Polizisten der Polizei Cottbus posieren vor "Stoppt Ende Gelände"-Schriftzug
Video: Brandenburg Aktuell |29.11.2019 | Sebastian Schiller | Bild: Twitter/@Ende__Gelaende

Ermittlungen vor Kohle-Protest - Cottbuser Polizisten posieren vor Graffito gegen Klimaaktivisten

Neun Polizisten posieren in Cottbus vor einer Wand, auf der groß "Stoppt Ende Gelände" steht. Vom Einsatz rund um die Klimaproteste am Wochenende sind sie nun abgezogen. Derweil ermittelt die Polizei einen möglichen rechtsextremen Hintergrund.

Hinweis: Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuellen Entwicklungen in diesem Fall finden Sie hier.

Neun Polizisten aus Brandenburg haben in Cottbus vor einem Graffiti mit dem Slogan "Stoppt Ende Gelände" posiert - dafür sind sie nun von dem geplanten Großeinsatz rund um die Klimaproteste am Wochenende in der Lausitz ausgeschlossen worden. Das teilte die Polizei Brandenburg am Donnerstagabend via Twitter mit.

Es handle sich um eine Gruppe der Bereitschaftspolizei Cottbus. Das Foto der Polizisten kursierte in den sozialen Netzwerken. 

"Fakt ist: Das geht gar nicht, sich dort abbilden zu lassen und dafür Sorge zu tragen, dass dieses Foto in die sozialen Medien kommt", sagte Polizeisprecher Torsten Herbst am Freitag dem rbb. "Das ist ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot." Disziplinarmaßnahmen würden nun geprüft, so Herbst auf Radioeins.

"Fakt ist: Das geht gar nicht, sich dort abbilden zu lassen und dafür zu sorgen, dass es in den sozialen Medien landet", sagte Polizeisprecher Torsten Herbst am Freitag dem rbb.
"Fakt ist: Das geht gar nicht, sich dort abbilden zu lassen und dafür zu sorgen, dass es in den sozialen Medien landet", sagte Polizeisprecher Torsten Herbst am Freitag dem rbb.
"Fakt ist: Das geht gar nicht, sich dort abbilden zu lassen und dafür zu sorgen, dass es in den sozialen Medien landet", sagte Polizeisprecher Torsten Herbst am Freitag dem rbb.

Möglicher rechtsextremer Hintergrund wird geprüft

Vor Ort seien außerdem sechs Tatverdächtige gestellt worden, die im Verdacht stehen, das Graffito aufgesprüht zu haben. Zumindest einer von ihnen sei "bekannt wegen kriminellen Straftaten aus dem rechten Milieu", so Herbst weiter.

Ein übermaltes Graffiti in Cottbus. Neun Polizisten aus Brandenburg haben in Cottbus vor einem Graffiti mit dem Slogan "Stoppt Ende Gelände" posiert - dafür sind sie nun von dem geplanten Großeinsatz rund um die Klimaproteste am Wochenende in der Lausitz ausgeschlossen worden (Quelle: rbb/Schiller)
Bild: rbb/Schiller

Mittlerweile wurde der Schriftzug von der Polizei überpinselt, wie auch rbb-Aufnahmen zeigen. Ob das Graffito möglicherweise einen rechtsextremen Hintergrund hat, solle nun ermittelt werden, hieß es. "Wir werden uns die Symbolik ganz genau anschauen und prüfen: Ist das die Darstellung eines Bestandteil des Stadtwappens von Cottbus, nämlich des Krebses, oder hat es möglicherweise in diesem Gesamtkontext noch eine andere Bedeutung?"

Laut "Tagesspiegel" wurde das Symbol vor einiger Zeit auf derselben Wand mit dem Spruch "Cottbus bleibt Deutsch" angebracht. Es bestehe ein Zusammenhang mit der rechtsextremistischen Szene in der Lausitz und deren Kampagne "Defend Cottbus", welche in enger Verbindung zur "Identitären Bewegung" stehe.

Für das kommende Wochenende sind 20 Mahnwachen und Versammlungen von Klimaaktivisten in Brandenburg angemeldet. Die Stimmung in der Lausitz ist angespannt. Politiker und Bündnisse riefen zuletzt Braunkohle-Befürworter und Gegner zu Gewaltverzicht auf.

 "Ende Gelände" ist eine Gruppe von Anti-Kohle-Aktivisten. Die Gruppe schrieb bei Twitter: "Was ist eigentlich bei euch los, @PolizeiBB?" und verlinkte das entsprechende Foto.

Sendung: Radioeins, 29.11.2019, 8 Uhr

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59 Kommentare

  1. 59.
    Antwort auf [Marlies] vom 29.11.2019 um 13:42

    DAS ist nicht allein Cottbus. Außer es gibt nur EINE Wahrheit. Egal wer sie beansprucht ...

  2. 58.

    Wer langweilt denn hier mit den ewig gleichen Plattitüden der Klimawandelleugner und AfD Jünger?

    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/inland/fridays-for-future-133~_origin-537490cf-2d6e-4a67-b018-7c7ac92822e4.html

  3. 57.

    Nö. In keinster Weise. Ich sehe das nicht so. Das auf der Mauer "Cottbus bleibt Deutsch" stand, lese ich hier auch. Da brauche ich nicht Google. Es ging mir um das angeblich von Linken angebrachte Graffiti. und das der RBB nicht wissen kann, was zu jeder Zeit mal auf der Mauer stand. Haben Sie denn dazu überhaupt eine Quelle?

  4. 55.

    Ihre Platitüden langweilen und sind keine Antwort auf meine Frage und im weiteren Sinn auch keine Lösung zur fossilfreien Stillung des deutschen Energiehungers. Glaubt man den gestern veröffentlichten Äußerungen zum CO2-Fußabdruck des Internets so wird dieses sicher auch in wenigen Jahren in Deutschland verboten werden und der Email-Traffic (1g CO2 pro Mail) landet ebenfalls auf der Verbotsliste. Sind Verbote die Lösung? Ich antworte selber: NEIN!!!
    Gleichs gilt für die Ächtung des Dieselmotors: wir verbannen diese, nur damit die Fahrzeuge anderswo auf der Welt weiterfahren. Wir verbieten in der EU Staubsauger > 900W und fördern jetzt E-Autos, Wasn das für Blödsinn?
    GRÜN steht für Verbote aber nie für praktikable und bezahlbare Lösungen: meine Meinung!

  5. 54.

    Diese Polizisten haben sich selbst in die rechte Ecke gestellt, indem sie sich vor rechtsextremen Graffitti postieren. Sowas hat in der Polizei nichts zu suchen. Diziplinarverfahren und Rauswurf ist das Mindeste.

  6. 53.

    Ich gehe davon aus, dass der Aufschrei auch so groß gewesen wäre. Dafür hätten die Besorgten Bürger schon gesorgt.

  7. 52.

    Ach, jottchen, neee. Ein konstruierter Skandal.

  8. 51.

    Meine uneingeschränkte Sympathie gehört den abgebildeten Polizisten. Sie müssen für die Klimachaoten den Kopf hinhalten während andere sich zu Hause den A..... wärmen und merkwürdige Kommentare verfassen. Ich hoffe auf Seiten der Polizei gibt es keine Verletzten, der Rest ist mir inzwischen egal.

  9. 49.

    Mich hätte mal interessiert, wenn die Polizisten für Pro Klimaaktivisten posiert hätten? Wäre da der Aufschrei auch so laut gewesen? Wäre interessant, dies mal zu wissen! Oder hätten Sie hier einen Lob bekommen? Fragen über Fragen!

  10. 48.

    Neutralitätsgebot prüfen und wenn der Schriftzug einen rechten Hintergrund hat, haben solche Leute nichts bei der Polizei zu suchen und sollten rausgeworfen werden.

  11. 47.

    Was ist das für eine Welt, wo man aus übertriebenen Grund und aus der allumfassenden politischen Korrektheit einknickt. Peinlich.
    Bald werden Polizisten vom Dienst ausgeschlossen, nur weil sie sich vor einem STOPP Schild fotografieren ließen.
    Es wird immer schlimmer hier.
    Und natürlich war das ein "bekannter" Neonazi, der das an die Wand schmierte. Das das von Betroffenen geschrieben wurde, kommt gar nicht erst in Betracht.

  12. 46.

    "Deutsche Versorgungssicherheit" wau - großes Wort! Lassen Sie doch bitte die Kirche im Dorf! Oder ist das Netz zusammengebrochen nach den Protesten? Aber wie auch immer: ich bin da ganz entspannt und vertraue auf unsere Justizbehörden mit gelernten Fachkräften. Oder welche Strafe fänden Sie angemessen? Einmal anketten und wegtragen lassen = Arbeitslager?

  13. 43.

    Diese Information ist frei verfügbar, erster Google Eintrag bei der Suche "cottbus bleibt deutsch wand".
    Soviel zur Ausgewogenheit der Medien, z.B. rbb, Tagesspiegel >>> Vorurteil bestätigt, Wasser auf die bekannten Mühlen

  14. 42.

    Sie leben in einem Land, das spätestens seit dem Kongress von Rio 1992 weiß, dass es aus der fossilen Energie raus muss und zwar schnell, aber 2019 immer noch die Hände im Schoß liegen lässt.

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