökosituation ein absolutes Fehlprojekt.

  7. 6.

    Man darf ja Ideen haben und sollte sie nicht alle gleich verteufeln. Und auch nicht mit anderen Projekten vergleichen. Aber wichtig wäre in der Tat, dass das zu errichtende Quartier am See erstmal vernünftig an den ÖPNV (für jeden Tag)und die Parkbahn (für Touristen) angeschlossen wird. Allerdings müsste für letzteres zwischen Sandow und See noch bisschen was gebaut werden zum Anschauen... Dafür dürften auch Strukturmittel eingesetzt werden.

  8. 5.

    Es wäre übrigens sorgfältiger und richtiger gewesen zu schreiben: Vor den Toren der Stadt Cottbus SOLL ein großer See entstehen. Wer sich die Unterlagen der LMBV (alles im Netz!) anschaut, kann vom Gelingen des Projektes nicht sicher ausgehen.

  9. 4.

    Ah ja Seilbahnen. Unglaublich teuer, aber dafür sehr geringer Personendurchsatz. Ein perfektes Projekt um Strukturwandelfonds leer zu saugen und hinterher zu meckern nichts wäre besser geworden.

  10. 3.

    Klimaneutral? Braucht die Seilbahn keine Energie? Und die Initiative sollte sich an den MP Woidke wenden, da stößt sie bestimmt auf offene Ohren. Ganz Brandenburg besteht ja nur aus der Lausitz. Der See kann zwar nicht gefüllt werden, aber die Wünsche in der Lausitz scheinen unermässlich. Und die "Machbarkeitsstudie" wird aus dem großen Topf bezahlt.

  11. 2.

    Wie wäre es denn, nach zig Jahren die Innenstadtbrache endlich wegzubekommen...z. B. mit einem Platz für eine Kinderseilahn....so als Anfang.

  12. 1.

    Cottbus und die große Lachnummer: SEILBAHN! Seit der BUGA ist im Oberzentrum nicht viel passiert. Ok, der wirklich schöne und praktische neue Umsteigebahnhof (leider 25 Jahre zu spät)hat Charme und Wirkung. Aber das war es dann auch schon. Kein einziger neuer! km Tramgleis, weder nach Gallinchen, noch nach Kolkwitz oder bis nach Sielow, weder BTU noch Gaglow erschlossen für die TRAM. Die Parkeisenbahn auf dem Niveau von 1995. Keine Kopeken für die Dampflok, keine Gleisverlängerung bis zum Hauptbahnhof oder bis zum Schloß Branitz. Und nun auf dicke Hose machen. Seilbahn. Cottbusverkehr will dahin fahren mit der TRAM, die Parkeisenbahn will dahin auf schmaler Spur und nun noch ne Seilbahn. LÖL. Macht den Teich erstmal voll und sorgt für die Sicherung der Ufer. Nicht das CB dann auch noch einen U-Boot Hafen benötigt um den Teich touristisch zu nutzen...

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