Spree-Neiße - Landkreis fordert im Kampf gegen Schweinepest Hilfe von Land, Bund und Europa

Archivbild: Mitarbeiter des Landesbetriebes Forst Brandenburg errichten nahe dem deutsch-polnischen Grenzfluss Neiße einen festen Zaun gegen die Afrikanische Schweinepest. (Quelle: dpa/P. Pleul)
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Video: Brandenburg Aktuell | 21.07.2021 | S. Schiller | Bild: dpa/P. Pleul

Erstmals haben sich Hausschweine mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert. Im Spree-Neiße-Kreis sind Suchtrupps im Einsatz, Zäune werden verstärkt und neu gebaut - das kostet. Der Kreis fordert Hilfe von der Politik. Von Josefine Jahn

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu stoppen, erwartet der Spree-Neiße-Kreis mehr Unterstützung von der Politik. Das hat der stellvertretende Landrat, Olaf Lalk (CDU), am Mittwoch dem rbb gesagt.

Er erwarte mehr Hilfe für die Aktivitäten des Kreises, die "natürlich mit hohen personellen und finanziellen Aufwendungen verbunden sind" - und forderte Unterstützung durch das Land "und eine erweiterte Unterstützung durch Bund und Europa." Dabei gehe es sowohl um Personal als auch um Geld, sagt Lalk. Am Dienstg kündigte die Europäische Union angekündigt, betroffene Mitgliedsländer finanziell und technisch zu unterstützen.

Schweinepest Schutzzaun bei Bohsdorf (Foto: rbb/Schiller)
Neuer Schweinepest-Schutzzaun bei Bohsdorf | Bild: rbb/Schiller

Geld und Helfer gewünscht

Am 16. Juli wurde bekannt, dass in einem Bio-Betrieb im Kreis Spree-Neiße und erstmals in Deutschland ein Hausschwein mit der Tierseuche infiziert wurde. Ein weiteres wurde im Kreis Märkisch Oderland infiziert. Für Menschen ist die Schweinepest ungefährlich, für Schweine meistens tödlich.

Nun helfen 200 Freiwillige bei der Fallwildsuche in Spree-Neiße. Neben menschlichen Suchtrupps sind Hunde im Einsatz, weitere Schutzzäune werden hochgezogen. Das kostet Geld.

Dass am Wochenende alle 313 Tiere des Biobetriebs in Spree-Neiße getötet werden mussten, darunter Zuchtsauen und -eber, gehe dem stellvertretenden Landrat Lalk nahe. "Es hat einen in der Seele weh getan. Auch diese menschliche Tragödie, es stecken ja Existenzen dahinter", sagte er.

Amtstierarzt: "Luft nach oben"

In Jerischke (Spree-Neiße), in der Nähe des betroffenen Zuchtbetriebs, wurde eine Kontrollstation eingerichtet. Vertreter des Landkreises, Amtstierarzt und Jäger sowie freiwillige Helfer kommen hier zusammen, um über die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest zu beraten.

Für die kommenden Wochen ist eine erweiterte Fallwildsuche geplant, außerdem werden Schutzzäune, besonders auch im Süden des Landkreises, neu gebaut oder verstärkt. "Das ist, glaube ich, mit eine der wichtigsten Aufgaben, dass wir den Zaun errichten, der parallel zur Bundesstraße 115 läuft", erklärte Lalk. Im Moment werde ein vorläufiger Elektrozaun gebaut, der im August durch einen festen Zaun ergänzt wird.

Auch Amtstierarzt Helfried Kröber wünscht sich mehr Unterstützung von Land und Bund. "Aus meiner Sicht ist da noch Luft nach oben", sagte er mit Blick auf die organisatorische Arbeit. "Wir brauchen unbedingt personelle Unterstützung. Die fehlt doch ein ganzes Stück weit und bringt uns zunehmend arge Probleme."

Bitte an Spaziergänger

Zusätzlich zu allen Maßnahmen hat der stellvertretende Landrat Olaf Lalk einen Appell an Spaziergänger und Pilzsucher. "Durch unsere Allgemeinverfügung ist ja in den Kernzonen das Betreten des Waldes verboten." Er bittet deshalb alle, Warnhinweise zu beachten und Sperrzonen nicht zu betreten, sowie Zaundurchgänge immer hinter sich zu schließen.

Strafen für Verstößen will Lalk aber vorerst aber nicht. "Das ist wirklich eine Bitte an die Vernunft und den Verstand."

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.07.2021, 19:00 Uhr

3 Kommentare

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  1. 2.

    Dass durch die diese Zäune andere Wildtiere am Zug, Flucht oder Nahrungssuche gehindert werden und dass ein riesen Eingriff in die Fauna darstellt, interessiert niemanden? Auch viele Vögel fallen diesen Zäunen zum Opfer. Solche Zäune sind völlig fehl am Platz und werden die Ausbreitung der ASP nicht aufhalten. warum wird kein Impfstoff entwickelt? Für Menschen macht man doch auch alles erdenkliche, aber Tiere werden einfach bei einer Infektion massenhaft getötet. Es ist ekelhaft unnd traurig zugleich.

  2. 1.

    Die, die Schweine halten, sollten auch selbst dafür gerade stehen und zahlen. Zwingt sie ja niemand Schweine zu besitzen. Mit zahlt auch niemand was dazu für meinen Hund, wenn der krank wird.

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