Inselboden muss weiter verdichtet werden - Bergbausanierer kündigen erneute Arbeiten am Senftenberger See an

Zahlreiche Badegäste genießen das sommerliche Wetter auf einer Badeinsel am Senftenberger See. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Bild: dpa/Monika Skolimowska

Die schönste Badezeit im Jahr werden die Fans des Senftenberger Sees in diesem Jahr kaum so nutzen können wie sonst. Wegen der Rutschung der Insel im See wurde ein größerer Strandabschnitt gesperrt - und bleibt es wohl noch länger. Von Josefine Jahn

Die Insel im Senftenberger See ist ein Bergbauprodukt. Hier gilt: Was in den 1970er Jahren aufgeschüttet wurde, kann immer mal wieder rutschen. Eine Lösung sind sogenannte Rütteldruckverdichtungen. Damit wird versucht, weitere Rutschungen zu vermeiden.

Das geschieht einerseits, damit von der Insel keine Gefahr ausgeht. Andererseits setzen die Sanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaf (LMBV) dieses Mittel ein, um Flora und Fauna auf und unter der Insel zu schützen.

Gerd Richter, Bereichsleiter Sanierung im Sanierungsbereich Lausitz bei der LMBV, erklärt, dass hier die Entwicklung nicht so einfach zu kontrollieren und sehr komplex sei: "Da haben sich natürlich Naturräume entwickelt, über alles, was Flora und Fauna zu bieten hat - auch unter Wasser, in den seichten Bereichen." Dies mache die Kontrolle schwierig. "Wir können nicht nur eine Pflanzen- oder Tierart herausziehen und sagen: 'Das ist die, wegen der es so kompliziert ist'." Die Sanierungsexperten müssten das "gesamte Aufkommen betrachten und abwägen".

Unsicherheit für Ablauf der nötigen Arbeiten

Dies sei eine unbefriedigende Situation, sagt Sebastian Fritze, Präsident des Landesamtes für Bergbau, das hier eng mit der LMBV zusammen arbeitet. Geplant waren Sanierungsarbeiten im Herbst und Winter, also außerhalb der Saison.

Weil die Arbeiten nun stattfinden, müssten neue Betriebspläne für die Arbeiten erstellt werden. Hier stoßen Belange des Naturschutzes auf Gefahrenabwehr, sagt Fritze: "Für die geschützte Pflanze, die jetzt auf der Innenkippe ist, die dann ins Rutschen kommt und unter Wasser gerät, macht das aus meiner Sicht keinen Unterschied, nur die Zeitkette ist eine andere." Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Belange des Naturschutzes müssten hier an die laufende Bergbausanierung angepasst werden.

Insel voraussichtlich noch auf Jahre für Urlauber tabu

Voraussichtlich wird die Sanierung der Insel noch mehrere Jahre dauern, und sie bleibt deshalb für Urlauber tabu. Ebenso der Badestrandabschnitt am Senftenberger See. Hier gibt es zwar keine Rutschungen, aber im Zuge eines Baugrundgutachtens für Sanitäranlagen am Strand hat ein Geotechniker vorsichtshalber die Sperrung veranlasst. Die weiteren Schritte sollen dann noch in dieser Woche abgestimmt werden, sagt Sebastian Fritze und kündigt weitere Erkundungsbohrungen an. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen müsse man nun zunächst abwarten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.07.2021, 16 Uhr

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