Blockade am Montag - Mehrere Kohle-Gegner nach Protest am Kraftwerk Jänschwalde in Gewahrsam

Di 20.09.22 | 17:11 Uhr
Klimaaktivisten der Gruppe "unfreiwillige Feuerwehr" blockieren am 19.09.2022 Gleise am Kohlekraftwerk Jänschwalde (Quelle: dpa/Lena Werres)
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Audio: Antenne Brandenburg | 20.09.2022 | Daniel Mastow | Bild: dpa/Lena Werres

Nach der Blockade des Kraftwerks Jänschwalde befinden sich noch mehrere Aktivisten in Polizeigewahrsam. Sie würden ihre Identitäten nicht angeben wollen, heißt es zur Begründung. Im Laufe des Dienstags sollte es Haftprüfungen geben.

Nach der Blockade des Kraftwerks Jänschwalde (Spree-Neiße) befinden sich am Dienstagnachmittag noch 18 Aktivisten in Polizeigewahrsam. Das teilte eine Polizeisprecherin dem rbb am Dienstagnachmittag mit. Die Personen würden ihre Identitäten nicht angeben wollen; dadurch bestehe Fluchtgefahr, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Am Amtsgericht in Cottbus prüfen Richter zurzeit Haftanträge. Die Cottbuser Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft gegen 18 Personen wegen der Störung öffentlicher Betriebe oder auch wegen Hausfriedensbruch beantragt.

Ursprünglich waren 22 Kohle-Gegner am Montag in Gewahrsam genommen worden. Fünf hätten inzwischen ihre Identität preisgegeben, hieß es. Vor der Polizeidirektion in Cottbus versammelten sich am Nachmittag unterdessen mehrere Demonstranten. Sie fordern unter anderem, über den Gesundheitszustand der Festgehaltenen informiert zu werden.

Zwei Blöcke mussten vom Netz

Die Klima-Aktivisten waren am frühen Montagmorgen auf das Gelände des Kohlekraftwerks eingedrungen und hatten mehr als zehn Stunden lang Schienen, Gleisanlagen und Förderbänder besetzt. Sie hatten damit den Kohlenachschub gestört. "Klar ist, es handelt sich um eine Straftat", hatte ein Polizeisprecher am Montag gesagt. Ermittelt werde wegen Störung öffentlicher Betriebe und Hausfriedensbruch.

Der Betreiber des Kraftwerks, das Energieunternehmen Leag, bezeichnete den Vorfall als "Angriff auf die Versorgungssicherheit". Die Leag habe Strafanträge eingereicht, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Zwei der vier aktiven Blöcke wurden zwischenzeitlich komplett vom Netz genommen, ein Gigawatt habe damit nicht zur Verfügung gestanden, hieß es. Der durch die Besetzung entstandene Schaden werde nun ermittelt, um auch zivilrechtliche Schritte gegen die Teilnehmer der Aktion einleiten zu können, so das Unternehmen.

Laut Leag musste auch Personal abgezogen werden. Dieses soll das Kraftwerk auf ein Wiederhochfahren vorbereiten, hieß es. Zwei Blöcke, die im Moment in einer Sicherheitsbereitschaft sind, sollen zum 1. Oktober wieder ans Netz gehen, um die Energiesicherheit zu gewährleisten.

Sendung: rbb24 Antenne Brandenburg, 20.09.2022, 13:30 Uhr

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