Polizeidirektion Süd - SIM-Swapping: Kriminelle übernehmen durch Trick Handynummer von Lausitzerin

Mi 22.11.23 | 16:49 Uhr
  7
Symbolfoto zum Thema Funkloch. Auf einem Smartphone ist der Schriftzug Kein Netz zu lesen. (Quelle: imago images/Trutschel)
Audio: Antenne Brandenburg | 22.11.2023 | Florian Ludwig | Bild: imago images/Trutschel

Die Polizeidirektion Süd in Cottbus hat am Mittwoch vor der Betrugsmasche "SIM Swapping" gewarnt. Hintergrund sei, dass erstmals ein Fall im Süden Brandenburgs angezeigt worden sei.

In dem konkreten Fall wurde den Angaben zufolge eine Frau von einem unbekannten Mann angerufen, der behauptete, Postbote zu sein. Er habe es mit einem Trick geschafft, ihre Handynummer zu übernehmen. Dadurch habe er mehrere Guthabenkarten über ihre Handyrechnung kaufen und ihr Ebay-Konto hacken können.

Wie die Masche funktioniert

Die Masche läuft laut Polizei in mehreren Stufen ab. Zunächst haben die Betrüger in der Regel schon vor dem Anruf erste Daten gesammelt, wie die Handynummer, den Namen und die Mailadresse der betroffenen Person. Sie geben sich gegenüber dem Mobilfunkanbieter als Kunde der Nummer aus und erklären beispielsweise, die Nummer mit einer elektronischen SIM mit einem neuen Handy nutzen zu wollen.

"Die Betrüger schaffen es [so], dass sie Ihnen eine offizielle SMS zukommen lassen, zum Beispiel von Ihrem Handyanbieter", sagte Polizeisprecher Maik Kettlitz.

Im jüngsten Fall aus der Lausitz habe der unbekannte Mann dann behauptet, ein Postpaket für die Frau abstellen zu wollen und dafür ihre Erlaubnis zu brauchen. Er habe ihr gesagt, dass sie eine SMS bekomme, in der ein Zahlencode stehe, den sie als Bestätigung an ihn übermitteln müsse. "Sie bekam auch eine SMS und hat den Code weitergeben", so Kettlitz. "Wenn der Betrüger einmal in Ihrem Konto ist, kann er die SIM-Karte deaktivieren, kann eine neue ausstellen lassen und mit der Kontrolle über Ihre Handynummer weitere Käufe umsetzen."

Wie sie sich schützen können

Um sich vor so einer Betrugsmasche zu schützen, rät die Polizei vor allem, "bei Anrufen oder Nachrichten, in denen Sie zur Übermittlung persönlicher Daten, Passwörtern oder Codes aufgefordert werden" skeptisch zu bleiben. Im Zweifelsfall sollten Betroffene das Telefonat beenden und direkt bei der Organisation oder Firma nachfragen, die angeblich angerufen habe, ob es sich tatsächlich um einen Mitarbeiter und einen Anruf von ihnen handle.

Darüber hinaus sollte jeder vorsichtig im Internet unterwegs sein. "Nutzen Sie die Sicherheitsmechanismen, die viele Anbieter mittlerweile vorschlagen", so Polizeisprecher Maik Kettlitz. "Das eine sind Zwei-Faktor-Authentifizierungen, dass Sie praktisch mehrere Schutzmechanismen nutzen, bevor Sie sich anmelden können." Damit Betrüger mithilfe der Handynummer keine Bankgeschäfte durchführen können, rät die Polizei außerdem, das alte SMS-Tan-Verfahren für Überweisungen nicht mehr zu nutzen und stattdessen auf ein aktuelleres Tan-Verfahren mit App oder Tan-Generator umzusteigen.

Hinweise zum Thema Betrug hat die Brandenburger Polizei auf ihrer Internetseite zusammengefasst.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.11.20023, 15:30 Uhr

7 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 7.

    Jo, so kenn ich das auch. Also Telekom. Ohne Kennwort nix. Die machen alles sehr "sicher".

  2. 6.

    Eigentlich steht es schon da. Der Kriminelle braucht schon vorher einige Daten - Mailadresse und Geburtsdatum beispielsweise. Lässt sich durchaus besorgen - über Fakeanrufe oder abgeschöpfte Daten beispielsweise. Muss ja auch nicht immer funktionieren. Idealerweise auch noch die Kundennummer des Mobilfunkanbieters - z.B. aus dem Müll falls noch Papierrechnung - sonst ist er darauf angewiesen den Callcenter- Mitarbeiter zu bequatschen.

    Danach folgt - wie im Beitrag - die Übernahme der Nummer.

  3. 5.

    Danke Stefan, vielleicht hat sein Fachwissen aus der Praxis da mitgespielt ;-)

  4. 2.

    "Sie geben sich gegenüber dem Mobilfunkanbieter als Kunde der Nummer aus und erklären beispielsweise, die Nummer mit einer elektronischen SIM mit einem neuen Handy nutzen zu wollen."

    Funktioniert so bei keinem deutschen Anbieter. Bevor man irgend etwas anders nutzen oder ändern will, benötigt man seine perönliche Kennung, die man bei Vertragsabschluss festlegt.

  5. 1.

    Mal abgesehen davon, dass die tatsächlich funktionierende Beschreibung des Tricks der Zielsetzung widerspricht, habe ich ihn nicht begriffen oder liegt da ein neuer Trick? ;-)

Nächster Artikel

Bild in groß
Bildunterschrift