Das Flüchtlingsheim Hohenleipisch von außen.
Video: Brandenburg Aktuell | 26.07.2019 | Sascha Erler | Bild: rbb/Anja Kabisch

Beschwerden über Zustände im Heim - Flüchtlingsheim Hohenleipisch weist Kritik der Bewohner zurück

Wenige Tage nach einem offenen Brief von Bewohnern des Flüchtlingsheims Hohenleipisch (Elbe-Elster) hat der Betreiber reagiert. Bei einem Vor-Ort-Termin wies er Vorwürfe zurück, dass die Zustände im Heim unzumutbar seien. Die Zustände in Hohenleipisch seien gut.

Die Betreiber des Flüchtlingsheims in Hohenleipisch (Elbe-Elster) sind am Freitag in die Offensive gegangen. Bei einem Vor-Ort-Termin mit Pressevertretern und dem Landrat des Elbe-Elster Kreises, Christian Heinrich-Jaschinski, wiesen sie Vorwürfe zurück, wonach die Zustände im Heim unzumutbar seien.

Genau das hatten Bewohner der Flüchtlingsunterkunft Anfang der Woche in einem offenen Brief angeprangert. Der Flüchtlingsrat Brandenburg hatte sogar die Schließung des Heimes gefordert.

Blick in die Gemeinschaftsküche der Flüchtlingsunterkunft Hohenleipisch.
Bild: rbb/Anja Kabisch

Probleme oft selbstgemacht

Ein Blick ins Innere des Heimes zeigte: die Räume sind groß und bieten ausreichend Platz für die untergebrachten Familien. Bäder und Küchen wirkten sehr sauber. Zahar Hesselbarth von der Betreibergesellschaft "Human-Care" sagte: "Ich kenne viele, viele Einrichtungen. Die Zustände, die wir haben, sind wirklich gut. Ich kann diesen Brief wirklich nicht nachvollziehen".

Ein unangekündigter Blick in eines der Zimmer eines Bewohners zeigte dann ein ganz anderes Bild: Schmutzwäsche und Müll lagen auf dem Boden. Auf dem Tisch stand ein Teller mit angetrockneten Essensresten. Hesselbart sagte dazu, "wenn dann die Fliegen kommen bei 40 Grad, wenn sich Ungeziefer sammelt ... dafür kann kein Landrat was, kein Betreiber".

Bewohner beklagen auch abgeschiedene Lage und Langeweile

Das Flüchtlingsheim Hohenleipisch liegt abgelegen im Wald, was viele Bewohner stört. "Wir sitzen hier den ganzen Tag; wir haben nichts zu tun", beschwerte sich eine Bewohnerin während des Termins. Hesselbarth hält dagegen, dass es genügend Angebote für die Bewohner gebe, es jedoch ein "Akt" sei, die Bewohner abzuholen. Nach ihren Angaben nehmen die Bewohner die Angebote kaum wahr. "Man muss sie wirklich zu ihrem Glück zwingen", so die Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft.

Auch von Angst spüre sie bei den Bewohnern nichts, so Hasselbarth. Davon war jedoch in dem offenen Brief der Bewohner, nach dem ungeklärten Tod einer Kenianerin, die Rede. Die Frau war im April dieses Jahres verschwunden, erst knapp zwei Monate später wurde ihre Leiche gefunden.

Der Landkreis Elbe-Elster hatte bereits kurz nach der Veröffentlichung des offenen Briefes reagiert und eine Schließung des Heimes abgelehnt. Das Landratsamt verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf im Heim getätigte Investitionen. 

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

57 Kommentare

  1. 56.

    Ich finde das Heim sehr gut gelegen und auch gut ausgestattet. In Berlin gibt es miese Einrichtungen. Also ich wäre lieber im Grünen. Und zum Flüchtlingsrat nur soviel, es sind Lobbyisten. Deren Aussagen sind nie objektiv.

  2. 55.

    Betrachten Sie bitte sämtliche Geldströme der Volkswirtschaft Deutschlands und ich garantiere Ihnen ein Aha-Erlebnis der besonderen Art, wenn Sie den Mut für die "Wofür-Frage" bei einigen nicht so offensichtlichen Einkommensquellen aufbringen. Den Bezieher*innen von Sozialleistungen ist es immer leicht, die Schuld für zu geringes Einkommen und/ oder hohe Abgaben zuzuschieben.

  3. 54.

    Das Boot ist voll... können wir uns nicht leisten... Geld zuerst für Deutsche... Bevölkerungsaustausch...

    Na, los! Butter bei de Fische. Schreiben sie uns von Projekten, die sofort umsetzbar wären, womit man den Leuten "vor Ort" sofort helfen könnte. Ich wüßte auf Anhieb drei und warum man sie nicht umsetzt.

  4. 53.

    Asyl hat in Deutschland auch wenig mit Krief zu tun. Den besten Schutz gibt es nämlich für andere Sachen. Aber das interessiert dich ja auch eigentlich nicht wirklich.

  5. 52.

    Ist ja klar, dass man keine Fehler selber eingesteht. Soviel Rückrat hat man nicht. Geht ja auch nur um Menschen, die gezwungen werden in prekären Verhältnissen zu wohnen.

  6. 51.

    Meinen Sie jetzt mit "Ihresgleichen" etwa die Menschen die mit Ihren sozialversicherungspflichtigen Jobs die finanziellen Möglichkeiten schaffen um Flüchtlingen und Migranten ein gutes Leben in Deutschland zu finanzieren? Denen man aber schon heute klar macht das es im Alter lediglich eine Grundrente geben wird und die bei Nullzinspolitik, niedrigen Löhnen, steigenden Mieten, Energiekosten und CO2-Steuer keine Möglichkeit mehr haben fürs Alter vorzuorgen, aber gleichzeitig immer Menschen finanzieren müssen die nie in unser Sozialsystem eingezahlt haben oder werden, obwohl man für das Geld was in Deutschland aufgewendet wird, viel viel mehr Menschen vor Ort helfen könnte.

  7. 48.

    Mal für alle, die den Ort nicht kennen

    http://www.hohenleipisch.de/

    Macht Euch auf und schaut ihn Euch an. Er ist nicht schrecklich. Es hört sich bei einigen so an, als ob ein Gebiet ohne Zivilisation wäre.

  8. 47.

    Hassen Sie eig die Brandenburger oder warum holen Sie diesen Fall aus der Mottenkiste? Erstens gibt es jetzt einen Wachdienst. Zweitens kommen die Integrationsangebote von der Leitung und den Sozialarbeitern. Aber bei Ihnen ist Brandenburg eh alles Naziland und damit haben Sie in Ihrer intoleranter Denke schon Ihr Weltbild fertig. Der rbb hat offen über alles berichtet. Völlig sachlich.

  9. 46.

    Die Argumente sind ausgetauscht, neue sind nicht dazugekommen.
    Fazit: Vorrangig muss die Phase der Asylprüfung drastisch verkürzt werden, und die abgelehnten Asylbewerber müssen zeitnah zurückgeschoben werden. Nur so kann man den Pull-Faktor reduzieren, die Asylbewerber müssen, wie es Seehofer geplant aber nicht realisiert hat, bis zur Entscheidung in den Asylzentren bleiben und ggf. direkt von dort zurückgeschoben werden.

  10. 45.

    Sie sprechen von geschlechterspezifischen Unterdrückungen!

    Gerade die geschlechterspezifischen Unterdrückungen gibt es doch in jedem muslimischen Land. Frauen sind doch im Islam total rechtlos. Mädchen werden häufig bereits ab 11 Jahren verheiratet und die Männer können in vielen muslimischen Ländern bis zu 4 Frauen ehelichen.

    Sollten wir dann von den weltweit lebenden 1,5 Milliarden Muslimen ein Großteil in Deutschland/Europa aufnehmen aufgrund der NICHTEINHALTUNG der MENSCHENRECHTE in diesen Staaten?

  11. 44.

    Solange sie hier sind haben sie ein Anrecht menschenwürdig behandelt zu werden PUNKT

    Auch wenn ihnen und ihresgleichen das nicht passt.

  12. 43.

    "Die deutsche Rechtsordnung unterscheidet zwischen der Anerkennung der Asylberechtigung (Art. 16a Grundgesetz), der Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung subsidiären Schutzes. Wer weder als Flüchtling anerkannt wird noch Asyl erhält, kann in Deutschland vorübergehend subsidiären Schutz erhalten." Quelle: Wikipedia

  13. 42.

    "Menschenwürde" heißt nicht Einzug in das hiesige Sozialsystem. Soweit die Migranten kein Asyl bekommen, nur 3 % der meisten schwarzafrikanischen Länder werden anerkannt, sind sie ausreisepflichtig. Das steht so in den deutschen Asylgesetzen.

  14. 41.

    Meinen sie z.B. die eindeutigen Integrationsangebote wie die Innereien eines Schweins, welche am Eingang offensichtlich von Einwohnern der Umgebung aufgehangen wurden?

    Einfach mal ein bißchen nachdenken bevor man tippt, danke.

    https://www.rbb24.de/studiocottbus/panorama/2019/05/schweineabfaelle-vor-asylbewerberunterkunft.html

  15. 40.

    Ich denke sie haben keine Glaskugel, woher wissen sie also dass alles aufgebauscht ist? "...es gibt auch Bewohner, die dort bleiben wollen." Einer! Und die Oberaufseherin dahinter. Einer von wieviel?

  16. 38.

    Bilder sagen wirklich mehr als Worte. Das Heim sieht gut aus. Die Kinder können draußen spielen ohne auf den Verkehr achten zu müssen. Besonders für Kinder ist das doch ideal. Betreuung gibt es auch. Küche und Bäder sehen gut aus. Das gezeigte Zimmer ist bis auf den Esstisch auch aufgeräumt. TV scheint ja auch zu laufen .... Ordnung halten könnten die Bewohner. Und die Angebote einfach mal annehmen. Den Todesfall als Anlass für Ängste kann ich noch nachvollziehen. Allerdings ist offenbar nun schon monatelang nichts weiter passiert. Zumal nun auch ein Wachdienst vor Ort ist. Fragt sich, was für Vorstellungen die Flüchtlinge hatten bzw. welche Ihnen der Flüchtlingsrat einimpft. Sollen alle in Städten unterbracht werden? Integration geht auch auf dem Land, oder gerade auf dem Land. Wenn man denn will. Dank an den rbb für die umfängliche Berichterstattung.

Das könnte Sie auch interessieren

Bild in groß
Bildunterschrift