Testphase bei Cottbus - Kampf gegen Ambrosia mit Heißwasser und Isolierschaum

Eine hochallergene Ambrosiapflanze am Straßernrand zwischen Cottbus und Kolkwitz
Audio: Antenne Brandenburg | 06.07.2021 | Aline Lepsch | Bild: rbb/Aline Lepsch

Ambrosia ist nicht giftig, kann aber heftige Allergien bei Menschen verursachen. Deshalb wird seit Jahren gegen die Ausbreitung der Pflanze gekämpft, bei Cottbus nun mit neuer Methode: Heißes Wasser und Isolierschaum sollen helfen. Von Aline Lepsch

Auf einer Strecke von vier Kilometern zwischen Cottbus und Kolkwitz (Spree-Neiße) wird seit Dienstag drei Tage lang getestet, die hochallergene Ambrosiapflanze mit 85 Grad heißem Wasser und biologisch abbaubarem Isolierschaum zu bekämpfen.

Wie notwendig der Kampf gegen die Allergie-auslösende Pflanze in der Lausitz ist, beschreibt der Ambrosia-Koordinator des Landes Brandenburg, Matthias Hoffmann, mit einer Zahl: 500 Kilometer der Südbrandenburger Straßenränder sind bereits befallen. Von hier aus verbreitet sie sich auf angrenzende Äcker, Baustellen oder kommunale Flächen. Deutschlandweit gibt es südlich und südwestlich von Cottbus die größten Ambrosia-Vorkommen.

Ambrosiapflanzen werden mit Heißwasser bekämpft
Statt Chemie heißes Wasser gegen Ambrosia | Bild: rbb/Aline Lepsch

Mit einem Gerät, das optisch einem Staubsauger ähnelt, werden 85 Grad heißes Wasser und Heißschaum auf die Pflanzen gegeben. Der Schaum soll dafür sorgen, dass die Einwirkzeit verlängert wird und damit die Bekämpfung der Pflanze unterstützen.

Bisher habe man versucht, die Pollenproduktion durch Mähen der Ambrosiapflanzen aufzuhalten, erklärt Hoffmann. Auch Elektrizität sei schon im Kampf gegen die Pflanzen eingesetzt worden. Diese Methoden hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Bekämpfung von Ambrosia mit heißem Wasser
Bekämpfung von Ambrosia mit Heißwasser | Bild: rbb/Aline Lepsch

Langer Atem für Testverfahren nötig

Ambrosia ist nicht gifig, kann aber schwere Allergien und Atemnot hervorrufen. Das Land unterstützt die Bekämpfung der Pflanze mit 500.000 Euro und hat dafür die Firma Greenman Service aus Cottbus für den dreitägigen Testlauf beauftragt. Auch landwirtschaftliche Betriebe werden mit der Förderung unterstützt. Zudem können Gemeinden und Städte Zuwendungen für Projekte zur Bekämpfung von Ambrosia beantragen.

"Man sieht direkt nach der Behandlung, dass die Pflanzen absterben oder geschädigt sind", beschreibt Matthias Hoffmann den Start der Testphase zwischen Cottbus und Kolkwitz. Man werde in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder kontrollieren, ob das Verfahren taugt. Sollte es so sein, dann habe man noch mehrere hundert Kilometer vor sich.

6 Kommentare

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  1. 6.

    Jo genau , für den Neophyten noch den Neozoten dazu importieren .Am besten Sie bilden noch eine Bürgerinitiative oder Expertengruppe des Nabu für die Ansiedlung neuer Invasiver Tier- und Pflanzenarten.
    Was alles passiert ,wenn jeder Bürger denkt von allem Ahnung zu haben.

  2. 5.

    Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, wie weit hierzulande die Forschung über den Einsatz des Ophraella communa-Käfers ("Ambrosia Blattkäfer") vorangeschritten ist. Gibt es dazu aus der Cottbuser Region Erfahrungen?
    Diese Käferart ist, wie auch die Ambrosiapflanze selbst, ebenfalls aus Nordamerika eingewandert, wird in Europa ohnehin schon seit Jahren auf natürliche Weise immer zahlreicher und wird z.B. in China ganz gezielt als natürlicher Fressfeind gegen Ambrosia eingesetzt.
    Das klingt für mich billiger und auch natürlicher und naturschonender als alle anderen bislang erprobten Methoden.

  3. 4.

    Ach was ist das doch schön wenn sich die Experten für jeden Sachverhalt sich die Argumentationen um die Ohren hauen.
    Sinnvoll wäre es die Allergenen Pflanzen vor Blüte und Samen auszuschalten.Denn eine vegetative Vermehrung findet nicht statt.
    Am effektivsten wäre die Nutzung von vier Dingen . Wenig Wasser , biologisch abbaubaren Schaumentwickler ,Technik der Firma Rotowyper und Max 5 ml Glyphosat auf 10 qm .
    Oh jetzt werden wieder alle aufschreien. Klingt gefährlich, umweltverpestend . Wer nur ein Grundmass an Bildung von Phythopatologie oder und Phythopharmakologie hat weiß das EADS das einzige funktionale Verfahren ist.
    Aber man kann auch erst viel,viel Abwasser auf 85 Grad Celsius erhitzen um dann die Pflanzen zu gießen. Blödsinn!

  4. 3.

    Es gibt in Cottbus und Umgebung ein massives Problem mit Ambrosiabefall und diese Pflanze trägt maßgeblich zur Verstärkung von allergischen Beschwerden bei, insbesondere aufgrund der späten Blüte. Zu den Folgen eines Ambrosiabefalls gibt es schon lange Studien, z. B. des JKI und die beziffern die voraussichtlichen Kosten für die Versorgung der Allergiker mit 200 Millionen EUR nicht mit 500 TEUR! Da darf wirklich von "Unsummen" gesprochen werden.
    Nur weil es sich ein Arzt der Charite nicht erklären kann, wird es nicht unwahr. Sie können ihm ja empfehlen, sich z. B. über den Bundestag zu informieren: https://www.bundestag.de/resource/blob/408440/b36066de51ca8ebaa8f2b19cbf7a0a6a/WD-9-096-13-pdf-data.pdf

  5. 1.

    Kürzlich gab es eine Doku im SWR, in der ein Allergologe der Charité zu Wort kam. Diesem waren aus der Praxis nur äußerst wenige Fälle bekannt, in denen es bedenkliche Reaktionen auf Ambrosia gab. Die Aufregung um diese Pflanze war ihm nicht erklärbar. Die Mediziner wurden dazu scheinbar nicht gehört. Hier werden Unmengen Geld ausgegeben, wofür? @RBB wo bleibt die kritische Berichterstattung?
    https://www.swr.de/wissen/odysso/wie-gefaehrlich-ist-ambrosia-teil-1-100.html


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