Historischer Fund - Menschliche Gebeine bei Ausgrabung von Waffen in Senftenberg gefunden

Mo 02.05.22 | 17:49 Uhr
Funde am Schloss Senftenberg (Foto: Saskia Schimtz)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.05.2022 | Ronja Bachofer | Bild: Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Ein großer Fund historischer Waffen in Senftenberg fördert auch ganz anderes zutage: Archäologen haben bei den Ausgrabungsarbeiten nun auch sterbliche Überreste von mehreren Menschen gefunden - und einige Alltagsgegenstände.

Bei Ausgrabungsarbeiten in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) sind am Montag auch sterbliche Überreste von mehreren Menschen gefunden worden. Die Gebeine sind an der gleichen Stelle geborgen worden, an der in der vergangenen Woche bereits ein großer Waffenfund gemacht wurde.

Woher die Gebeine kommen und warum sie an dieser Stelle lagen, ist noch nicht bekannt, wie der Senftenberger Museumsdirektor Stefan Heinz sagte. Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) sagte ebenfalls, man wisse noch nicht, wem die Gebein-Funde zuzuordnen seien. Man sei es den Verstorbenen aber schuldig, angemessen über ihre Schicksale zu berichten: "Hier liegen Menschen, die nie ihren Familien zurückgegeben werden konnten. Wenn man bedenkt, wie lange sie mitten unter uns lagen, ist das sehr schmerzlich. Jetzt geht Sicherheit vor Schnelligkeit, und es geht vor allem um einen würdevollen Umgang mit den Toten.“

Möglicherweise stammen die sterblichen Überreste von Kriegstoten, teilte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz am Montagnachmittag mit. Sollte das zutreffen, werde die Bergung durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erfolgen. Ob es sich um Tote aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, müssen die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergeben.

Museum will sich genauer mit Fund auseinandersetzen

Bei Sondierungsarbeiten am Schloss Senftenberg waren am Dienstag zahlreiche Waffen aus den beiden Weltkriegen sowie aus der Zeit vor 1900 gefunden worden. Außerdem wurden Kleidungsstücke, Keramiken, Steigbügel und ein Kronleuchter geborgen.

Für Stefan Heinz ist der Fund eine große Besonderheit, wie er sagt. Er habe "ein Gefühl, dass man so etwas nur ein Mal im Leben erlebt". Für das Museum sei der Fund ein gutes Thema, das in den nächsten Jahren genauer beleuchtet werden solle. Bis dahin solle genauer erforscht werden, um welche Waffen es sich bei dem Fund genau handle und wieso sie im Schlosspark vergraben worden seien.

Laut Heinz sieht es aktuell danach aus, dass die Waffen in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges schnell entsorgt werden sollten - darunter auch Waffen aus der historischen Sammlung des Museums, von denen bislang nur wenige wiedergefunden worden seien.

Die Grabungen werden nach aktuellem Stand noch mehrere Wochen andauern. Nach ihrem Abschluss sollen die Fundstücke in einer Sonderausstellung des Museums gezeigt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.05.2022, 16:40 Uhr

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