Schwerverletzte im Krankenhaus - Reisebus verunglückt auf A13 - alle 19 Insassen verletzt

Rettungskräfte sind an der Unfallstelle im Einsatz. Auf der Autobahn 13 bei Schönwald (Dahme-Spreewald) südöstlich von Berlin ist ein Reisebus verunglückt (Bild: dpa/BLP)
Video: rbb|24 | 30.07.2021 | Material: TeleNewsNetwork, ARD aktuell | Bild: dpa/BLP

Auf der A13 zwischen Staakow und Freiwalde ist am Freitag ein Reisebus verunglückt. Alle 19 Insassen wurden verletzt, zum Teil schwer. Nach ersten Angaben ist der Bus ungebremst auf die Leitplanke gefahren.

Auf der Autobahn 13 zwischen Freiwalde und Staakow (Dahme-Spreewald) ist am Freitagvormittag ein Reisebus mit 34 Plätzen verunglückt.

Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr seien alle 19 Insassen des Busses verletzt worden. Dabei handelt es sich um 17 Fahrgäste und zwei Fahrer - im Alter zwischen 21 und 64 Jahren. Laut einer Mitteilung des Landkreises Dahme-Spreewald seien sieben Personen leicht verletzt worden, sechs schwer und weitere sechs schwerstverletzt.

Die Schwerstverletzten seien mit insgesamt sechs Hubschraubern in Krankenhäuser in Cottbus und Berlin gebracht worden, wie der Landrat des Dahme-Spreewald-Kreises, Stephan Loge, mitteilte. Die Reisenden stammen laut Loge aus Deutschland, Schweden, Israel und Serbien. Wie das Unternehmen Rhein Main Express der dpa auf Nachfrage sagte, seien einige der Verletzten bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Bus wohl ungebremst auf Leitplanke gefahren

Nach ersten Angaben eines Unfallgutachters der Prüfgesellschaft Dekra gegenüber dem rbb ist der Bus ungebremst auf die Leitplanke gefahren. Zunächst hatte es von der Leitstelle Lausitz geheißen, der Bus habe sich überschlagen.

Es sei sehr unwahrscheinlich, dass der Bus auf den Parkplatz Krausnicker Berge fahren wollte. Ob zum Beispiel Sekundenschlaf, Unaufmerksamkeit oder andere Gründe zum Unfall geführt haben, könne im Moment noch nicht gesagt werden. Vom Busunternehmen hieß es gegenüber dem rbb, dass es sich um zwei sehr routinierte Fahrer handle.

Sanitärzelte stehen neben der Unfallstelle auf der A13, an dem ein Reisebus verunglückte (Bild: BLP

Über 200 Einsatzkräfte vor Ort

Der Unfall hat sich laut Feuerwehr kurz vor 10:00 Uhr ereignet. Am Vormittag waren sechs Hubschrauber, insgesamt 210 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, sowie 72 Einsatzfahrzeuge im Einsatz. Die Autobahn musste in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt werden, unter anderem, damit die Hubschrauber auf der Fahrbahn landen konnten, um die Verletzten aufzunehmen.

Im Laufe des Nachmittags wurde die A 13 wieder für den Verkehr freigegeben. Stand 17:00 Uhr war noch eine Spur Richtung Berlin gesperrt. Sie soll freigegeben werden, sobald der Bus abtransportiert ist.

Deutscher Reisebus auf dem Weg von Serbien

Laut Landrat Stephan Loge handelt es sich bei dem Bus um einen deutschen Reisebus, der gerade aus Serbien kam. Wie die Polizei später ergänzte, sei das Fahrzeug des Unternehmens "Rhein Main Express" von Belgrad in Richtung Berlin unterwegs gewesen. Von dort wollte die Gruppe nach Stockholm weiterreisen.

Alle Feuerwehren und Rettungsdienste im Einzugsgebiet waren im Einsatz, die Retter kamen unter anderem auch aus Potsdam oder Teltow-Fläming.

Die Polizei hatte am Vormittag eindringlich darum gebeten, eine Rettungsgasse zu bilden. Autofahrer wurden von der Autobahn abgeleitet. Dennoch bildeten sich auf der Autobahn und auf den Umgehungsstraßen lange Staus.

Die Polizei bemühte sich den Angaben zufolge, die Angehörigen zu ermitteln. Diese könnten auch unter der Telefonnumer 03375/2700 anrufen und Informationen erhalten oder direkt bei der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald.

Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) drückte sein Mitgefühl aus. "Über das tragische Reisebusunglück auf der A13 mit so vielen Verletzten, auch aus dem Ausland, bin ich tief betroffen. Ich bin mir sicher, dass alle Verletzten die bestmögliche Versorgung erhalten werden und hoffe sehr, dass sie diese traumatischen Erlebnisse verarbeiten können. Ihnen gehört mein Mitgefühl." Woidke und Loge dankten ausdrücklich den Einsatzkräften für ihre schnelle und professionelle Hilfe vor Ort.


Sendung: Brandenburg aktuell, 30.07.2021, 19:30 Uhr

24 Kommentare

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  1. 24.

    Beim Auffahren auf die Autobahn darf man sich nicht darauf verlassen, daß andere Fahrer auf der AB auf die Überholspur ausweichen. Das ist ein gefährlicher Irrglaube. Der Auffahrende muß die Vorfahrt gewähren.
    Ich erlebe regelmäßig gefährliche Situationen, weil Auffahrende offenbar der Meinung sind Vorfahrt zu haben und mich zu riskanten Fahrmanövern zwingen. Hinterher wird dann gern gelichthupt, als Statement daß sie tatsächlich keine Ahnung haben von Verkehrsregeln.

  2. 23.

    Hier noch ein Auszug aus dem Fahrpersonalgesetz
    Bei 2 Fahrern: 2×10 Stunden Lenkzeit
    Innerhalb von 30 Stunden 9 Stunden Ruhezeit

  3. 21.

    Alle Achtung, von Serbien (Ich denke mal Belgrad)bis Berlin und weiter nach Stockholm, mit 2! Fahrern.
    "Eine stramme Leistung ".

  4. 20.

    Ich kenne das Dilemma, dass manche Ausfahrten an der Leitplanke enden, anstatt dass sie auf dem Standstreifen weitergehen. Der Fahrer sieht dann im Dunkeln (vielleicht auch im Hellen) nicht, dass die vielleicht nur sehr kurze Ausfahrspur ein jähes Ende nimmt. Eigentlich kann man sich ja beim Ausfahren darauf verlassen, dass die Fahrer auf der Autobahn auf die Überholspur gehen. Manchmal geht das aber nicht, oder der Fahrer auf der Autobahn macht das eben nicht. Dann bleibt der Standstreifen die Sicherheit, dass nichts passiert. Derjenige, der auf die Autobahn fährt, beschleunigt meistens sehr stark, damit das Ausfahren reibungslos klappt. Dabei verlässt man sich darauf, dass 1. die Ausfahrspur lang genug ist, 2. die Fahrer auf der Autobahn ausweichen, 3. dass zur Sicherheit auf dem Standstreifen weitergefahren werden kann.

    Fazit: Solche Ausfahrten müssen ordentlich gekennzeichnet und auch beleuchtet sein. Man könnte auch Tempo 30 vorgeben und ein Stop-Schild anbringen!

  5. 19.

    Wenn ich die gesammten Kommentare lese wird mir schlecht, aber richtig schlecht.
    Hier ist ein Unfall passiert mit Schwerverletzten und dann wird hier diskutiert wie viele Helfer zuviel waren und warum überhaupt Hubschrauber sein mussten und überhaut haben die Helfer alles verkehrt gemacht, sagt mal, habt Ihr alle einen an der Waffel hier?
    Ich wünsche allen Verletzten gute Besserung und den Rettungsdiensten von Feuerwehr und Hubschraubereinsatz ein ganz dickes Dankeschön.

  6. 18.

    Nein, die stehen sich nicht im Wege. Besser eineR mehr als zu wenig ....

  7. 17.

    Als ein Bekannter nach einer Rachenmandel-OP 4 oder 5 Tage später zuhause verblutete und starb war kein einziger Retter zeitig da und an Hubschrauber erst gar nicht zu denken. Kind und Frau hatten alles rebellisch gemacht. Eine gute Einsatzplanung bedeutet beste Abstimmung. Sicher ist der Fahrer unkontrolliert mit zu hoher Geschwindigkeit abgebogen. Allerdings ist "drückender" Nachfolgeverkehr nicht für Geschwindigkeitsanpassung optimal. Furchtbar was sich da wieder ereignet hat. Man ist innerlich stets bei den Verletzten.

  8. 16.

    Wenn die erstmeldung war das sich ein Reisebus überschlagen hat und sich das lagebild auch für die ersten Kräfte unübersichtlich darstellt über die Anzahl der Personen im Bus dann werden erst mal mehr losgeschickt ! Es steht ja nirgendwo das nicht auch die letzten Kräfte die einsatzstelle nur angefahren haben und sie aus dem bereitstellungsraum sofort wieder heim geschickt wurden wo sich das lagebild geklärt hat!

  9. 15.

    Zumeist geht man bei einem Reisebus von vielen Verletzten aus. Von daher wird mitunter, so wie in diesem Fall, eine Alarmmeldung "MANV" (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst. Das hat mitunter organisatorische Gründe, um auch weiter entfernde Rettungsmittel zum Einsatz zu bringen.
    Letztenendes... Besser zu viel als zu wenig.

  10. 14.

    Hauptsachen erstmal allen gehts bald wieder gut.
    RBB hat absolut adäquat, nach Kenntnisstand, berichtet.
    Und zum Schluss: es heißt reißerisch, nicht reizerisch

  11. 13.

    Die ersten Notrufe werden sicherlich von Augenzeugen des Unfalls abgesetzt worden sein. Woher sollen die Anrufer wissen, wieviel Passagiere im Bus sitzen? Als Notrufannehmer der Leitstelle würde ich deshalb auch von einem voll besetzten Reisebus ausgehen. Wenn es um das Leben der betroffenen Menschen geht, muss erst einmal der größte Schadensfall angenommen werden. Wenn es dann nach erster Lageerkundung doch weniger Verletzte zu betreuen gibt - um so besser. Dann wird der Einsatzleiter das Aufgebot sicherlich bald reduzieren.

  12. 12.

    Lieber Olaf
    auch wenn es etwas doof klingt und vielleicht etwas übertrieben nur sind 67 Fahrzeuge und je nach Art 2-9 Helfer am Fahrzeug. Aufgrund der Uhrzeit darf man auch ausgehen das nicht alle Fahrzeuge voll besetzt waren. Es kann also auch sein das ein Auto nur mit 2 und ein anderes mit 9 besetzt war. Zu mal das Meldebild doch sehr ungewöhnlich ist "VU Bus + MANV" da wird gerne mal alles geschickt was blaue Lampe hat.
    Auch die Anzahl der RTH's ist jetzt nicht unbedingt viel ... auf dem Land braucht der RTW meist etwas länger und dabei ist der Arzt noch nicht mit einberechnet denn der kommt mit einen Extrafahrzeug.
    Was ist schneller als ein Fahrzeug am Land? Genau ein Fahrzeug in der Luft...zu mal so ein RTH auch Verletzte transportieren kann. Man geht bei so einen MANV von vielen Verletzten aus. Da verteilt man auch sehr gerne die Verletzten auch in andere Kliniken die weiter weg sind. Das ist Einsatztaktik und sinnvoll.

    Hoffentlich konnte ich Ihnen jetzt weiterhelfen.

  13. 11.

    Schonmal dran gedacht, dass es unterschiedliche Einsatzfahrzeuge für unterschiedliche Aufgaben gibt? Zudem wird bei solch einer Lage nach Alarmplan alarmiert. In dem Fall wird ein ManV-Alarm (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst, der in verschiedene Stufen gegliedert ist. Das ist aber von Region zu Region unterschiedlich. In diesem Fall zB ein ManV der Stufe 25-50 Verletzte, da ja zu Beginn nicht klar ist wieviele Verletzte welchen Schweregrades es gibt und auch die Unverletzten betreut werden müssen. Dazu kommen dann auch noch umfangreiche Kräfte der Feuerwehr. Es werden Kräfte benötigt, die eine erste Sichtung und ggf. lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen, Kräfte, die die Patienten zur Patientenablage bringen, weitere die hier eine erste Versorgung durchführen, dann gibt es Kräfte die einen Behandlungsplatz aufbauen und betreiben, Kräfte die die Verletzten von der Patientenablage zum Behandlungsplatz bringen. Dann braucht es die Kräfte, die die Verletzten in Kliniken bringen.

  14. 10.

    Neunmalklug, lieber ein paar Retter mehr wie zu wenig. Außerdem erfolgt die Alarmierung aufgrund der abgesetzten Notrufe

  15. 7.

    Es waren 67 Einsatzfahrzeuge + 6 Hubschrauber im Einsatz um 19 Verletzte zu versorgen. Wenn pro Fahrzeug 1-3 Helfer waren, stehen sich da 150-200 nicht auch im Weg?
    Auf jeden Fall allen Verletzten gute Besserung und Danke an die (vielen) Helfer.

  16. 6.

    Ehrlich? Das ist Ihr Problem? Es gibt 19 Verletzte Personen und bei Ihnen spielt es eine Rolle, ob der Bus umgekippt oder sich überschlagen hat? Allen Verletzten alles, alles Gute und schnelle Genesung. Danke an die vielen Einsatzkräfte.

  17. 5.

    Wenn die erste Meldung der Regionalleitstelle so lautet das der Bus sich überschlagen hat ist das noch lange nicht reizerisch.

    Der RBB hat nur das geschrieben wie die erste Meldung lautetete ... Wo ist also das Problem?
    Wie oft werden Notrufe überspitzt angegeben?

    Hier geht es eher darum das ein Bus verunfallt ist ... ob nun überschlagen oder umgekippt ist doch eher unwichtig. Erstmal geht es dabei um Menschen die verletzt sind und denen geholfen werden muss. Der Rest ist Aufgabe der Polizei und nicht die des RBB oder wem auch immer.

    Wir halten fest: Regionalleitstelle meldet "Busunfall ... Bus überschlagen" ... RBB nimmt das auf und korrigiert sich später. Wo ist das reizerisch?

    Und die Leitstelle wird anhand des Meldebild des Notrufs entsprechend die Kräfte alarmiert und entsprechende Kräfte entsendet haben.

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