Der Eingang des Landgerichts Cottbus (Foto: rbb/Krüger)
Bild: rbb

Landgericht Cottbus - Herzberger wegen versuchter Tötung zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Wegen versuchter Tötung und gefährlicher Körperverletzung muss ein 25-jähriger aus Herzberg für mehrere Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Cottbus hat ihn am Donnerstag zu sechs Jahren und neun Monaten verurteilt.

Der Mann stand vor Gericht, weil er im vergangenen Sommer zwei Männer mit einem Schlagstock und einem Messer angegriffen hatte. Die Kammer zeigte sich überzeugt, dass der Angriff eigentlich dem Vater der damaligen Freundin des 25-Jährigen galt. Dabei hatte dieser einen weiteren Mann durch einen Schnitt in den Hals mit einem 18 Zentimeter langen Messer lebensgefährlich verletzt. Für die Richter war dieser ein Zufallsopfer.

Entzug angeordnet

Strafmildernd sah die Kammer die schwierige familiäre Situation des Angeklagten, eine langjährige Drogen-und Alkoholabhängigkeit, sowie einen Wert von 2,5 Promille zur Tatzeit. Verschärfend wirkte jedoch, dass der Angeklagte schon mehrfach polizeilich auffällig war und bei der Tat mit einer hohen kriminellen Energie und sehr planvoll vorging, so die Kammer.

Da die Abhängigkeit des Angeklagten einen erheblichen Anteil an der Tat hatte, soll er für einen Teil der Haftzeit in eine Entzugsanstalt eingewiesen werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf versuchten Mord plädiert und eine Haftstrafe von neun Jahren gefordert, der Pflichtverteidiger hatte dagegen einen Totschlagsvorsatz und gefährliche Köperverletzung gesehen und eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten für angemessen gehalten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.0.2022, 16:10

1 Kommentar

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  1. 1.

    Da könnte man meinen, der hat eine Jugendstrafe bekommen. Da er die Tat geplant hatte, entschuldigt seine Vergangenheit nicht wirklich, zumindestens nicht so stark. Zumal er auch noch einen Unbeteiligten umbringen wollte. Nennt man das nicht versuchter Mord zur Verdeckung einer Straftat? Und die 2,5 Promille hätte man auch als strafverschärfend werten können. Nämlich herbeiführen eines Rausches zur Strafbegehung. Der scheint mir gut weggekommen zu sein.

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