Brandenburger Modellprojekt - Herzberg will die Verkehrswende proben

Eine Straße in Herzberg (Elster) (Bild: rbb/Herkner)
Video: Abendschau | 04.06.2021 | Rico Herkner | Bild: rbb/Herkner

Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Sechs Modellkommunen in Brandenburg sollen das mit ihren Einwohnern herausfinden. In Herzberg widmet man sich dem Thema Verkehr in der Innenstadt. Ideen gibt es genug. Von Rico Herkner und Florian Ludwig

Große Pflastersteine - mit großen Abständen und bei Nässe spiegelglatt: Die denkmalgeschützten Pflasterstraßen in Herzberg (Elbe-Elster) sind für Radfahrer alles andere als ideal. Täglich quält sich Rentnerin Christa Hoffmann über die Holperpisten. "Das Pflaster ist eine Katastrophe. Mit dem Fahrrad kriegt man hier Angstzustände", beschreibt sie die Situation.

So geht es den meisten Radfahrern in der Stadt. Für Bürgermeister Karsten Eule-Prütz (parteilos) ist klar, dass das Thema Verkehr eng mit der Zukunft seiner Stadt verbunden ist. Herzberg ist eine von sechs Modellkommunen in Brandenburg, in denen die Frage "Wie sieht meine Stadt der Zukunft aus?" beantwortet werden soll. Schwerpunkt in Herzberg: der Verkehr.

Das Modellprojekt soll konkrete Fragen beantworten. "Wie sieht der Verkehr in der Innenstadt einer Kleinstadt aus, insbesondere der Radverkehr", so der Bürgermeister. Aber auch das Thema Elektromobilität gehört dazu. Wie ein Umstieg der Stadt beispielsweise auf E-Autos aussehen kann, soll im kommenden Jahr untersucht werden.

Konflikt zwischen Denkmalschutz und moderner Infrastruktur

Für Stadtplanerin Jeanette Flemming ist es ein Spagat zwischen historischer Altstadt und moderner Verkehrsinfrastruktur. "Ich glaube unsere größte Herausforderung ist, dass wir den Denkmalschutz, den wir in der Innenstadt haben, vereinbaren mit den Anforderungen des Verkehrsaufkommens, mit den Anforderungen des Radverkehrs und der Barrierefreiheit", sagt sie.

In Werkstattgesprächen gemeinsam mit den Einwohnern will die Stadt nun neue Konzepte für die Straßenraumaufteilung in der Innenstadt entwickeln. Auch dabei sollen die Vorteile des Radfahrens in den Mittelpunkt gerückt werden, so Projektleiterin Steffanie Kunze.

Radfahrerin Christa Hoffmann hat bereits Wünsche. "Weniger Verkehr im Innenbereich wünsche ich mir", so die Rentnerin. "Damit auch Kinder oder Behinderte mehr Platz haben sich zu bewegen, ohne gleich Angst haben zu müssen."

Im Mai nächsten Jahres will Herzberg die ersten Planungsvorschläge öffentlich vorstellen. Doch ohne Millionen von Fördergeldern wird die Straßen- und Verkehrswende auch im kleinen Herzberg nicht funktionieren.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.06.2021, 15:40 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Antwort auf

    Herzberg ist kein Dorf sondern war bis zur Kommunalreform sogar Kreisstadt.
    Typisch- wessi Gary Berlin Zehlendorf

  2. 5.

    Ich hoffe doch, dass der Denkmalschutz nicht für Radfahrer aufgeweicht wird. Herzberge wird nur für HerzbergerInnen wichtig sein. Ich wüßte nicht für wen sonst noch.

  3. 4.

    Na Sie müssen es ja wissen in Zehlendorf. Mit dem Auto zur Arbeit ja, aber viele Leute fahren hier mit dem Fahrrad. Wir haben hier auch sehr schöne Radwege. Politiker kümmern sich hier teilweise um ihre Bürger. Ist vielleicht in Großstädten nicht so. Manche Arroganz kann man sich sparen.

  4. 3.

    Auch ohne Auto mobil! Beispiel Rufbus im Landkreis Teltow-Fläming.

  5. 2.

    Also Herzberg als Modellstadt auszusuchen ist schon ein Witz. Hier sollen whrscheinlich ein paar Fördergelder fließen und dann gibt es irgendwo einen Infostand und das wars dann für den nächsten 30 Jahre.

  6. 1.

    Radfahrer? Als ob in der tiefsten Provinz nennenswert Fahrrad gefahren wird...
    Da geht doch ohne Auto nichts: dreimal am Tag ein Bus, Arbeit oft sonstwo außerhalb der Stadt.
    Wahrscheinlich wieder die Idee von nem Politiker, der noch nie im Leben dieses Dorf besucht hat...

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