Bürgerdialog Cottbus Jugendliche (Foto: rbb/Schiller)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.05.2019 | Sebastian Schiller | Bild: rbb/Schiller

Gespräch mit Stadtspitze - Jugendliche fordern Erhalt des Cottbuser Nachtlebens

Die Jugend spricht, die Politik hört zu: In Cottbus sind im Rahmen der Bürgerdialogreihe diesmal ausschließlich Jugendliche und junge Erwachsene zu Wort gekommen - mit ihren Fragen und Forderungen. Aber auch die Stadt hatte Wünsche. Von Sebastian Schiller

In Cottbus hat die Stadtspitze am Dienstagabend mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen diskutiert. Es war der erste Bürgerdialog, bei dem es ausschließlich um die Probleme von jungen Cottbusern ging. Zwei Stunden lang erzählten sie, was ihnen in ihrer Heimatstadt fehlt oder besser werden sollte.

Der direkte Kontakt mit der Politik war für viele der Jugendlichen neu gewesen, entsprechend groß waren anfangs die Berührungsängste mit der Cottbuser Rathausspitze. Mit der Zeit kamen aber doch einige Probleme zur Sprache.

Zu wenige Clubs, überfüllte Schulen

Beim Thema Freizeitgestaltung kritisierten die Teilnehmer den miserablen Zustand einiger Skateranlagen in der Stadt. Außerdem wünschten sich die Jugendlichen, dass sich die Stadt mehr für den Erhalt des Cottbuser Nachtlebens einsetzt.

Ihrer Meinung nach gebe es zu wenige Discos, das Nachtleben schrumpfe. Die Stadt hätte in den vergangenen 20 Jahren alles gemacht, um Clubs zu verdrängen. In diesem Punkt widersprach Oberbürgermeister Holger Kelch den Jugendlichen: Es gehe immer darum, die Interessen von Anwohnern und Clubgängern gleichermaßen zu berücksichtigen. Allerdings seien die Anwohner beim Thema Lautstärke auch sensibler geworden, so Kelch.

Die Jugendlichen kritisierten aber auch Dinge, mit denen sie täglich in der Schule zu tun haben. So sei das Schulessen nicht gut und die Theodor-Fontane Gesamtschule völlig überfüllt. Zu diesem Punkt bemerkte Reinhard Drogla, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, dass ein Viertel der Schüler an der Schule nicht aus Cottbus, sondern aus dem Umland komme. Die Stadt hoffe, dass sich die Lage entspannt, sobald die neue Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe im Spree-Neiße-Kreis fertig ist. Für die Schule hat das brandenburgische Bildungsministerium erst vor wenigen Tagen grünes Licht gegeben. Sie soll nach den Sommerferien 2022 zum ersten Mal ihre Türen öffnen.

Politik wünscht sich stärkere Einmischung der Jugend

Doch nicht nur die jungen Cottbuser, auch die Politiker kamen mit Wünschen zu der Veranstaltung. Die Stadtspitze forderte die Jugendlichen mehrmals auf, sich stärker in die Politk einzumischen.

Die Art des Bürgerdialogs kam bei den Jugendlichen gut an. "Es war ziemlich angenehm, seine Meinung äußern zu können und eine direkte Reaktion der Politiker in Cottbus zu sehen", sagte im Anschluss ein Teilnehmer. Ähnlich war das Fazit einer Jugendlichen, die sich gleich mehrmals zu Wort gemeldet hatte. "Ich fand es war eine gelungene Veranstaltung - einfach, weil ich mich mit jeder Frage, die ich gestellt habe, einbringen konnte und sie grundsätzlich beantwortet wurde."

Neuauflage geplant

Fest steht: Die Jugendlichen sollen eine weitere Chance bekommen, mit den Politiker ins Gespräch zu kommen. "Es ist sehr deutlich, dass der Wunsch besteht, diese Dialoge fortzusetzen, sie in den zeitlichen Intervallen zu verkürzen und thematisch konkreter zu machen", sagt der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Reinhard Drogla nach der Veranstaltung. "Ich finde, das sind alles fantastische Vorschläge."

Vermutlich im Oktober soll es eine neue Auflage des Jugenddialogs geben. Vorschläge, welche Themen dann besprochen werden sollen, können bis zu den Sommerferien unter dialog@cottbus.de eingereicht werden.

Der nächste reguläre Bürgerdialog im Stadthaus findet am 11. Juni statt.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 1.

    Die Jugendlichen brauchen Arbeit und kein Nachtleben.

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