Schild des Landkreies Spree-Neiße (Foto: rbb/Schneider)
Bild: rbb/Martin Schneider

Inzidenz angeblich bei 569 - Ist Spree-Neiße wirklich Deutschlands Corona-Hotspot?

Mehrere überregionale Medien erklären den Spree-Neiße-Kreis im Süden Brandenburgs zu Deutschlands neuem Corona-Hotspot. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt demnach bei 569. Doch die Zahl hat einen Haken - sie ist das Ergebnis eines Statistik-Fehlers.

Der Landkreis Spree-Neiße ist nach Zahlen des Landes Brandenburg neuer Corona-Hotspot in Deutschland. Am Montag erreichte die Sieben-Tage-Inzidenz einen Wert von 569. Mehrere Medien hatten die Zahl daraufhin aufgegriffen und berichtet.

Doch die Zahlen sind nicht belastbar, wie eine Nachfrage des rbb beim Landkreis ergeben hat. Bei der Inzidenz handelt es sich um einen Statistik-Fehler des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG), wie der Landkreis Spree-Neiße mitteilte.

Sieben-Tage-Inzidenz fehlerhaft

Nach Angaben des Landkreises sind in dem Inzidenzwert auch Fälle von den Feiertagen enthalten, die nachträglich durch das Landesamt eingepflegt worden sind. Die Sieben-Tage-Inzidenz enthält damit Infektionen, die nicht innerhalb der letzten sieben Tage aufgetreten sind.

"Da die positiven Befunde rückwirkend eingepflegt wurden, erhöhte sich die kumulative Gesamtzahl, aber nicht die Inzidenz. Diese ist nur sieben Tage rückrechnend. Positive Befunde lagen auch in der Zeit vor diesen sieben Tagen", hieß es vom Landkreis auf rbb-Nachfrage.

Eine Inzidenz über 570 könne demnach nicht bestätigt werden. "Das LAVG hat die Summe der erhöhten Werte an einem Tag eingepflegt und somit nicht so, wie sie entstanden sind."

Der Landkreis Spree-Neiße befinde sich nach wie vor in Abstimmung mit dem LAVG, um die Inzidenz zu korrigieren. Nach Angaben des Gesundheitsamtes Spree-Neiße liegt sie nicht bei 569, sondern bei 390 (Stand Sonntag). Bereits am Freitag gab es Verwirrung um die hohe Sieben-Tage-Inzidenz. Sie war innerhalb eines Tages um über 200 Fälle angestiegen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.01.2021, 14:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Kein Wunder, daß du so arrogant schreibst. Wenn dein Telefon noch 'ne Wählscheibe hat, au Backe. In Brandenburg gibt es schon Tastentelefone.
    Aber du hättest alles besser gemacht, denn alle anderen sind d....f und inkompetent.

  2. 4.

    So langsam wird es echt peinlich. In jedem Wahllokal werden aller 4 Jahre innerhalb von 2Stunden mehr Zettel korrekt sortiert und gezählt als hier in 10 Monaten. Und das sind dann zufällig ausgewählte Bürger und keine ausgebildeten Fachleute.

  3. 3.

    So ist das in PM auch, Bad Belzig, Herr Giese, hat es öffentlich zugegeben, dass alles auf sehr wackligen Ferienbeinen steht... tja, bis 6.1. ist in Deutschland "Weihnachten". Da wird nicht getestet, geimpft, eingetragen, übertragen. Von IT-basierten Lösungen oder minimal: Datenbanken, will ich gar nicht reden! Himmel! Und auf diesen Zahlen basieren Ausgangssperren etc.
    Das Land der Dichter und Denker - jupp, aber woran denken die beim Dichten? Definitiv nicht in Naturwissenschaften... die wandern mit Fontane noch immer durch die Mark...

  4. 2.

    Die Beschäftigten beim RKI sind also unfähig in einer Liste Striche zu machen ?
    Hat der Landkreis die Tabelle falsch beschriftet ? Verstehen die Beschäftigten beider Institutionen die Deutsche Sprache nicht ? Liegen Kalender aus ? Gibts kein Telefon ? Tipp, Wählscheibe immer bis zum Anschlag drehen. -
    Dann ist mir klar weshalb in Bildungsberlin immer auf die Abweichungen am WE und bei Feiertagen hingewiesen wird. - Statistik fängt beim zählen 1, 2, 3, viele, sehr viele, ganze Menge, große Menge, boah crass Viele, au weia.

  5. 1.

    Und warum ist niemand in der Lage die richtigen Zahlen zu benennen?
    Was kommt als nächstes?
    Werden dann etwa die Daten eines Monats erfasst?

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